2016

 

Flugschrift der Zwölf Artikel von 1525
 
22. Januar 2016: Männerkreis zum Thema
"Luthers Friedensethik im Kontext des Bauernkrieges" 
 

Am 22. Januar fand im Gemeindehaus St. Philippus ein Abend des Männerkreises „Isernhagener Gespräche“ über Luthers Friedensethik statt. Referent war Pastor i.R. Folker Thamm, der schon früher in diesem Kreis referiert hatte.

Er entfaltete mit großer historischer Sachkenntnis die Verhältnisse der Jahre des Bauernkrieges 1524/25 und die Haltung Luthers zu den Bauern. Aus der anfänglichen Verteidigung der Forderungen der Bauern gegenüber den Fürsten wurde nach der Erfahrung der ungeheuren Verwüstung und der ungeheuren Zahl an Toten eine vehemente Ablehnung der Bauern und des Krieges als Mittel der Politik. Die Position Thomas Müntzers, der selbst Bauernkriegsführer geworden war, lehnte Luther ab. Krieg soll es nach Luther vom Grundsatz her nicht geben. Aber, so seine Antwort an den Obristen Asse von Cramm, Kriegsleute bleiben im seligen Stand, wenn sie der Obrigkeit dienen, um den Frieden zu gewährleisten und die Menschen gegen Angriffe von außen zu schützen. Grundsätzlich sollen Christen durch ihren Glauben wirken und Unrecht lieber erdulden als Gewalt ohne zureichende Gründe anzuwenden. Durch seine Schrift „Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“ wurde Luther später als „Bauernschlächter“ bezeichnet. Tatsächlich hatte er die Bauern nach seinen persönlichen Erfahrungen mit Mord, Totschlag und Verwüstung durch die Bauern den Heeren des Antichrist zugeschlagen, deren satanisches Streben mit aller Gewalt beseitigt werden müsse.

Heute dagegen werde in der Kirche weniger vom gerechten Krieg als vom gerechten Frieden gesprochen. Es gelte nach wie vor das Wort des Ökumenischen Rates der Kirchen von Amsterdam 1948: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“.

 

 7. Februar 2016: 9. Kinder- und Jugendkonzert in St. Philippus

 

Dieses Jahr lag der Termin des Kinder- und Jugendkonzertes denkbar schlecht - kaum einer hatte nach den Weihnachtsstücken schon ein neues Stück auf Lager. Dennoch fanden sich 13 junge Musiker und Musikerinnen, die uns am 7. Februar mit ihrer Musik erfreuten. Wieder reichte das Repertoire von einfachen Stücken, die nach 6monatigem Unterricht vorgeführt werden konnten, bis zu sehr anspruchsvollen Flöten- bzw. Klavierkonzerten von den älteren Teilnehmern.

Die ca. hundert Zuschauer hörten ein abwechslungsreiches, kurzweiliges Konzert und bedankten sich mit langanhaltendem Applaus.

 

 

21. Februar 2016: „Stille Musik zur Passion“ - Unser erstes Orgelkonzert 2016

Am 21. Februar fand das erste Orgelkonzert in diesem Jahr statt. Fünf weitere werden noch folgen, auf die wir gespannt sein können.

 Herr Christoph Slaby, der 17 Jahre lang bei uns Organist war, gestaltete das Konzert mit einem eindrucksvollen Programm aus Orgelmusik mit und ohne Gesang und verschiedenen Texten, die sehr gut passten und sehr gut von Frau Beate Josten vorgelesen wurden. Ihre schöne Altstimme schmiegte sich eindrucksvoll in die Gesangsstücke ein. Herr Slaby begann mit dem Schlusschor aus der „Matthäuspassion“ und beendete das Konzert mit dem Schlusschor der„Johannespassion“, was mich dazu veranlasste, anschließend beide Passionen noch einmal auf CD anzuhören.

Herr Slaby spielte wie immer gekonnt und einfühlsam, so dass die Zuhörer nach einem tüchtigen Applaus beglückt und erfüllt nach Hause gehen konnten.

Dieses erste Konzert war ein Genuss, freuen wir uns auf die nächsten, mit hoffentlich zahlreichen Zuhörern.

                                                                                                                      Hannelore Bader

 

24. Februar 2016: Gemeindeversammlung St. Philippus, ein Rückblick

Die Gemeindeversammlung in unserem Gemeindesaal am 24. Februar war 2016 war mit über 60 Teilnehmern gut besucht. Der stellvertretende Vorsitzende, Herrn Dr. Kaup, begrüßte die Versammlung und unseren neuen Vakanzvertreter Pastor Brummer, der sich auch selbst vorstellte. Anschließend erläuterte der KV-Vorsitzende Dr. Dallmeier die bisherige und die künftige Stellenplanung ebenso wie die bisherige und die künftige Finanzplanung. Da viele Gemeindeglieder nicht anwesend sein konnten, sollen die entsprechenden Übersichten hier noch einmal im Detail erscheinen:

Finanzplanung St. Philippus für 2013 – 1016

Basiswert 45,90 € pro Gemeindeglied

Zuweisungen vom Stadtkirchenverband:  56.0898,- € 

Sonderzuweisung für kleine Gemeinden:  10.000,-  €

Eigenmittel:           ca. 600,- €

 

Pfarrstelle: 40.650,-€

Kirchenmusiker, Küster, Raumpflege, Pfarrsekretärin insgesamt: 26.218,- €

Eigenmittel: ca. 600,- €

Summe der Ausgaben: 66.868,- €

 

Dem wurde die Finanzplanung für den Zeitraum 2016 – 2022 gegenübergestellt:

 

Finanzplanung St. Philippus für 2017 - 2022

Basiswert 18,50 €

Zuweisungen vom Stadtkirchenverband

1142 x 18,50 € = 21.127,- €

Pfarrstellen-Finanzierung durch Landeskirche

Diakonen-Finanzierung durch Stadtkirchenverband

Kosten für Kirchenmusiker, Küster, Raumpflege, Pfarrsekretärin insgesamt: 26.218,- €

Eigenmittel: 5.091,- €

 

Pfarrstellenplanung 2013 – 2016 für die einzelnen Gemeinden

Gemeinde                      Gemeindeglieder           Pastor/in         Diakon/in

St. Nathanael

St. Nicolai

St. Philippus

2.988

4.997

1.222

1,000

1,500

0,500

-

1   

-

 

9. 207

3,000

1

 

Demgegenüber sieht die Pfarrstellenplanung für den Zeitraum 2017 – 2022 ganz anders aus: 

Gemeinde             Gemeindeglieder               Pastor/in                Diakon/in 

St. Nathanael

 

St. Nicolai

 

St. Philippus

2.709  (2.988)

 

4.642  (4.997)

 

1.142  (1.222)

1,000    

     

1,250

 

0,500

0,4785

 

0,8199 + 1 Diakon (EM)

 

0,2017

 

8.493  (9.207)

2,750

1,5

 

Sollte der Zuschuss der Landeskirche für kleine Gemeinden in Höhe von 10.000 € im neuen Planungszeitraum nicht mehr gewährt werden, würde ein Defizit in der Gemeinde-Kasse von 5.091,- € entstehen, die aus Eigenmitteln der Gemeinde gedeckt werden müssten.

 Im Anschluss an den Bericht des Vorsitzenden stellte Herr Dr. Meder eine Idee des Kirchenvorstands, die aber ursprünglich auf ihn zurückgeht, vor. Es handelt sich um das Konzept eines Fonds zur Finanzierung von Personalausgaben für die Gemeinde unter dem Titel „Club 101“. Es ist daran gedacht, einen Fonds aufzulegen, in den nach Möglichkeit 100 Gemeindeglieder (101 deutet an, dass es auch gern mehr sein dürfen) monatlich einen Mindestbetrag von 50 € einzahlen. Es ist das Ziel mit diesem Geld ab 2022 die von diesem Zeitpunkt an ungewisse finanzielle Zukunft der Gemeinde abzusichern, jedoch nur auf dem Feld der Personalausgaben. Basis ist der erklärte Wille der Gemeinde auch in der weiteren Zukunft selbständig bleiben zu wollen.  

 Der Vorsitzende stellte im Anschluss daran die Leitbild-Arbeit der St. Philippus-Gemeinde vor. Seit etwa zwei Jahren habe der Kirchenvorstand zunächst gemeinsam mit Pastorin Fricke, danach allein an der Entwicklung eines Leitbildes für die eigene Arbeit gearbeitet. Inzwischen sei dieses Leitbild weitgehend fertig und nun wolle man dem neuen Inhaber der Pfarrstelle, der noch nicht feststehe, die Gelegenheit geben, ebenfalls etwas zu diesem Leitbild sagen zu können. Daher sei der förmliche Beschluss vorerst zurückgestellt worden. Projektleiter dieses Leitbild-Entwicklungsprozesses war Dr. Martin Stupperich. Er hob hervor, dass das Leitbild, wenn es erst einmal beschlossen sei, Pfarramt und Kirchenvorstand in ihrem Handeln binden werde. Ein Leitbild habe nur dann einen Sinn, wen es nicht im Regal verstaube, sondern handlungsleitende Bedeutung innerhalb der Gemeinde gewinne. Jedes Gemeindeglied habe die Möglichkeit Pfarramt und KV an diese bindende Vorgabe zu erinnern und ein entsprechendes Handeln einzufordern.

 Die weiteren Planungen erstreckten sich nach dem Bericht des Vorsitzenden auf die Gestaltung der Gottesdienste, die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Kindergartenarbeit, die Kirchenkonzerte und die Zusammenarbeit mit dem Förderverein für kirchlich-kulturelles Leben in Isernhagen-Süd. Vor allem die gemeindeinterne Informationsarbeit wurde dabei hervorgehoben, denn über das Gemeindeblatt „GemeindeLeben“ hinaus wird seit diesem Jahr in Gestalt einer halbjährlichen Wiederauflage des Informationsheftes „Blick vom Turm“ deutlich mehr an Information über das Gemeindeleben in die Häuser getragen. Auch im Internet wird ausführlich berichtet. Letzteres ist im übrigen die schnellste Methode, sich über Neues aus St. Philippus zu informieren. 

 Schon zuvor waren Flyer in der Versammlung verteilt worden, die eine Reihe von 12 Abenden zum Thema „Martin Luther – Leben und Werk“ ankündigten. Die Abende beginnen Anfang April und enden erst im Mai 2017. Die Reihe stellt den Beitrag von St. Philippus zur Lutherdekade und zum 500. Reformationsjubiläum dar. 

 Über alle Themen wurde intensiv diskutiert. Teilweise gingen die Fragen über das hinaus, was der Kirchenvorstand unmittelbar beantworten konnte. Deutlich wurde aber, dass das Interesse an Kirche und Gemeinde in Isernhagen-Süd überdurchschnittlich ausgeprägt ist.

 

 
 
 
 26. Februar 2016: Route 67 - ein Denkmal für Nelson Mandela
 

Am 26. Februar referierte Werner Peycke im Männerkreis „Isernhagener Gespräche“ über Nelson Mandela und die „Route 67“. Südafrika hat für Werner Peycke einen wichtigen familiären Bezug; seine Schulzeit verbrachte er in Kapstadt. Und so wurde es ein sehr persönlich geprägter Abend.

