Leitbild der Philippus-Gemeinde

 

 

Der Kirchenvorstand hat für die

Gemeinde St. Philippus ein Leitbild entwickelt (vorerst noch Entwurf)

 

Es war ein lang gehegter Wunsch, einmal für alle aufzuzeichnen, welchen Grundsätzen und Zielen die Arbeit der Gemeinde St. Philippus folgen will. Der Kirchenvorstand sah dies als Aufgabe und Verpflichtung. Etwa ein halbes Jahr lang war jede Kirchenvorstandssitzung um 21.00 Uhr beendet, um von da an Zeit für Beratungen über das neue Leitbild zu haben. Alle Kirchenvorsteher(innen) legten zu einem vorher vereinbarten Thema ihre jeweilige Ausarbeitung vor, die dann ausführlich beraten wurde. Auf diese Weise gelang es den ersten Teil des Leitbildes zu den drei grundsätzlichen Fragen: 

  1. Wer sind wir?
  2. Was wollen wir?
  3. Wie wollen wir unsere Ziele erreichen?

fertigzustellen.

Danach kamen die Entwicklungsziele der St. Philippusgemeinde in die Debatte. Der Punkt Gottesdienste konnte noch in der alten Weise fertiggestellt werden, bevor die Arbeit wegen der unklaren Situation in Zusammenhang mit den Überlegungen zum Thema Wiederbesetzung des Pfarramtes vorerst zum Erliegen kam. Erst die KV-Freizeit in Hildesheim Ende 2015 ließ genügend Raum für ein erneutes Nachdenken über die Entwicklungsziele der Gemeinde. So konnten die Punkte Gemeindekreise, Gewinnung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Konfirmandenunterricht abgeschlossen werden. Eine längere Debatte war dem Punkt Finanzierung vorausgegangen. Da die Diskussion aber bereits fortgeschritten war, konnte auch in diesem Punkt relativ rasch Einmütigkeit hergestellt werden. Ebenso geschah es mit dem letzten Punkt Öffnung der Gemeinde.

 Für den Kirchenvorstand Dr. Martin Stupperich

 

 

 

Leitbild der St. Philippus-Gemeinde Isernhagen-Süd

Entwurf

 

Grundsatzantworten auf die leitenden Fragestellungen

 

1. Wer sind wir?

Die evangelisch-lutherische St. Philippus-Kirchengemeinde Hannover-Isernhagen-Süd hat mit ihrer Gründung 1954 Raum für die Begegnung mit Gott geschaffen. Basis der Gemeindeidentität ist die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus auf der Grundlage des Alten und des Neuen Testaments.

St. Philippus ist den Aufgaben der Verkündigung, der Seelsorge und der Sorge für das Wohl der Menschen verpflichtet. Dazu gehört auch das Angebot für die Menschen Heimat zu sein.

Es sind verschiedene Gaben; aber es ist "ein" Geist.

Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist "ein" Herr.

Und es sind verschiedene Kräfte;

aber es ist "ein" Gott, der da wirkt alles in allen.

(1. Brief an die Korinther 12, 4-6)

 

 

2. Was wollen wir?

Wir wollen die Konsequenzen unseres christlichen Glaubens im Alltag umsetzen. Wir wollen uns dabei am Doppelgebot der Liebe orientieren.

»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,

von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«.

Dies ist das höchste und größte Gebot.

Das andere aber ist dem gleich:

»Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18).

In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

 

Dementsprechend wollen wir auf alle Menschen zugehen, unabhängig von der religiösen und sonstigen Orientierung.

Die Mitglieder der Gemeinde und das Pfarramt der ev.-luth. St. Philippus-Kirchengemeinde handeln aus Verantwortung für die Verwirklichung der gemeinsamen Ziele. Das bezieht sich auch auf die Einladung Andersgläubiger, Anderskonfessioneller (Ökumene), Andersdenkender und Ausgetretener. Die Gemeinsamkeit des Handelns soll mit der Bereitschaft verbunden sein, Gespräche nicht zu beenden, bevor eine tragbare Lösung erreicht wurde.

 

 

3. Wie wollen wir unsere Ziele erreichen?

Wir sind als evangelische Gemeinde das örtliche Zentrum für Verkündigung, Seelsorge, Hilfe und Gemeinschaft in unserem Stadtteil.

Wir brauchen dazu:

-       regelmäßige Gottesdienste

-       Angebote, die sich mit dem Glauben auseinandersetzen und den Glauben stärken

-       Menschen, die denen helfen, die in ihrem Glauben unsicher (geworden) sind

-       Menschen, die denen helfen die gebrechlich sind

-       Chancen für die, die an den vielfältigen Aufgaben in unserer Gemeinde mitwirken wollen

-       ein besonderes Augenmerk für das Bemühen, auch Kinder, Jugendliche und die mittlere Generation erfolgreich anzusprechen.

 

Leitbild für die Entwicklung der St. Philippus-Gemeinde

 

  1. Gottesdienste

Der Gottesdienst ist die zentrale geistliche Veranstaltung der St. Philippus-Gemeinde. Die Wertschätzung des Gottesdienstes kommt darin zum Ausdruck, dass die aus der frühen Kirche überkommenen gottesdienstlichen, insbesondere liturgischen Formen in ihrer Würde erhalten und geachtet werden. Die Wortverkündigung ist zentraler Bestandteil des reformatorisch geprägten Gottesdienstes.

