Sie sind hier: Startseite > Gottesdienste > Gottesdienstordnung > Schuldbekenntnis und Kyrie

Schuldbekenntnis und Kyrie



Kirchenjahreszeitlich widmen wir uns in der Passionszeit u.a. dem Schuldbekenntnis und dem Kyrie.

Zieh deine Schuhe von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig.
(2. Buch Mose 3,5)

Das hört Mose Gott aus dem brennenden Dornenbusch sagen. Dahinter steckt die Erfahrung, dass Menschen sich verändern und etwas ablegen müssen, bevor sie Gott begegnen können. Und andersherum: Die Begegnung mit Gott ermöglicht beim Menschen Veränderung. Im Gottesdienst findet dies Ausdruck in einer kleinen Bußliturgie.

Manchmal wird von der Liturgin in unseren Gottesdiensten nach dem Psalm, d.h. vor dem Kyrie, noch ein Vorbereitungsgebet mit dem Charakter eines Schuldbekenntnisses gespro- chen. An dieser Stelle des Gottesdienstes wird vor Gott ausgebreitet, was die Gemeinde bedrängt und worunter Menschen leiden. Inhaltlich geht es meist um eigene Verfehlungen. Ganz zentral aber steht das „Kyrie eleison“. Im Deutschen heißen diese Worte übersetzt: „Herr, erbarme dich.“ Sie umfassen die Bitte an Gott, das menschliche Elend anzusehen und den Menschen beizustehen. Das „Kyrie eleison“ wird in unseren drei Kirchengemeinden im Wechsel zwischen Liturgin/Liturg und Gemeinde gesungen.

Das geht so:

Liturgin/Liturg: Kyrie eleison.
Gemeinde: Herr, erbarme dich.
Liturgin/Liturg: Christe eleison.
Gemeinde: Christe, erbarme dich.
Liturgin/Liturg: Kyrie eleison.
Gemeinde: Herr, erbarm dich über uns.

Die Worte aus dem Altgriechischen verbinden die heutigen Gottesdienstbesucher mit dem Christentum aller Zeiten und aller Orte. Die jeweilige Gemeinde antwortet auf die altgrie- chischen Worte in der Landessprache, ruft Gott also um Erbarmen für die eigene Lebenswelt an. In der dritten Antwort der Gemeinde wird die Bitte ganz konkret: Erbarm dich über uns: jetzt und hier.

Es ist auch möglich, ein freies Kyrie-Gebet zu sprechen und die Gemeinde singt ein anderes Kyrie aus dem Gesangbuch dazu. Wer so betet, sehnt sich nach Gott. Hinter diesem Gebet steht das Vertrauen, dass sich Gott seinen Menschen zuwendet. So versteckt sich in den Kyrie-Rufen auch ein Lob Gottes.

Pastorin Kirsten Fricke

Ev.-Luth. St. Philippus-Kirchengemeinde Hannover-Isernhagen Süd| Login