Nelson Mandela, der erste schwarze Präsident seines Landes (1994 – 1999), der 2013 im Alter von 95 Jahren starb, genießt ein hohes Ansehen nicht nur in Südafrika, sondern weltweit. 27 Jahre hatte er wegen seines Kampfes gegen die Apartheid in Haft verbracht. Ein herausragendes Kennzeichen seiner Persönlichkeit ist der Einsatz für einen versöhnlichen Übergang von der Apartheid zu einem demokratischen Staatswesen auf der Grundlage allgemeiner Gleichheit. 1993 erhielt er den Friedensnobelpreis. In Port Elizabeth, das heute mit zwei Nachbarorten zu „Nelson Mandela Bay“ zusammengefasst  ist (östliche Kapprovinz), wurde die „Route 67“ als groß angelegtes Kunstwerk errichtet. 67 bezieht sich dabei auf die 67 Jahre Mandelas im Dienst Südafrikas. Werner Peycke führte sehr sachkundig in dieses hochinteressante und weit ausgedehnte Freiluftdenkmal ein.

Am Schluss gab es ein lebhaftes Gespräch der Teilnehmer mit dem Referenten.

 

 

13. März 2016: Konzert mit der Sopranistin Daniela Banzhaf in St. Philippus

Am 13.03.2016 veranstaltete die Sopranistin Daniela Banzhaf ein Konzert besonderer Art in unserer St. Philippuskirche in Isernhagen-Süd: nicht oft hört man jüdische Lieder in Reinform, ohne laute Bandbegleitung. Von Anfang an zog die Künstlerin die Zuhörer in ihren Bann, mit Kraft, Wärme und auch Temperament. Manche Lieder begleitete sie selbst mit der Flöte, andere wieder a capella, was manchen besonders zu Herzen ging.

Von tiefer Innigkeit bis hin zu „Chuzpe“ zeigt die Sängerin ein breites, ungeheuer fein nuanciertes Spektrum der Gefühle, dem man einfach selbstvergessen lauschen musste.

Daniela Banzhaf versteht es ausgezeichnet, mit immer wieder wechselndem Timbre die Musik der jüdischen Kultur vorzutragen und nimmt den Zuhörer wie verzaubert mit auf eine musikalische Zeitreise.

Das Konzert war sehr gut besucht und wurde begeistert von unserem Publikum angenommen.

                                                                                                                              Dr. Volker Dallmeier 

 

 

14. März 2016: Stadtrundfahrt des Seniorenkreises

 

Am 14. März 2016 startete ein Bus mit neugierigen Seniorinnen und Senioren zu einer interessanten Fahrt in die südlichen Stadtteile von Hannover. Mit Frau Eckardt, uns schon gut bekannt, die uns mit ihrem großen Wissen einen unterhaltsamen Nachmittag beschert hat.

 So erfuhren wir unter Anderem, dass es im 18. Jahrhundert Krieg gab zwischen Hannoveranern und Ricklingern um Wasser, dass Wettbergen seinen Namen dem englischen Wort wet = nass verdankt. Ein Fluss, heute ein Bach, sorgte immer wieder für Überschwemmungen. Nur die auf den Bergen liegenden Häuser waren davon nicht betroffen. Der Stadtteil Mühlenberg und der Lindener Berg sind durch die Endmoränen der Eiszeit entstanden.

 Der krönende Abschluss war dann der Besuch des Olympiastützpunktes und Bundesleistungszentrums. Dort bekamen wir einen Eindruck davon, wie man Kinder schon im Alter von 5 bis 6 Jahren an Leistungen heranführt bei täglichem Training von 2 Stunden. Die Auswahl wird dabei im Sportverein getroffen. Bei der Vorführung eines älteren Jungen beim Trampolinspringen konnten wir staunend erleben, was man auf diesem Sportgerät leisten kann.

 Nach dem abschließenden Kaffeetrinken und leckeren Bahlsen-Keksen fuhren wir voller neuer Eindrücke nach Philippus zurück.

                                                                                                                Ursula Akemann

 

18. März 2016: Wie lösen wir das Flüchtlingsproblem? 

Am 18. März hatte der Männerkreis „Isernhagener Gespräche“ Herrn Oberkirchenrat Thorsten Leißer von der EKD zu Gast. Er ist im Rahmen der EKD als ‚Referent für Menschenrechte und Migration’ tätig. Die ersten Sporen hatte er sich beim Flüchtlingsdienst des Ev. Kirchenbundes in Italien verdient, was ihn nach dem Dienst im Pfarramt für den genannten Posten bei der EKD prädestinierte. Daher war es naheliegend, dass er als Thema vorschlug: „Wie lösen wir das Flüchtlingsproblem?“ Die Zahl der Teilnehmer lag deutlich über der üblichen Durchschnittszahl, was als Signal für die Wichtigkeit dieser Thematik auch für die Gemeindeglieder von St. Philippus gewertet werden darf.

Auch wenn viele glaubten, bereits alles über die Flüchtlingsproblematik zu wissen: Vieles war doch neu und insbesondere die Position der EKD angesichts dieses Problems war von hohem Interesse. Der Referent brachte neue Zahlen und Fakten sowie die neuen einschlägigen gesetzlichen Regelungen, vor allem aber gelang es ihm die biblische Grundhaltung durch viele Zitate aus dem Alten und Neuen Testament den Teilnehmern nahe zu bringen. Letztlich sind es diese Bibelzitate, die es für die Evangelische Kirche in Deutschland und damit für alle Landeskirchen und Gemeinden verpflichtend machen über die grundgesetzlichen Regelungen hinaus für Flüchtlinge, Vertriebene und Verfolgte einzutreten, ihnen Hilfe und Förderung (Sprache) zukommen zu lassen.

Eine lebhafte Diskussion schloss sich an die Darlegungen des Referenten an.

 

 

7. April 2016: Ein Abend für die Mitarbeiter

 Völlig unabhängig von der Frage, wie groß eine Gemeinde ist – und zugegeben: wir sind eine kleine Gemeinde – ist die Frage nach den Funktionen, die erfüllt werden müssen und für die Mitarbeiter benötigt werden. Die Zahl dieser Mitarbeiter ist in einer kleinen Gemeinde ebenso groß wie in einer großen. Daher darf es nicht verwundern, dass sich am 7. April über 60 Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter auf Einladung des Kirchenvorstandes trafen, um sich bei reichhaltigem Essen sowie Wein und anderen Getränken für ihren Einsatz im zurückliegenden Jahr danken zu lassen. Diesen Dank sprachen im Namen des Kirchenvorstandes Herr Dr. Dallmeier und Herr Pastor Brummer, unser augenblicklicher Vakanzvertreter, aus. Dabei beeindruckte Pastor Brummer mit der Geschichte von der wundersamen Zeitvermehrung in Anlehnung an die biblische Geschichte von der Speisung der Fünftausend mit der wundersamen Vermehrung von Brot und Fisch. An Nahrung fehlt es uns heute nicht, aber oft an Zeit, und daher lautete sein Wunsch, dass sich die oft  knappe Zeit für die Gemeindemitarbeit im Sinne der Gemeinde ohne die Hektik der Zeitnot in Ruhe und mit spürbarer Zuwendung zur Sache, um die es geht, zumindest dem Gefühl nach vermehren lasse.

Völlig unabhängig von der Frage, wie groß eine Gemeinde ist – und zugegeben: wir sind eine kleine Gemeinde – ist die Frage nach den Funktionen, die erfüllt werden müssen und für die Mitarbeiter benötigt werden. Die Zahl dieser Mitarbeiter ist in einer kleinen Gemeinde ebenso groß wie in einer großen. Daher darf es nicht verwundern, dass sich am 7. April über 60 Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter auf Einladung des Kirchenvorstandes trafen, um sich bei reichhaltigem Essen sowie Wein und anderen Getränken für ihren Einsatz im zurückliegenden Jahr danken zu lassen. Diesen Dank sprachen im Namen des Kirchenvorstandes Herr Dr. Dallmeier und Herr Pastor Brummer, unser augenblicklicher Vakanzvertreter, aus. Dabei beeindruckte Pastor Brummer mit der Geschichte von der wundersamen Zeitvermehrung in Anlehnung an die biblische Geschichte von der Speisung der Fünftausend mit der wundersamen Vermehrung von Brot und Fisch. An Nahrung fehlt es uns heute nicht, aber oft an Zeit, und daher lautete sein Wunsch, dass sich die oft  knappe Zeit für die Gemeindemitarbeit im Sinne der Gemeinde ohne die Hektik der Zeitnot in Ruhe und mit spürbarer Zuwendung zur Sache, um die es geht, zumindest dem Gefühl nach vermehren lasse.

 Der weitere Abend wurde von Armin Gröner aus Isernhagen-Süd in schon fast bewährter Weise gestaltet. Er spielte beliebte Evergreens in gekonnter Weise auf dem Flügel - stets im Wechsel mit witzigen und geistreichen Texteinlagen. So kamen „What a wonderful world“ von Louis Armstrong und „I got rhythm“ von George Gershwin ebenso zu Gehör wie „As time goes by“ aus dem Film „Casablanca“ mit Humphrey Bogart und  Ingrid Bergmann. Und auch der „kleine grüne Kaktus“ der „Comedian Harmonists“ fehlte nicht.

Das Publikum reagierte mit dankbarem Applaus und gehobener Stimmung, was der Künstler des Abends gern als Bestätigung engegennahm.

 

 8. April 2016: Luther und die 95 Thesen - Arbeitskreis "Luther", erster Abend

Der erste Abend des Arbeitskreises „Luther“ am 8. April war überraschend gut besucht. Es wurde nicht nur vom Leiter des Arbeitskreises, Dr. Martin Stupperich, vorgetragen, sondern es gab auch eine Arbeitsphase mit Stillarbeit zu ausgewählten Thesen und dazu gestellten Fragen. So ergaben sich einige Ergebnisse, die auch für die folgenden Abende von Bedeutung sind. Vor allem wurde herausgestellt,

 

  1. dass der Thesenanschlag durch Luther selbst, so wie es später überliefert wurde, vermutlich nicht stattgefunden hat, da Luther selbst die Thesen in lateinischer Sprache für eine rein akademische Disputation an einen kleinen Kreis von gelehrten Kollegen der Wittenberger Universität, aber auch anderer Universitäten verschickte.
  2. dass die Thesen ohne Luthers Zutun in kurzer Zeit überall in Deutschland bekannt wurden. Insofern ist das Datum des Beginns der Reformation durchaus gut gewählt.
  3. dass Luther lediglich eine kleine Reform wollte, nämlich die Rückführung des Ablasses auf ein theologisch vertretbares Maß.
  4. dass der Papst, so sagen es die Thesen eindeutig, von Luther als ein aufrechtes Oberhaupt der Kirche gesehen wurde. Er wisse gar nicht, was die Ablassprediger trieben, und werde dieses Treiben sogleich beenden, wenn es ihm zu Ohren komme.
  5. dass Luther über das System der Ablasswirtschaft, in das auch sein Bischof einbezogen war, gar nicht informiert war. Es wurde ihm erst später nach und nach immer klarer.
  6. dass für den Fortgang der Reformation die beiden berühmten Disputationen, die Heidelberger Disputation 1518 im Augustinerorden und die Leipziger Disputation 1519 gegen Dr. Johannes Eck entscheidend waren. Die letztere fand  in Anwesenheit des sächsischen Herzogs Georg auf der Pleißenburg in Leipzig statt. Die Thesen, zu denen Eck Luther nötigte, waren: Auch Päpste und Konzilien können irren. Verlässlich ist allein die Heilige Schrift (sola spriptura).