Es ist von erheblicher Bedeutung, dass die Gottesdienste regelmäßig stattfinden. Allein der Kirchenvorstand ist berechtigt in Abstimmung mit dem Pfarramt über Ausfälle von Gottesdiensten zu beschließen. Ebenso können Kirchenvorstand und Pfarramt für einzelne Gottesdienste die Bürgerkanzel beschließen.

Es muss ein Anliegen der St. Philippus-Gemeinde sein, der Kirchenferne der Kinder und Jugendlichen dadurch entgegenzuwirken, dass regelmäßig Kindergottesdienst parallel zum Hauptgottesdienst stattfindet. Es sollen zudem Jugendgottesdienste außerhalb der sonntäglichen Gottesdienstzeiten stattfinden.

Die Begrüßungskultur vor Beginn des Gottesdienstes ist ebenso wichtig wie die Betreuung der Gottesdienstbesucher und der Konfirmanden. Letztere nehmen kleinere Dienste im Rahmen des Gottesdienstes wahr.

Der Gottesdienst wird durch eine reiche Gesangskultur belebt, die bekannte Lieder in ausreichendem Maße einbezieht. Die Kantorei soll möglichst oft im Jahr im Gottesdienst singen.

 

2. Gemeindekreise

 

Die Gemeinde St. Philippus eröffnet ihren Gemeindegliedern die Möglichkeit der Mitarbeit auf geistlichem, aber auch auf kulturellem Gebiet. Es soll stets Arbeitskreise geben, die den Gemeindegliedern zusätzlich zu den Kulturangeboten Informations- und Gesprächsmöglichkeiten über Fragen des Glaubens, der Kirche und der religiösen Erziehung anbieten.

 

 3. Gewinnung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

 

St. Philippus verfügt über zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es fehlen jedoch Mitarbeiter mit pädagogischer und musikalischer Kompetenz sowie der Befähigung zu theologischer Gesprächsführung. Diese sind zunächst im ehrenamtlichen Bereich zu suchen. Um Honorarkräfte zu gewinnen, denkt die St. Philippus Gemeinde über alternative Wege nach, wobei die Finanzierung auf dem Wege des Fundraisings im Zentrum steht. Neben Ehrenamtlichen in Hauptfunktionen soll es auch junge Mitarbeiter geben (z.B. Konfirmandinnen und Konfirmanden mit konkreten Aufgaben in der Gemeinde, Nachkonfirmanden). Wichtig ist die Mitarbeit der Eltern, die z.B. über den Kindergarten angebahnt werden kann.

 

 4. Konfirmandenunterricht

 

Der Konfirmandenunterricht beginnt im Februar eines Jahres mit einem Einführungswochenende und endet mit der Konfirmation im April/Mai des darauf folgenden Jahres. Er kann auch vierzehntägig, dann in verlängerter Form, durchgeführt werden. Zum Unterricht gehören verbindlich drei Tageseinheiten, i. d. R. zu den Themen Bibel, Taufe und Abendmahl, sowie eine dreitägige Konfirmandenfreizeit die auch gemeinsam mit den Nachbargemeinden durchgeführt werden kann. Zum Konzept der Thementage gehört die Bereitschaft der Eltern zur Mitarbeit.Für die Durchführung der Thementage und der Freizeit sollte jede Gemeinde Teamer stellen. Die Konfirmation findet in der eigenen Gemeinde statt.

 

 5. Finanzierung (Entwurf)

 

Die Finanzierungen von Projekten, Personal durch den Stadtkirchenverband oder Landeskirche werden in den kommenden Jahren, besonders ab 2022, unsicherer.  Aus Mitteln für allgemeine Gemeindearbeit lassen sie sich ebenfalls nur bedingt verwirklichen. Einzelspenden sind wünschenswert, bieten aber keine kontinuierliche Sicherheit.

Besonders im Hinblick auf gesicherte Weiterführung unserer Gemeinde nach 2022 ist es erforderlich, einen Grundstock, zweckgebunden für Personalkosten z. B. die Finanzierung einer Pfarrstelle oder Kirchenmusiker etc. zu bilden, damit die Gemeinde als einziges kulturelles Zentrum im Stadtteil bestehen bleibt.

Es soll ein „Kreis 101“ gegründet werden. Es werden 100 Gemeindemitglieder oder auch Bürger des Stadtteiles Isernhagen-Süd gesucht, die 50-75€/monatlich gegen Spendenbescheinigung  in einen Fond einzahlen (Jahresbeitrag 600-900€).

Die Verwaltung des Fonds kann bei der Gemeinde bleiben oder beim  Verein zur Förderung des kirchlich-kulturellen Lebens in  Isernhagen-Süd e.V. angelehnt werden.

Näheres regelt der Kirchenvorstand St. Philippus.

 

 6. Öffnung der Gemeinde

Die St. Philippus Gemeinde geht verstärkt in die Öffentlichkeit. Sie verstärkt die kommunikative Präsenz durch Informationen und Einladungen zu ihren Aktivitäten  und Angeboten unter Nutzung der modernen elektronischen Kommunikationsmittel. Sie nimmt durch ihre Vertreter an öffentlichen Auftritten im kommunalen Bereich teil und lädt umgekehrt Vertreter des öffentlichen Lebens auf die Bürgerkanzel oder zu Vorträgen und Diskussionen ein. Sie verlässt auf diese Weise ihre Präsenz im Verborgenen und entwickelt sich zu einer öffentlich wahrgenommenen und wertgeschätzten Größe.