Leipziger Disputation, 1519, Gemälde von Julius Hübner (1806-1882)

 

 

 17. April 2016: 2. Orgelkonzert 2016 in St. Philippus

 

Unser 2. Orgelkonzert am 17.4.2016 war überschrieben mit „Scherzando – die heitere Königin“ und so war es auch. Es war eine völlig neue Orgel, die uns von Axel LaDeur präsentiert wurde. Kein Wunder, denn wenn man im Programm richtig las, ist dieser vielbegabte und vielbeschäftigte Organist in allen Sparten der Musik und der Welt heimisch.

 

Zu Beginn Joh. Seb. Bach mit der wunderbar intonierten „Fantasie G-Dur“, meisterhaft gespielt. Die Choralvorspiele verschieden interpretiert, das Flötenkonzert von Christian Heinrich Rinck abwechslungsreich, dann die „Londonderry Air“ (Noel Rawsthorne) sehr innig gespielt. Es gab majestätische Töne bei Edward Elgar, jazzverwandte neue Töne von Volker Bräutigam, wunderbar. Der Bolero von Louis Lefébure-Wély mutete spanisch an und erinnerte manchmal etwas an Drehorgelmusik. Dann waren da die übers Moor huschenden Irrlichter von Gordon Balch Nevin oder von Scott Joplin im „Entertainer“ ganz neue Töne, die fröhlich machten. Zum Schluss von Abe Holzmann ein fröhlich übersprudelndes Stück.

Kurzum, eine neue Orgel mit anderen Tönen zeigte uns die Vielfältigkeit unserer wunderbaren Orgel.

Vielen Dank Axel LaDeur, es war eine große Freude und Genuss Ihnen zuzuhören. Der dankbare lange Applaus zeigte, dass es allen sehr gefallen hatte.

 Mal sehen, was für Überraschungen uns das nächste Konzert am 29. Mai bringt.

                                                                                                                                     H. Bader

 

 Wir danken dem Verein zur Förderung des kirchlich-kulturellen Lebens in Isernhagen-Süd für die großzügige finanzielle Unterstützung des Konzertes.

 

 22. April 2016: Männerkreis Isernhagener Gespräche zum Thema Fracking

 Herr PD Dr. Udo Barckhausen, Isernhagen-Süd, sprach am 22. April im voll besetzten Gemeindesaal über „Fracking – was passiert da eigentlich wirklich?“

Die aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörer folgten mit großem Interesse den Ausführungen des Geophysikers, der in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover, arbeitet, aber ausdrücklich als Privatmann mit persönlichen Bewertungen und nicht zuletzt deshalb für das Laienpublikum verständlich referierte. Verschiedene Grafiken und Karten erleichterten es, dem sperrigen Thema über eine Stunde lang zu folgen. Zunächst wurden wir über die Begriffe aufgeklärt, dann über die Zusammensetzung der beim Fracking verwendeten chemischen Zusätze, die entgegen landläufiger Meinung nur 0,5 % des verwendeten Wassers ausmachen, das insgesamt die Wasserqualität von Schwimmbad-Wasser hat. Hier droht also eher keine Gefahr, vielmehr wären mögliche Gefahren denkbar etwa bei undichtem Bohrloch, das hochgiftiges Methan-Gas ausströmen ließe, oder bei fahrlässigem Entsorgen des Abwassers. Längere Erörterungen galten der wirtschaftlichen Bedeutung des Fracking, die in Deutschland verglichen mit den USA recht gering sei. Die Prognose des Referenten lautete, dass Öl und Gas noch lange für Heizung und Verkehr benötigt würden – es sei denn wir wären bereit uns einzuschränken.

 

6. Mai 2016: Luthers Hauptschriften von 1520 - Arbeitskreis "Luther", zweiter Abend

 

Am 6. Mai tagte wieder der Luther-Arbeitskreis im Gemeindehaus. Es stand ein umfangreiches Programm auf der Tagesordnung, denn es sollte um zwei Hauptschriften Luthers von 1520 gehen: „Von der Babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“.

Luther verstand unter Gefangenschaft zunächst drei Dinge: die Verweigerung des Laienkelches, die nach seiner Überzeugung falsche Lehre der Transsubstantiation und die Einstufung der Messe als frommes Werk und Opfer. Außer dem Abendmahl gebe es nur noch zwei weitere Sakramente, die biblisch belegt seien: die Taufe und die Beichte. Die anderen vier Sakramente der altgläubigen Kirche, nämlich Firmung, Eheschließung, Priesterweihe und Letzte Ölung, seien nicht biblisch belegt und müssten deshalb entfallen. Denn allein die Bibel, das Wort Gottes, allein Christus und allein der Glaube seien Quellen des Heils. Es könne nichts hinzugefügt werden, weder gute Werke, noch eine Heilsvermittlungsfunktion der Kirche, noch auch die vielfältigen Zusätze der christlichen Tradition. 

Im zweiten Teil des Abends ging es um die „Freiheit eines Christenmenschen“ mit dem leitenden Zitat „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Im Glauben ist der Mensch völlig frei, aber in der Liebe ist er der Knecht seines Nächsten. Es gehe darum, diesen Glauben zu predigen. 

 

 Taufe, Abendmahl, Beichte auf dem Reformationsaltar von Lucas Cranach d. Ä. in der Wittenberger Stadtkirche, 1547

 

22. Mai 2016: Jahresempfang der ev.-luth. Kirchengemeinden St. Nathanel, St. Nicolai und St. Philippus

in Bothfeld, Lahe und Isernhagen-Süd zum Sonntag Trinitatis in St. Nathanael

Der Trinitatisempfang (nach dem Sonntagsgottesdienst) war der schon im letzten Heft des „Blick vom Turm“ angekündigte offizielle Jahresempfang der vier Kirchengemeinden in der Region, nämlich der katholischen Gemeinde Heilig Geist und der drei evangelischen Gemeinden  St. Philippus, St. Nathanael und  St. Nicolai. Der Gottesdienst wurde geleitet von Pastor Rademacher, Pastor Dr. Vasel und für St. Philippus unserem Vakanzvertreter Pastor Brummer. Die Chöre der drei Kirchengemeinden machten den Gottesdienst zu einem Festgottesdienst. 

 

Nach dem Gottesdienst wurde der Altarraum von St. Nathanael durch einen Vorhang verhängt. Damit war die gottesdienstliche von der weltlichen Veranstaltung für alle sichtbar getrennt. Für diese anschließende Veranstaltung wurden in Windeseile die Stühle aus der Kirche getragen und Stehtische aufgestellt., denn es sollte Getränke und einen Imbiss geben.

 

In den Reden wurde deutlich, dass Kirchengemeinde und politische Gemeinde aufeinander angewiesen sind. Pastor Rademacher sprach für die Gemeinden, die er jeweils mit ihren Eigenheiten und Besonderheiten vorstellte. Er hob für alle drei evangelischen Gemeinden hervor, dass die Verkündigung des Evangeliums und die Verwaltung der Sakramente zwar im Zentrum stehe, dass aber die Sorge um das Wohl des Nächsten auch in ihrer politischen Dimension für sie Verpflichtung sei. Entsprechend wurde die Jahreslosung konkret auf die Willkommenskultur für die Flüchtlinge in unseren Gemeinden bezogen. Die Jahreslosung aus Jesaja 66,13: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ könne sehr wohl auch politisch gelesen werden könne.

 

Schon während des Gottesdienstes waren Pflasterboxen mit diesem Aufdruck der Jahreslosung verteilt worden, um immer wieder daran zu erinnern. Mehrere Gemeindeglieder und Kirchenvorsteher von St. Philippus wirkten an diesem Trinitatisempfang in unterschiedlichen Funktionen mit, sei es offiziell oder als Mitsänger im Großaufgebot des Chores aus allen Gemeinden. 

 

Wir bedanken uns bei allen, die diesen festlichen Empfang vorbereitet und geleitet haben. 

 

23. bis 27. Mai 2016: Greenteam-Reise zu "Fürst Pückler" 

Am 23. Mai starteten 13 Frauen des Greenteams zu einer von Christa von Plato hervorragend organisierten Reise nach Görlitz und der niederen Lausitz. Ausgangspunkt für die Unternehmungen und Ausflüge war das Hotel Börse bzw. "Herberge zum 6. Gebot" in Görlitz. Am Anreisetag hatten wir eine Führung durch Görlitz. Höhepunkt des 2. Tages war mittags ein Konzert auf der Sonnen-Orgel in der Görlitzer Peterskirche. In den nächsten Tagen wurden Ausflüge mit Bahn, Bus oder Taxi gemacht. Wir besichtigten Kloster Mariental, Bad Muskau mit Kutschfahrt durch den Park des Fürsten und Landschaftskünstlers Hermann von Pückler-Muskau und Bautzen. Am letzten Tag machten wir auf der Rückreise noch Station in Cottbus, wo wir mit Taxen zum Schloss Branitz gefahren wurden. Dort war dann eine Park-und Schlossbesichtigung und als Abschluss eine Gondelfahrt durch den Park. Diese Fahrt war ein schöner Abschluss unserer Reise. Es ging dann mit der Bahn heimwärts nach Hannover. 

Diese Reise wird uns allen lange in guter Erinnerung bleiben. 

                                                                                                            Christiane Stobäus

 

 27. Mai 2016: Männerkreis Isernhagener Gespräche zum Jahrestag der Schlacht von Verdun 1916

Der Männerkreis „Isernhagener Gespräche“ befasste sich am 27. Mai mit der einhundertjährigen Wiederkehr der großen Materialschlachten des Ersten Weltkriegs in Verdun und an der Somme.  Dr. Rainer Bendick, Osnabrück (auf dem Foto mit Herrn Stupperich, der ihn als Experten für deutsch-französische Verständigung vorstellte), referierte ausführlich über die Herausforderungen dieser Schlachten und ihre in die Hunderttausende gehenden Todesopfer. Dabei kreisten die Fragen u. a. um das Thema der Bereitschaft zum Krieg bei den zahlreichen Kämpfern beider Seiten, aber auch um das Thema der Verantwortlichkeit der politischen und militärischen Führung für die Entscheidung diesen Krieg zu führen. Bei weitem nicht alle Fragen konnten abgehandelt werden. Dafür rückte ein zentraler Aspekt des Nachdenkens über den  Ersten Weltkrieg ins Zentrum, nämlich die gänzlich verschiedene Art des Gedenkens an das weltgeschichtliche Großereignis des Weltkriegs bei Franzosen und Deutschen. Während auf französischer Seite des heldenhaften Einsatzes der Kämpfer für ihr Land gedacht wird, versuchen wir Deutschen den Weltkrieg nach Möglichkeit zu vergessen, weil wir uns mit dem Geist der damaligen Zeit nicht mehr identifizieren. Aber werden wir den Millionen deutscher Gefallener dieser Schlachten auf dem Wege der Verurteilung und des weitgehenden Verdrängens (u.a. auch in den Lehrplänen der Schulen) auch nur ansatzweise gerecht?

   

29. Mai 2016: III. Orgelkonzert 2016 in unserer Kirche

 

Am 29. Mai stand in unserer Orgelkonzert-Reihe  „Organ à la française“ auf dem Programm. Der Kirchenmusiker Matthias Heßbrüggen spielte Werke französischer und kanadischer Komponisten.

Er schreibt dazu im Programmheft u. a.: 

"Ein Orgelkonzert ganz ohne Bach, Buxtehude oder Reger? In der Tat, das Programm des heutigen Orgelkonzerts in der St.-Philippus-Kirche ist ungewöhnlich, da ausschließlich Werke aus dem französischen (Sprach-)Raum zu hören sein werden, denen man in Deutschland nicht so häufig begegnet. Dafür gibt es zwei Gründe:

Zum einen entwickelte sich die französische Orgelmusik in großer Abhängigkeit vom französischen Orgelbau: Ganz bestimmte Registertypen wurden von den Komponisten so zwingend vorausgesetzt, dass sie ihren Kompositionen die Registrierungsanweisung quasi als Titel mitgaben (So bedeutet z.B. „Plein Jeu“ das volle Spiel der Labialstimmen, im „Grand Jeu“ kommen die Zungenstimmen noch hinzu; die geforderten Soloregister werden häufig direkt angegeben – so z.B. bei Couperin). Auf einer nicht- französischen Orgel ist es manchmal etwas schwierig, diesen spezifischen Klang zu imitieren.

Zum anderen liegt es wohl daran, dass die französische Orgelmusik sich vor einem anderen kulturellen Hintergrund entwickelt hat: Während die deutsche Orgelmusik eine wichtige Quelle im evangelischen Gottesdienst und vor allem im protestantischen Kirchenlied hat, ist die französische Orgelmusik im Kontext der katholischen Messe entstanden." 

 

Die begeisterte Konzertbesucherin Hannelore Bader schreibt:

Mit diesem Konzert machte uns Matthias Heßbrüggen eine große Freude. Er war 2 Jahre bei uns Kantor und noch drei Jahre Chorleiter (also von 2002-2007), bevor er in den Schuldienst überwechselte. Unser Chor hat viel bei ihm gelernt und manches schöne Konzert aufgeführt.

Mit dem heutigen Orgelkonzert brachte er uns eine Musik nahe, die hier leider selten zu hören ist. Im Programmheft erklärt er wundervoll die einzelnen Stücke, so dass mir eigentlich nicht mehr viel zu sagen bleibt. - Ich möchte aber dennoch versuchen, einiges darüber zu schreiben:

Denis Bédards  (* 1950) "Messe pour orgue" war interessant registriert und eindrucksvoll vorgetragen. In den sechs Stücken des "Kyrie" von François Couperin (1668-1733) kamen die einzelnen Instrumente hervorragnd zum Ausdruck. Es ist nicht leicht auf unserer Orgel dies hervorzuheben. Es war beeindruckend! Dann wieder Denis Bédard mit einer Suite - majestätisch, spielerisch, fragend - mutete mich manchmal irisch an, freudig. Dieses Stück war brillant vorgetragen. Das "Gloria" von François Couperin brachte viel Abwechslung zu Gehör, wobei es Matthias Heßbrüggen wiederum sehr gut gelang, die einzelnen Instrumente hervorzuheben. Dann nochmals 2 Stücke von Denis Bédard, die ebenfalls begeisterten. Besonders die Variationen des bekannten Chorals "Nous chanterons pour toi, Seigneur" vom selben Komponisten zum Schluss waren Höhepunkt und Genuss. Unsere Orgel überrascht immer wieder.

Alles in allem ein beeindruckendes Konzert! Vielen Dank, Matthias Heßbrüggen! Die Zuhörer bedankten sich mit einem langen Applaus. 

Freuen wir uns auf das 4. Orgelkonzert 2016 am 21. 8. 2016, wenn uns neue Überraschungen erwarten.

 

 

 10. Juni 2016: Luthers Hauptschriften von 1520 - Arbeitskreis "Luther", dritter Abend

Der dritte Lutherabend befasste sich mit Luthers Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“. Es wurde eingangs die Rolle des Kurfürsten Friedrichs des Weisen (Bild, Gemälde von Lukas Cranach d.Ä.) als des Landesherrn Luthers und insbesondere die Rolle Georg Spalatins, des wichtigsten Beraters des Kurfürsten, gewürdigt. Es wurde deutlich, dass Friedrich die entscheidende Figur auf dem Schachbrett der damaligen politischen Verhältnisse war. Ohne ihn wäre Luther nach Rom ausgeliefert worden und hätte vermutlich das Schicksal des Jan Hus erlitten, der 1415 

dem Scheiterhaufen übergeben wurde.

Die Schrift an den Adel richtet Luther aber nicht nur an seinen eigenen Landesherrn, sondern an alle deutschen Fürsten. Er plädiert dafür, die kirchlichen Verhältnisse auf der Basis der Heiligen Schrift grundlegend neu zu ordnen. Der Papst in Rom, so stellt er fest, sei dazu nicht in der Lage, denn er sei der „Endchrist“ oder Antichrist, d.h. der Teufel, der sich nach 2. Thess. 2,3f. in den Tempel Gottes gesetzt hat. Von Rom sei nur Gottlosigkeit und der Verlust der Glaubenswahrheit und in der Konsequenz der Verlust des Heils zu erwarten. Schon die drei Mauern, die Rom um sich gezogen habe, lassen dies nach Luther erkennen:

  1. Mauer: Die Behauptung, der Papst stehe über allen weltlichen Herrschern.
  2. Mauer: Die Behauptung, allein der Papst sei berechtigt, die Bibel auszulegen.
  3. Mauer: Die Behauptung, allein der Papst sei berechtigt, ein Konzil einzuberufen.

Luther stellt fest, diese drei Mauern seien Machenschaften des Teufels in Rom, um eine Reform der Kirche im Ansatz ersticken zu können. Daher müsse die weltliche Obrigkeit jetzt eingreifen und selbst ein Konzil einberufen.

Luther war mit diesem Anliegen letztlich sogar erfolgreich, denn tatsächlich beschloss der Reichstag im Januar 1524 für November 1524 ein Nationalkonzil nach Speyer einzuberufen. Es scheiterte jedoch am Veto des Kaisers. 

 

17. Juni 2016: Männerkreis Isernhagener Gespräche zum Thema Kleinkindererziehung

Am 17. Juni referierte Dr. Martin Stupperich, Isernhagen-Süd, über "Vater, Mutter, Staat - der in Deutschland politisch korrekte Umgang mit Kleinkindern". Seine Ausführungen bezogen sich sowohl auf historische Befunde wie auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Kleinkinderversorgung. „Kinder sind unsere Zukunft!“, so heißt es immer gerne, aber verhält sich unsere Politik danach? Der bekannte tschechische Kinderpsychologe Zdeněk Matějček sagte einmal: „Die Kinderkrippe ist eine Einrichtung zugunsten von Erwachsenen und Kinder würden sie sich nie selber ausdenken – der Kindergarten ist dagegen eine Einrichtung für Kinder, und sie würden sich ihn nötigenfalls in irgendeiner Form selber schaffen.“ Und um diesen Entwicklungsunterschied von über drei und unter drei Jahren ging es an diesem Abend. Erst seit man zum Zweck der Geburtenkontrolle Säuglinge nicht mehr umbrachte, sondern in Findelhäuser brachte und sie auch dort nicht mehr nach einem Jahr verstarben (Medizin!), weiß man welche negativen Folgen die Heimerziehung für die motorische und geistige Entwicklung des Kleinkindes hat. Erst seit der Mitte des 20. Jh. ist bekannt, dass die ersten drei Lebensjahre des Kleinkindes über seine weitere Entwicklung und damit über sein weiteres Leben entscheiden. Wesentlich in dieser Zeit ist eine enge und verlässliche Bindung an die Bezugsperson, in der Regel die Eltern. Eine ungeheure Stressbelastung des Kleinkindes wird durch eine zu frühe Trennung von der Hauptbezugsperson ausgelöst. Dies beeinträchtigt die Gehirnentwicklung des Kindes, die sich gerade in dieser Zeit in rasantem Tempo vollzieht, so dass die erwarteten höheren Bildungsleistungen durch frühe außerhäusliche Bildungsbemühungen sich gerade nicht einstellen. Langzeituntersuchungen haben gezeigt, dass sich gesteigerte Aggressivität, innere Unruhe, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und Anfälligkeit für Infektionskrankheiten zeigen und später in der Schule und danach in auffallender Weise erhalten bleiben. Unser Kinderförderungsgesetz von 2008 könnte sich als gravierender Irrtum der Rechtsgeschichte erweisen, weil sich zeigen lässt, dass Kinder auf diesem Wege eher nicht gefördert werden. Die lebhafte Diskussion lieferte zusätzliche interessante Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem In- und europäischen Ausland.

 

23. Juni 2016: Kirchenvorstand paddelt mit dem Kindergartenteam im Drachenboot

 

Zu einer Drachenbootstour auf dem  Maschsee brachen das Kindergartenteam und der Kirchenvorstand am 23. Juni auf. Es war strahlendes Wetter und für die Landratten unter den Teilnehmern war der Blick auf Hannover vom Wasser aus ein Novum. Es war die Idee von Frau Genz und ihrem Mann, die beide tatkräftig dabei waren. Frau Genz versuchte vorne, den Rudertakt vorzugeben. Das gelang nicht wirklich, denn es gab anscheinend weiter hinten noch weitere Taktgeber, so dass das Chaos zwischendurch perfekt war, und so grenzte es an ein  Wunder, dass das Boot tatsächlich dahin fuhr, wohin es sollte. Das lag natürlich an Herrn Genz, unserem erfahrenen Bootsführer, der im Übrigen für zahlreiche Pausen und Trinkgelegenheiten sorgte. Der Vorsitzende des Kirchenvorstands, der fast ganz vorn saß, hatte sich mit einem Papierhelm einen Sonnenschutz gebastelt und war sichtlich um Stimmung bemüht, die aber wegen schmerzender Arme, Rudergefechten mit den Davor- oder Dahintersitzenden oder angespannter Konzentration derer, die ganz vorbildliche Paddler sein wollten, immer wieder zum Erliegen kam.  Nach vollbrachter Runde und fachmännischer Verbringung an Land startete das gesellige Beisammensein im Bootshaus mit Imbiss und Getränken. Es war ein interessantes und lohnendes Erlebnis, das keine Teilnehmerin und kein Teilnehmer so schnell vergessen wird.

 

 12. August 2016:  "Luther vor Kaiser und Reich", Arbeitskreis Luther, vierter Abend

An seinem vierten Abend befasste sich der Arbeitskreis Luther mit dem denkwürdigen Auftritt Luthers vor dem Kaiser und den versammelten Fürsten des römisch-deutschen Reiches auf dem Reichstag in Worms 1521. Es war die Begegnung zwischen dem durch die Bannbulle des Papstes erklärten Ketzer Luther und dem jungen Kaiser Karl V., der sich von Anfang an als Luthergegner dargestellt hatte. Er war als spanischer König derjenige, in dessen Reich die Sonne nicht unterging, da bereits die Gebiete der neuen Welt, die erst seit knapp 30 Jahren bekannt waren, zu seinem Herrschaftsgebiet gehörten. Seine Zielsetzung war die Schaffung eines fest gegründeten Imperiums auf der Basis einer reformierten katholischen Kirche in erasmischem Geist. Religiöse Spaltung musste ihm als Unterminierung dieses Zusammenhalts gelten. Luther achtete ihn, sah sich aber außer Stande, der kaiserlichen Forderung nach Widerruf nachzukommen. Sein „Ich stehe hier, ich kann nicht anders, Gott helfe mir!“ ist eine werbewirksame Verkürzung des Wittenberger Druckers, dem die tatsächliche Rede zu lang und umständlich war. Dass Luther überhaupt vor dem Reichstag auftreten konnte, dass er freies Geleit bekam und nicht als Ketzer verbrannt wurde wie Jan Hus gut 100 Jahre vorher in Konstanz, verdankte Luther seinem Landesherrn Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen, der persönlich in Worms anwesend war. Er konnte sich durchsetzen, denn Kaiser Karl brauchte seine politische Unterstützung.

Luther berief sich in seiner Schlussformulierung vor dem Reichstag auf sein Gewissen als eines der Wahrheit verpflichteten gläubigen Christen, das sich weder durch den Kaiser noch durch den Papst oder Aussagen von Konzilien zwingen lasse, denn diese alle hätten bereits nachweislich geirrt. Damit formulierte er die Grundposition des Protestantismus. Er eröffnete de facto ein neues Zeitalter der individuellen Glaubensentscheidung und in der Folge der Selbstverantwortung des einzelnen Menschen in Fragen der persönlichen Überzeugung.

 

21. August 2016: Kindergarten- und Gemeindefest in St. Philippus

Am Sonntag, dem 21. August, feierte die Gemeinde ihr Kindergarten- und Gemeindefest, das ab 11.00 Uhr mit einem Familiengottesdienst begann. Der Gottesdienst war mit fast 200 Besuchern sehr gut besucht und ganz auf die Kinder und ihr Fassungsvermögen ausgerichtet. Es spielte nicht die Orgel, sondern die Band des Popkantors. Zentraler Gedanke des Gottesdienstes war die Überlegung, dass eine christliche Gemeinde im Grunde wie ein Orchester ist: Viele Musiker, Jung und Alt, mit verschiedenen Instrumenten bzw. Gaben, aber einem Dirigenten. Alle Mitspieler gemeinsam erzeugen einen ganz besonderen Klang − und das alles zum Lob Gottes. Man konnte nicht nur fragen: Wie klingt eigentlich unser „St.-Philippus- Orchester“? Tatsächlich konnte man diesen 

Klang unmittelbar hören, denn alle versuchten die z.T. ganz neuen Lieder mitzusingen, ein Klang der viele Kinderstimmen 

 

integrierte. Nach dem Gottesdienst gab es ein ausgiebiges Mittagessen mit reichem Angebot an Salaten, Grillfleisch und Würstchen, aber auch Kuchen jeder Art. Die Hüpfburg, auf die wir schon einmal verzichten mussten, war wieder da und wirkte wie ein Kindermagnet. Alles kletterte und tobte auf dieser Burg. Auch das Murmiland mit den zahlreichen interessanten Murmelbahnen unterschiedlichster Art war wieder da. Alle bekamen das Gefühl, die zentrale Aussage der Predigt werde bei diesem Gemeindefest unmittelbar gelebt. Man könnte sie mit einem der im Gottesdienst gesungenen Lieder verdeutlichen: „Es ist nicht egal, ob du dabei bist. Du bist der Teil, ohne den die Gemeinschaft zerfällt. Es ist nicht egal, was du denkst und was du sagst. Du bist das Puzzleteil zu einer unverstellten Welt.“

 

Am Nachmittag um 17 Uhr erklang das 4. Orgelkonzert in unserer Kirche mit dem Titel„Traditionelle Musik und Jazz“, ein Konzert des Duo ZIA auf Jazztrompete und Orgel. Die Orgel spielte Lukas Storch, die Trompete und das Flügelhorn Marcus Rust. 

Die Fest- und Konzertbesucherin Hannelore Bader schreibt:

„Unser Gemeindefest bei strahlendem Wetter begann mit einem singefreudigen Gottesdienst und Popkantor. Es endete mit einem Orgelkonzert mit Jazztrompete. Gehört  so etwas in eine evangelische Kirche? Ja, warum eigentlich nicht!?! Tanzen, klatschen und singen die Menschen in Afrika nicht auch fröhlich mit ihren Gospeln in ihren Kirchen! Und so fand ich es wunderbar, auch alle Zuhörer heute, dass uns in unserer Kirche so etwas in bunter Vielfalt geboten wurde.

Das Duo ZIA ließ uns eintauchen in andere Kulturen und Welten.

Nr. 1 war ein sehr getragenes Friedenslied aus Israel. Die drängende Bitte um Frieden war unüberhörbar. Es folgte „Höre Gott mein Schreien“ aus Indien. Die Trompete spielte mal mit, mal ohne Dämpfer; so kam mit der Orgel der Tenor des Gebetes sehr gut zum Tragen. Nr. 3 war ein „Lob auf die Schöpfung“ auf indianisch. Die Soloorgel spielte sehr getragen; man hörte die Menschen ihren Tanz stampfen und tanzen. Auch die Trompete schmiegte sich dem wunderbar an. Nr. 4 kam aus dem 19. Jahrhundert aus den Südstaaten der USA. Man sah und hörte im Geiste die Sklaven ihr berühmtes Gospel auf den Feldern singen und war versucht mitzusummen. Nr. 5 taucht in die christlich-arabische Welt ein, eine Welt, die uns mit ihrem fremden Klang betört und mit der virtuosen Trompete und der Orgel zusammen gekonnt eine Einheit bildet. Nr. 6 kam aus den Anden (Peru). Es war wieder etwas Indianisches, Inka-Anmutendes, ein „Gloria, Ehre sei Gott“ mit Stampfen und Trommeln an der Orgel; die Trompete hat die Melodie und spielt wunderbar. Dann hat die Orgel die Melodie und die Trompete zeigt ihre Vielfalt. Nr. 7 kam aus Russland. Dieses Schlaflied oder auch Weihnachtslied sang mir meine russische Großmutter immer vor, als ich klein war. Leider kann ich nur den Anfang des Textes, aber auch die jungen Musiker konnten mir den Text des ersten von 28 Versen nicht sagen. Zuerst spielten sie einen ersten Vers, danach einige sehr schöne Variationen, die auf der Trompete geblasen wurden. Nr. 8 stammte aus Brasilien. „Singet dem Herrn ein neues Lied“ führte ein in das Land des Karnevals mit seinen fröhlichen Klängen von der Orgel gespielt und mit virtuosen Passagen der Trompete. Zum Abschluss erklang ein palästinensisches Friedenslied. Man hörte die drängende Bitte nach Frieden, die beide Länder, Palästina und Israel, bewegt und dennoch bis jetzt nicht in Erfüllung gehen konnte.

So war dieses 4. Orgelkonzert ein besonderes Erlebnis, da es uns mit vielen Kulturen und Ländern bekannt machte. Wir danken den beiden Musikern Marcus Rust (Trompete) und Lukas Storch (Orgel) für dieses wunderbare Konzert.

 

23. August 2016: Fahrt des Seniorenkreises von St. Philippus nach Bad Nenndorf

Zweimal im Jahr macht der Seniorenkreis einen Ausflug. Diesmal starteten wir - 30 ältere Personen - um 13 Uhr mit einem bequemen Bus nach Bad Nenndorf. Die Stadt - sie hat seit 2000 die Stadtrechte - ist seit Ende des 18. Jahrhunderts bekannt als Bade- und Kurort wegen ihrer Schwefelquellen, die als Heilmittel gegen Rheuma und Gicht genutzt werden. Unser Ziel war das Schlösschen im Kurpark. Es wurde 1806 als kurfürstliche Sommerresidenz von dem Landgrafen von Hessen-Kassel errichtet und war mehrere Jahre Residenz von Jérôme Bonaparte während seiner Regierung als König von Westphalen.

In dem wunderhübschen Gartensaal waren mehrere Tische für uns gedeckt. Während wir Kaffee und Kuchen genießen konnten, erzählte uns eine Dame in Tracht über die Trachten und das Brauchtum im Schaumburger Land, insbesondere über das Leben der Bauernfrauen im 18., 19. und 20. Jahrhundert. Sie hatte das Tragen der Trachten in ihrer Familie noch erlebt. Sie demonstrierte besonders schöne farbenprächtige Stücke und die kunstvolle Verarbeitung.  Es gab unterschiedliche Trachten zu den unterschiedlichen Anlässen. Aber immer gehörte der rote Rock  dazu mit dem blauen Schmuckband am Saum (Rotrockfrauen) und die lange Schürze. Wir konnten uns eine Puppe mit der Tracht der Täuflinge ansehen, mit viel rot, Perlenstickerei  und etlichen kleinen Spiegeln, die den Täufling schützten und eventuelle "böse Blicke" zurückwerfen sollten. Unsere nette Dame zeigte auch die Hochzeitstracht, setzte sich die schwere Perlenhaube auf, die am Hochzeitstag über der Punzmütze mit den bunten Bändern getragen wurde. Der dazugehörige  Schmuck bestand aus einer dicken Bernsteinkette, die etwa den Wert von drei Kühen gehabt haben soll, einer großen silbernen Brosche mit den Initialen der Braut, zwei Tauben (Symbol für Frieden) und einem Herz für die Liebe.

Sie erzählte von den Ehen, die in der Regel von den Eltern arrangiert wurden. Es kam darauf an, dass der Hof, auf den die Braut heiratete, groß genug war nach dem Motto:  "Liebe vergeht, Hektar besteht". Die Mitgift war teuer. Neben allem Hausrat gehörte eine Tracht zu jeder Gelegenheit dazu - bis zu 15 Trachten - z. B. auch die "nachmittags vor der Tür-sitz-Schürze". Die Trachten wurden gepflegt, aber nie gewaschen, nur gelüftet und die Flecken mit Panamaspänen entfernt. Gewaschen wurde nur die Unterwäsche aus weißem Leinen. Wir hörten auch von der Not der Bauersfrau, wenn die Ehe kinderlos blieb, kein Hoferbe geboren wurde oder wenn etwa zu früh schon ein Kind kam.

Wir hätten immer weiter zuhören mögen, waren aber zum Konzert in der Wandelhalle eingeladen. Dort spielte das Kur-Ensemble - ein Geiger und eine Pianistin - schwungvoll bekannte Musikstücke und Lieder aus aller Welt. Natürlich war auch ein Spaziergang im Kurpark möglich, für diejenigen, die noch gut zu Fuß waren.

Um 17 Uhr fuhr der Bus wieder ab. Jetzt wurde uns die moderne Landwirtschaft eindrücklich demonstriert: Wir fuhren etliche Kilometer hinter einem Mähdrescher her  mit Tempo 20 Std./km. So kamen wir sicher und dankbar für den schönen und sonnigen Tag wieder zur Philippuskirche zurück.

                                                                                                    Monika Schneider

 

 

26. August: Männerkreis Isernhagener Gespräche: Die Pestalozzi-Stiftung in Burgwedel

Am 26. August referierte Herr Landessuperintendent i.R. Hartmut Badenhop in unserem Gemeindehaus über „Die Pestalozzi-Stiftung in Burgwedel – Hilfe für hilfsbedürftige Jugendliche“. Zahlreiche Gäste waren erschienen, viele von ihnen kannten die Pestalozzi-Stiftung zwar dem Namen nach, waren aber sehr daran interessiert, mehr über Geschichte und Gegenwart dieser Einrichtung zu erfahren. Die für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mitarbeiterin der Stiftung, Lilian Gutowski, referierte zu Beginn über die neueste Entwicklung der Burgwedeler Einrichtung und übergab dann an Hartmut Badenhop, dem nicht nur über die besondere Befähigung zu anschaulicher und humorvoller Redeweise eigen ist, sondern als Sohn von Pastor Johannes Badenhop, des Leiters der Anstalt in den Jahren 1923 – 1960, über das Wissen eines Insiders verfügt. So war der Vortrag über die Geschichte der Pestalozzi-Stiftung über längere Strecken auch ein Teil seiner Familiengeschichte und es wurde deutlich, welch ausgeprägte erzieherische Vorbildfunktion der Vater in der Zeit seines Aufwachsens als Jugendlicher übernahm. Als Nazigegner und Mitglied der Bekennenden Kirche setzte er ein Verbot der braunen Uniformen auf dem Stiftungsgelände durch, und es gelang ihm durch die Kooperation mit der Wehrmacht, der er Teile der Gebäude als Reservelazarett zur Verfügung stellte, auch später jede Einflussnahme der Partei von der diakonischen Einrichtung fernzuhalten. Einzige Ausnahme blieb die Einweisung von Häftlingen zur Übernachtung in einer Scheune der Stiftung auf dem Weg nach Bergen-Belsen.

Das Wichernhaus der Petalozz-Stiftung in der Kaiserzeit

Gegründet von Hannoverschen Honoratioren im Jahr 1846 konnte die Pestalozzi-Stiftung zu dieser Zeit bereits auf eine fast hundertjährige Geschichte zurückblicken, die Hartmut Badenhop unterstützt von Bildern aus früheren Jahrzehnten interessant zu schildern verstand. Waren es anfangs verlassene und arme Kinder, z.T. auch geistig behinderte Kinder, die in Burgwedel Aufnahme und die überall in den niedersächsischen Gebieten in Pflegefamilien Aufnahme fanden, so sind es heute vor allem Behinderte oder vom Jugendamt eingewiesene Jugendliche, die in Burgwedel Aufnahme und Arbeit  finden.

Es war ein hochinteressanter Abend mit einer lebhaften Diskussion, die noch zahlreiche zusätzliche Aspekte eröffnete.

 

 

4. September 2016: 5. Orgelkonzert in St. Philippus „Konzertante Orgelmusik“

Beim 5. Orgelkonzert saß Prof. Ulfert Smidt an der Orgel. Smidt ist Organist der Marktkirche Hannover und zugleich künstlerischer Leiter der dortigen internationalen Orgelkonzertreihe. Außerdem arbeitet er als Dozent an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Heute erwartete uns ein besonderes Konzert. Ulfert Smidt führte uns ein in die verschiedenen Musikstücke und spielte sie dann auf der Orgel vor.

  1. Johann Sebastian Bach (1685-1750): Toccata F-Dur war das erste Stück mit seinen harmonisch unerwarteten Sprungschritten. Besonders zu erwähnen ist das lange Pedalsolo, was dann in den Manualen in wunderbarer Registrierung je vier und zwei Fuß, Mixtur und Prinzipal wiederholt wurde. Eine großartige Darbietung dieser bekannten und wundervollen Toccata.
  2. Georg Böhm (1661-1733) war seit 1698 Organist an der Johanniskirche in Lüneburg. Bach war kurze Zeit Schüler bei ihm in Lüneburg. Die „Partita“ behandelt die Melodie der Arie „Jesu, Du bist allzu schöne“ mit vielen verschiedenen Variationen. Unsere Orgel ist nach dem Barockprinzip gebaut und daher sehr gut für solche Musik geeignet. Alle Register kamen nacheinander zum Klingen. Facettenreich dargebracht, wunderbar.
  3. Dietrich Buxtehude (1637-1704): Auch bei ihm ging Bach in die Schule, 1705 in Lübeck. Smidt spielte den Choral „Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist“ mit einem besonderen Register, welches dem Ganzen ein Flair gab, welches andächtig machte. Ein großer Genuss, unsere Orgel hat völlig neue Möglichkeiten eröffnet.
  4. Johann Sebastian Bach (1685-1750): Die Gigue h-moll wurde uns vorgespielt, fröhlich, kunstvoll mit perlenden Tönen vorgestellt. Auch hier wieder neue Töne unserer Orgel, die uns zum Staunen brachten.
  5. Johann Sebastian Bach (1685-1750): Die prachtvolle und bekannte Toccata d-moll, gewaltig und eindrucksvoll. Selten habe ich sie so kunstvoll gehört in der Darbietung, in Registrierung und Temperament. Toll.

Danke Ulfert Smidt für dieses ganz besondere Konzert, welches mit starkem Applaus belohnt wurde.

                                                                                                          Hannelore Bader

 

6. September 2016: Woche der Diakonie – Pastorin Fricke berichtet aus der JVA Sehnde

Im Rahmen der diesjährigen „Woche der Diakonie“ hat unsere ehemalige Pastorin Kirsten Fricke von ihrer neuen Arbeit in der Gefängnisseelsorge in Sehnde berichtet. Ihre Zuhörer/innen folgten mit großem Interesse den Ausführungen über eine fremde Welt.

Die Anstalt ist zwar neu und sieht recht ansprechend aus, die (Einzel-)Zimmer sind – anders als man das aus Fernsehfilmen kennt – modern und mit Fernseher eingerichtet, sogar mit Nasszelle ausgestattet – der Alltag gestaltet sich dann aber doch schwierig und Frau Fricke sah manche Details der Organisation und Betreuung durchaus kritisch. So hätte sie sich etwa gewünscht, dass sog. Ersatzfreiheitsstrafen anstatt mit Gefängnis mit Sozialarbeit vergolten würden. Viele kritische Punkte seien dem Sparzwang geschuldet, weil etwa für Therapie und Vollbeschäftigung nicht genügend Personal bereitgestellt werden könne. Die Berichte über „typische“ Straffälligen-Karrieren waren bedrückend, die Angebote zur Resozialisierung aber durchaus vielfältig – Deutsch- und Leselern-Kurse, Schulabschlussmöglichkeiten, berufliche Maßnahmen und Werkstätten. Dazu kommen Musikangebote, Gesprächskreise, und vor allem die Angebote der drei Seelsorger. Letztere bestehen – neben den sonntäglichen Gottesdiensten - sehr wesentlich aus Einzelgesprächen, die unter den Gefangenen einen hohen Stellenwert haben, sind die Seelsorger doch aufgrund des Beichtgeheimnisses und ihrer von der Beamtenhierarchie der JVA unabhängigen Stellung außerordentliche Vertrauenspersonen.

Die Zuhörerschaft hatte viele Fragen zu dieser besonderen seelsorgerlichen Herausforderung, die zwischen Straftat, Analphabetentum und Sprachbarriere ihren Weg zu den ständig wechselnden „Gemeindegliedern“ finden muss.

 

 

 9. September 2016 - Lange Nacht der Kirchen in St. Philippus

 

"Menschen wie wir wir unter ihnen durften nicht bleiben und konnten nicht gehen ... Menschen wie wir wir unter ihnen standen an fremden Küsten um Verzeihung bittend daß es uns gab...", so haben es die Zuhörer noch im Ohr, die an dem beeindruckenden Abend anwesend waren, an dem die Schauspielerin Ilse Dannehl aus den Gedichten von Hilde Domin (1909 – 2006) rezitierte, stets im Wechsel mit den Cellopassagen, die Ellen Maria Kienhorst einfühlsam, gekonnt und zu den Gedichtpassagen sehr gut passend vortrug. Es war die Vereinigung von Lyrik, Musik und Kunst, so sagte es der Künstler Bernd Hillringhaus aus Hildesheim. Er hatte seine Skulpturen und Bilder zum Thema Flucht und Exil im hinteren Teil der Kirche aufgebaut. Und auch die Gedichte der jüdischen Lyrikerin Hilde Domin aus den Fünfzigerjahren handeln von Trauer, Heimatlosigkeit, Flucht und Exil. Sie war erst 1961 nach 22 Jahren aus dem Exil nach Deutschland zurückgekehrt. Sie starb 96jährig im Jahr 2006. Als Grabspruch wählte sie den Spruch: „Wir setzten den Fuß in die Luft, und sie trug.“ Es waren Worte voller Zuversicht und Hoffnung, die ihr über weite Strecken so entbehrungsreiches Leben prägten.

 

 

Aber es ertönte auch fröhliche Musik an diesem Abend. Vor allem bestach die souveräne Art, mit der der Liedermacher Holger Kiesé aus Engelbostel Kinder und Erwachsene zum Singen und Mitmachen brachte. 

 

Später am Abend gab es „Swing in the Chuch“ mit dem Showchor „Barbers Spirit“ unter der Leitung von Harald F. Othmer.

Es schloss sich ein Gospel-Workshop an, das bis Mitternacht andauerte.

 Pastorin Wohlgemuth hielt abschließend die Taizé-Andacht mit Instrumentalbegleitung (Anna Barckhausen/Cello und P. Thorsten Leißer/Gitarre). Immerhin waren noch fast dreißig Teilnehmer/innen in der Kirche, als lange nach Mitternacht am Ende der Langen Nacht das letzte Lied verklungen war.

 

 
 

 

17. September 2016: Ökumenefahrt auf den Spuren des Architekten Dieter Oesterlen

 

Am  17. September fand eine Sonderveranstaltung des Männerkreises in Kooperation mit dem gemeindeübergreifenden Ökumenekreis in Gestalt einer gemeinsamen Busfahrt zu den Standorten der hannoverschen Architektur Dieter Oesterlens (1911-1994) statt. Organisiert hatte die Fahrt Werner Peycke, der auch sonst zahlreiche Gemeindefahrten  vorbereitet. Er hatte als Referenten Eckhardt Rechenbach gewonnen, der selbst Schüler Oesterlens war und Architekt ist. Herr Rechenbach hatte schon früher im Männerkreis Isernhagener Gespräche über Oesterlen referiert, so dass diese Fahrt eine Ergänzung darstellte. Erstes Ziel war das Gemeindezentrum „Arche“ in Laatzen, wo einerseits die Geländegestaltung (Abb.), andererseits und vor allem aber der Kirchenraum faszinierte. Über die später nach Oesterlen eingebaute Plastik und das Rundfenster an der Stirnseite des Raumes gingen die Meinungen auseinander. Neu für alle, die schon bei Konzerten im Großen Sendesaal des NDR am Maschsee waren, war der Blick hinter die Kulissen in die Gänge und Innenhöfe, die Oesterlen in den Fünfzigerjahren für den Neubau des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) geplant und verwirklicht hatte. Von dort war es nicht weit zum Sprengel-Museum, wo die Gruppe sich im Restaurant zum gemeinsamen Essen einfand. Dass Oesterlen auch im Schulbau tätig war, zeigte das Beispiel der Wilhelm-Busch-Schule in Ricklingen. Über die Grenzen Hannovers hinaus bekannt wurde Oesterlen vor allem durch seine gelungenen Kirchenbauten. Leider gelang es nicht, für die geplante Besichtigung der Martinskirche in Linden an die Kirchenschlüssel zu gelangen. Neben dem Historischen Museum, der Baustelle des Niedersächsischen Landtags und der Leine-Wasserkunst besuchten die Teilnehmer auch den Britischen Soldatenfriedhof in Hemmingen, letzteres stellvertretend für einen deutschen Soldatenfriedhof, den Oesterlen in den italienischen Alpen geschaffen hatte. Es war eine sehr informative Fahrt mit vielen neuen Eindrücken aus der hannoverschen Architekturgeschichte.

 

 

23. September 2016: Männerkreis Isernhagener Gespräche zum Thema "Klippschliefer - Luthers Kaninchen"

An diesem Abend referierte Herr Prof. von Engelhardt über das Thema „Der Klippschliefer. Luthers Kaninchen. Ein lebendes Fossil der Evolution. Es ähnelt den Murmeltieren, ist aber verwandt mit Elefanten und Seekühen.“ Mit dieser Themaformulierung war der Ablauf des Abends fast vorgegeben. Es fehlten noch die Details, die der Referent reichlich nachlieferte, so dass alle, die schon aufgrund der Titelformulierung mit großer Spannung gekommen waren, am Ende mit großer Zufriedenheit heimkehrten. Denn es gelang dem Referenten Prof. von Engelhardt mit der ihm eigenen Eloquenz den Klippschliefer als lebendiges Fossil in den großen  Zusammenhang der Naturgeschichte und der Evolution einzuordnen und für die  anwesenden Laien deutlich zu machen, warum man so lange gerätselt hat, an welcher Stelle des phylogenetischen Baums der Klippschliefer eigentlich unterzubringen ist. Als schließlich herauskam, inwiefern er mit den Elefanten und Seekühen verwandt ist, waren fast alle nicht schlecht erstaunt. Der Referent sprach von einer Odyssee der Zuordnung zu den Tiergruppen, d.h. der Klippschliefer irrte von einer zur nächsten Stelle im Entwicklungsstammbaum. Für Luther war es ganz einfach, als er die Bibel übersetzte: Es waren „Kaninchen“. Aber zahlreiche Detail widersprechen dieser Zuordnung. Sie erfordern jedoch ein genaues Hinsehen: Kaninchen haben keine Rückendrüse, keine brustständigen Zitzen, schon gar nicht eine so überlange Trächtigkeitsdauer wie die Schliefer, von den  dreifach vorkommenden großen Darmkammern ganz zu schweigen. Und wer hat schon einmal ein Kaninchen eine senkrechte Felswand hinauflaufen sehen?  Die speziellen Pfoten des Klippschliefers machen es möglich. Trotz all dieser und noch viel mehr ungewöhnlicher Informationen hatten die zahlreichen Besucher hinterher sehr viele Fragen. Es war ein lebendiger Abend.

 
 
14. Oktober 2016: Luther als Prophet der Endzeit - Arbeitskreis "Luther", fünfter Abend

Lukas Cranach der Ältere: Die Babylonische Hure (1534)

 

Der fünfte Lutherabend des Luther-Arbeitskreises stand unter dem Thema „Luther als Prophet der Endzeit. Antichrist und Jüngster Tag“.  Es ging um die Endzeiterwartung Luthers und die Selbstwahrnehmung Luthers als Prophet dieser Endzeit. Dabei wurden zunächst einige zentrale Begriffe geklärt, wie z.B. der Begriff Apokalyptik und der Begriff Antichrist oder Widerchrist, den Luther oft gebrauchte. Es wurden zudem die zentralen Bibelstellen aufgeführt, aus denen die apokalyptische Weltsicht der Zeit Luthers, aber auch der Jahrhunderte zuvor hervorgeht. Auch die häufig auftauchenden Bilder, wie das der Hure Babylon aus Offenbarung 17, das von Lukas Cranach u.a. gemalt wurde, aber auch Grafiken vom Ablauf der Weltgeschichte nach den Vorstellungen der Bibel wurden gezeigt. Um aber vollständig zu sein, enthielt der Vortrag auch eine Beschreibung der chiliastischen Auslegung der Bibelstellen, in denen das Tausendjährige Reich der Bindung des Satans in Ketten - nach Augustin die Zeit der Kirche – enthalten ist. Verschiedene Arten des Tympanon großer Dome Europas zeigen dieses endzeitliche Drama, das daher den Menschen der Reformationszeit gänzlich geläufig war. Nach dieser Vorbereitung befasste sich der Arbeitskreis mit den frühen Zeugnissen der apokalyptischen Einstellung Luthers, der man bei ihm seitdem auf Schritt und Tritt begegnet. Hier war vor allem die Schrift „An den christlichen Adel“ zu beachten. Diese Grundhaltung Luthers hatte erhebliche Konsequenzen für den Verlauf der Reformation. Das Fazit war, dass Luther von der Nähe der Ankunft Christi zum Jüngsten Gericht überzeugt war und dass sich somit unser heutiges Weltbild von dem Luthers fundamental unterscheidet, das aber die Gültigkeit der Glauben und Kirche betreffenden reformatorischen Erkenntnisse Luthers bis heute für die evangelische Kirche maßgeblich sind. 

 

 

23. Oktober 2016: Konzert in St. Philippus - „Musikgeschichten“

Unser 5. Konzert am 23. Oktober 2016 bescherte uns Gesang und Klavier von verschiedenen Komponisten. Die beiden Künstlerinnen sind sehr konzerterfahrene und weit im In- und Ausland herumgekommene Musikerinnen, wie uns das Programm erläuterte. 

Ich werde nun die Abfolge des wunderbaren Programms einzeln aufführen. Zuerst spielte die Pianistin Claudia Rinaldi zwei Stücke von Claude Debussy (1862-1918), brillant vorgetragen; eindrucksvoll das 2. Stück von der versunkenen Kathedrale, in dem das Meeresrauschen und Glockengeläut besonders hervortraten. Zu diesem Stück las Frau Rinaldi eine Legende vor.

Dann folgten russische Kinderlieder aus der „Kinderstube“ von Modest Mussorgsky (1839-1881). Der Text wurde von Frau Dorothee Velten mit großem schauspielerischem Talent und Mimik vorgetragen. Toll auch das Zusammenspiel von Pianistin und Sängerin. 

Die Stücke aus den „Kinderszenen“ op. 15 von Robert Schumann (1810-1856), besonders natürlich „Träumerei“ und „Der Dichter spricht“, spielte Frau Rinaldi sehr eindrucksvoll und einfühlsam, ein Genuss zuzuhören.

Es folgten drei Stücke von Clara Schumann (1819-1896). „Er ist gekommen“, sehr stürmisch, „Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht“ und die berührende „Loreley“, wundervoll gesungen.

Danach hörten wir die g-moll Ballade op. 23 von Frédéric Chopin (1810-1849), ein anderer Chopin, als wir ihn kennen, großartig gespielt. Zum Schluss wurden 4 Kinderlieder von Francis Poulenc (1899-1963) auf französisch gesungen.

Als Zugabe erfreute uns Frau Velten mit dem berühmten Schlaflied von Johannes Brahms (1833-1897) „Guten Abend, gute Nacht“, sehr innig gesungen. Dieses Lied hat Brahms für die Schumann-Kinder komponiert. 

Frau Veltens klare Stimme war in allen Vorträgen zu bewundern und mit dem Klavier in voller Harmonie. Und so war der ganze Abend ein Hochgenuss. Vielen Dank an Frau Rinaldi und Frau Velten! Der starke Applaus zeigte, dass es allen gefallen hat.

                                                                                                                                           Hannelore Bader

 

 

31. Oktober 2016: Reformationsfest in St. Philippus

 

Mit der zweiten Feier des Reformationsfests in St. Philippus war praktisch eine neue Tradition begründet. Die Gemeinde St. Philippus wird in jedem Jahr am 31. Oktober das Reformationsfest feiern. Dabei liegt der Akzent nicht nur auf „Reformation“, sondern auch auf „Fest“. Schon dieses zweite Mal zeigte, dass sich die Form des Festes bewährt hat. Es ist ein Feiermahl, zu dem Katharina von Bora in fiktiver Form einlädt und bei dem Luther in bewährter Weise eine Tischrede hält. Diese Tischrede wurde diesmal als

Zwiegespräch des Ehepaars Luther gestaltet, aufgeführt durch das Ehepaar Stupperich. Beide spielten Luther und Katharina von Bora im engagierten Gespräch. Dabei stellte Luther sich als der volksmissionarisch wirkende Lehrmeister gegenüber seiner Frau dar, denn Frau Käthe wies theologisch zum Thema Nächsten- und Feindesliebe durchaus noch Weiterbildungsbedarf auf. Käthe hingegen zeigte sich ihrerseits in familieninternen Dingen als mahnende Gattin, vor allem bezogen auf die Kinder. Beide einigten sich, die Musik zum Thema des Familienlebens zu machen und es vor allem nicht an Fröhlichkeit fehlen zu lassen. Deshalb wünschte sich die Frau Lutherin das von ihrem Gatten gedichtete Lied „Die beste Zeit im Jahr ist mein, da singen alle Vögelein ...“, vorgespielt auf dem Flügel von „Magister Arminius“ (Armin Gröner). Das Fest hatte bereits mit einer „Fanfare“ und einem Präludium begonnen. Nach der Tischrede spielte Armin Gröner die „Air“ von Bach und leitete damit den zweiten Teil ein, der unter dem Titel „Luthertexte zur Musik“ stand. Verschiedene Mitglieder unserer Gemeinde rezitierten Aussprüche von Luther. So hieß es zum Beispiel: „Die Musik ist die beste Gottesgabe, sie ist das größte, ja wahrhaftig ein göttliches Geschenk und deshalb dem Satan völlig zuwider. Durch sie werden viele und große Anfechtungen verjagt. Musik ist der beste Trost für einen verstörten Menschen, auch wenn er nur ein wenig zu singen vermag. Sie ist eine Lehrmeisterin, die die Leute gelinder, sanftmütiger, vernünftiger macht ...“

Der Gemeindesaal war brechend voll, aber alle hatten einen Platz an einem Tisch bekommen, so dass dem gelungenen Festmahl, das sich anschloss, nichts im Wege stand. Dank an alle, die sich beim festlichen Rahmen und dem rustikalen Essen engagiert haben!

 

4. November 2016: Männerkreis Isernhagener Gespräche 

Am 4. November fand ein sehr gut besuchter Vortrag von Staatssekretär a.D. Dr. Josef Lange über „Martin Luther – Reformer und Reformator. Eindrücke 500 Jahre nach der Reformation aus der Sicht eines Katholiken“ statt. Durch eine notwendige Terminverschiebung war eine Terminkollision entstanden, die aber durch die Verlagerung des Vortrags aus dem Gemeindesaal in den Kirchenraum neutralisiert werden konnte. Der Referent, Vorsitzender des Gemeindebeirates der katholischen Heilig-Geist-Gemeinde in Bothfeld,  stellte zunächst seinen beruflichen Werdegang vor, um dann auf Martin Luther als Menschen des 15./16. Jahrhunderts einzugehen. Er schilderte diese Zeit als Zeit des Umbruchs ausgehend von der Kultur der Renaissance in Italien, die dann auf ganz Europa ausgestrahlt und sich mit den seefahrenden Nationen in der Welt verbreitet habe. Im Zusammenhang mit dem Menschen Luther musste dies heißen, Luther bereitete einem kirchlichen Umbruch in einer Zeit weltweiten Umbruchs den Boden. Lange stellte einige Positionen Luthers besonders heraus. Dabei überraschte, dass er die vieldiskutierte Haltung Luthers zu den Juden und den Bauern kaum erwähnte. Deutlich aber zeigte er, dass die 95 Thesen noch keineswegs papstfeindlich orientiert seien. Anders sei dies bereits in der Schrift „An den Christlichen Adel Deutscher Nation“. Zugleich beschrieb er den Stolz von Luthers Landesherrn auf seine Universitätsgründung in Wittenberg und auf seinen berühmten Professor, ein Stolz, der ihn auch veranlasste, seine schützende Hand über diesen zu halten. Luther habe Glaubensaussagen der Kirche zugespitzt.  So habe er die Grundlage des Glaubens in dem Dreischritt sola fide – sola gratia – sola scriptura (allein durch Glauben – allein durch Gnade – allein durch die Schrift) gesehen. Er habe die Rechtfertigungslehre als zentrale Aussage seiner Theologie formuliert. Allerdings gehöre dieser Punkt zu den inzwischen nicht mehr strittigen Punkten zwischen beiden Kirchen. Sehr kritisch sah der Referent die Übertragung der Bischofsgewalt auf die Fürsten als Notbischöfe, denn manche seien in ihrem Verhalten wenig christlich gewesen.

Die anschließende Diskussion im Gemeindehaus war lebendig und konstruktiv und sprach einzelne Punkte nochmals sehr direkt an. 

 

 

4. November 2016: Kinoabend für 5- bis 14-Jährige 

Als zweite Veranstaltung für Kinder und Jugendliche in diesem Jahr fand am Freitag, 4. November, in der Zeit zwischen 16.30 Uhr und 19.00 Uhr im Gemeindehaus von St. Philippus ein außerordentlich gut besuchter Filmevent für 5- bis 14- Jährige statt. Der Film war altersgerecht ausgesucht; einigen ganz Kleinen war es dennoch zu aufregend, sie flüchteten zu Frau Leinpinsel auf den Schoß! 

Der Teilnahmebeitrag betrug nur die Anerkennungsgebühr von 1,- €. Die Kosten für Getränke und jede Menge Popcorn übernahm der „Verein zur Förderung des kirchlich-kulturellen Lebens in Isernhagen-Süd“. 

 

 

8. November 2016: Gespräche mit dem Nachbarn

 

Nachdem am 18. Oktober die Künstlerin Angelika Mantz, die in ihrem Atelier in der Großen Heide und in einem chinesischen Dorf wirkt, über ihr „Leben zwischen Isernhagen-Süd und in einem südchinesischen Dorf wirkt“ berichtet hat, war am 8. November Alexander Wienke zu den „Gesprächen mit dem Nachbarn“ eingeladen. 

Alexander Wienke war zwei Semester als Student der Luftfahrttechnik in Moskau und berichtete den Zuhörern über seine Erfahrungen in Wort und Bild. Die kurzweilig vorgetragenen ganz frischen Eindrücke von seinem Studienaufenthalt reichten von seinen anfänglichen Problemen mit der russischen Sprache, von den eindrucksvollen touristischen Attraktionen in der riesigen Metropole Moskau (von der Zwiebelturm bewehrten Basilius-Kathedrale bis zu den prachtvollen Metro-Stationen und den hell erleuchteten unendlichen Schlittschuhbahnen in den winterlichen Moskauer Parks), vom Umgang mit russischen und anderen Studenten und den Grenzen der Kommunikation, von den überaus kostengünstigen und weitläufigen Freizeitmöglichkeiten, von der erstaunlichen Ausstattung und Zugänglichkeit des öffentlichen Raumes mit schnellem Internet. Die Bilder unterlegten anschaulich die Erzählungen. Am Ende musste der Referent noch viele Fragen beantworten und konnte seinerseits noch manche Russland-Erfahrung seiner Zuhörer aus früheren Zeiten mit nach Hause nehmen.

 

10. November 2016: Komm, wir gehen Laterne 

 

Der Förderverein des St. Philippus-Kindergartens veranstaltete am 10. November, um 17 Uhr, einen großen Laternenumzug. Der leichte Nieselregen hatte die große Zahl Eltern und Kinder nicht davon abgehalten, mit ihren leuchtenden Laternen mit der Bläserklasse der Herschelschule zu einem Umzug ums Viertel über den Jägerstieg und Holderbusch aufzubrechen. Zwischenstopp wurde am Seniorenheim "Am Holderbusch" gemacht, wo die Bläser Laternenlieder anstimmten. Zurück im Kindergarten konnten von allen warme Getränke, Hot Dogs oder Brezeln zu kleinen Preisen verzehrt werden. 

 

 

11. November 2016: Luther, Müntzer und der Bauernkrieg 1524/25 - Arbeitskreis "Luther", sechster Abend

 

Der Abend stand unter der deutlichen Prämisse, den historischen Luther zu Wort kommen zu lassen, nicht eine erdachte Gestalt, der man wie einem Zeitgenossen begegnet und nach Maßgabe heutiger politischer Korrektheit beurteilt. Lässt man sich auf den historischen Luther ein, dann ergibt sich das Bild eines Mannes, der sich selbst in der Rolle eines Propheten der Endzeit sah und von seinen Zeitgenossen auch so gesehen wurde.  Als Prophet der Endzeit nahm Luther zu den Ereignissen seiner Zeit Stellung. Er redete den Bauern in seiner Schrift „Ermahnung zum Frieden auf die 12 Artikel der Bauernschaft in Schwaben“ von Ende April 1525 ins Gewissen. Vor allem aber forderte er die Fürsten auf, die Unterdrückung der Bauern einzustellen und sich ihnen gegenüber evangeliumsgemäß zu verhalten. Den Bauern aber sagt er, dass ihnen das Recht zum gewaltsamen Aufstand nicht zustehe. Vielmehr seien sie nach Paulus verpflichtet, sich der Obrigkeit zu unterwerfen, denn diese habe die Aufgabe Recht und Ordnung zu pflegen. Aufständische Bauern und Obrigkeit werden hier als Christen gesehen. Als Luther kurz darauf durch das thüringische Aufstandsgebiet reist, erlebt er die zahlreichen Gräueltaten der Bauern und kommt zu einer radikalen Meinungsänderung. Jetzt sieht er die Bauern als Inkarnation des Teufels und des Antichristen und fordert in einer weiteren Schrift die Fürsten zum rücksichtslosen Kampf gegen die Bauern auf. Auf die Entscheidungsschlacht von Frankenhausen am 15. Mai 1525 hatte die Schrift aber keinen Einfluss mehr. Dort in Frankenhausen hatte sich Thomas Müntzer mit seinen 5000 Bauern in einer Wagenburg verschanzt. Er predigt ihnen als chiliastischer Apokalyptiker, sie möchten sich von der Übermacht der Fürsten nicht schrecken lassen. Gott werde eingreifen und ihnen den Sieg geben. Statt zu fliehen singen die Bauern daher geistliche Lieder bis die Landsknechte in die Wagenburg dringen und so gut wie alle erstechen. 

Luther hat diese Niederlage der Bauern, das muss man klar erkennen, als göttliche Gnade gesehen. Sie seien Satan und Antichrist in anderer Gestalt und bedrohten die Christen. Jetzt vor dem Ende aber gehe es darum, die wahren Christen vor den Umtrieben des Teufels zu schützen.

Eine lebhafte Diskussion beendete den 6. Luther-Abend.

 

 

20. November 2016: Orgelkonzert in St. Philippus in memoriam Prof. Dr. Fanselau

Unter dem Motto „Schauen der Ewigkeit“ fand unser letztes Orgelkonzert in diesem Jahr statt. Eigentlich wollte Herr Prof. Dr. Fanselau dieses Konzert spielen. Doch leider musste er seine geliebte Orgel schon im Herbst wegen seiner schweren Krankheit aufgeben; er verstarb am 10. Oktober 2016.

Matthias Heßbrüggen übernahm in gekonnter und brillanter Weise den Orgelpart und führte uns durch ein „Konzert der leisen Töne“.

Es begann mit Johann Sebastian Bachs (1685-1750) berühmter Canzona in d-moll (BWV 588), welche Heßbrüggen mit fein abgestimmter Registrierung vortrug. 

Herr Dr. Dallmeier erinnerte in bewegten Worten an Prof. Dr. Fanselau, seinen Lebensweg und das Leben mit der geliebten Orgel und als Organist in unserer Gemeinde.

Ein finnisches Volkslied wurde von Pia Kirk innig und mit wunderbarer Stimme vorgetragen. 

Die vier Psalmen-Auszüge, zwischen den Musikstücken von Pn. K. Wohlgemuth vorgelesen, ergänzten sich gut mit dem Programm und machten nachdenklich. 

Remo Giazottos (1910-1998) Adagio in sol minore war wunderbar gespielt und registriert. Dietrich Buxtehudes (1637-1707) Passacaglia in d begann schlicht, um dann mit gewaltigen Tönen zu überzeugen. Auch Georg Böhms (1661-1731) Choralbearbeitung zu „Vater unser im Himmelreich“ überzeugte durch seine Klarheit und eindrucksvolle Registrierung. Bei Johannes Brahms (1833-1897) spürte man die tiefe Gläubigkeit, die Heßbrüggen zu den Choralvorspielen über „O Welt, ich muss dich lassen“ durch sein Spiel vermittelte.

Johann Sebastian Bach - es ist immer wieder ein Genuss, die Choralvorspiele zu hören, besonders wenn sie so eindrucksvoll gespielt werden. Von den drei Stücken von Robert Jones (*1945) war ich sehr berührt durch ihre Schlichtheit, Innigkeit und Eindringlichkeit. Den Schluss bildeten Denis Bedards (*1950) Variations sur ‚Sine Nomine’. Es begann mit dem Thema, wurde lustig, beschwingt, besinnlich, volltönend und gewaltig.

Es war ein wunderbarer Abschluss dieses eindrucksvollen Konzertes. Herzlichen Dank an Matthias Heßbrüggen, der uns mit dem „Konzert der leisen Töne“ eine große Freude bereitet hat.

                                                                                                 Hannelore Bader

 

                                                                           

25. November 2016: Männerkreis Isernhagener Gespräche

Am 25. November referierte Herr von Samson über das Thema „Der Johanniterorden in Geschichte und Gegenwart“. Der Referent konnte als Insider gelten, denn er ist selbst Ritter dieses Ordens, der heute nach wie vor existiert und im diakonischen Bereich eine sehr bedeutende Rolle spielt. Die Krankenpflege war von Anfang an ein wichtiger Tätigkeitsbereich dieses Ritterordens, dessen Anfänge in der Zeit des ersten Kreuzzugs im 11. Jahrhundert liegen. Damals betrieb der Spitalorden, der sich nach dem Ersten Kreuzzug in einen Ritterorden umwandelte, ein Spital in Jerusalem. Im weiteren Verlauf der Kreuzzüge geriet der Orden immer mehr in Bedrängnis und musste schließlich nach Rhodos ausweichen, wo er sich neu etablierte. 

Der Referent erläuterte ausführlich die Organisationsstruktur des Ordens, der schon um 1300 über zahlreiche Kommenden in ganz Europa verfügte und der sich zum Zweck der besseren Verwaltung in eine Reihe von Ordensprovinzen (Balleyen) untergliedert. Die offizielle Bezeichnung des Johanniterordens ist „Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem“. Es ist der protestantische Zweig des Gesamtordens, dessen katholischer Zweig unter der Bezeichnung  „Malteserorden“ bekannt ist. In Deutschland ist der protestantische Johanniterorden seit 1947 Bestandteil der Evangelischen Kirche in Deutschland.Der Johanniterorden mit seinen 4000 Rittern weltweit ist Träger der international arbeitenden Johanniter-Unfallhilfe (JUH) mit 1,4 Millionen Mitgliedern in Deutschland. Zudem trägt er die Johanniter-Schwesternschaft und Krankenhäuser sowie andere karitative Einrichtungen, z.B. Altenpflegeeinrichtungen und die Johanniter- Hilfsgemeinschaften (JHG). Um den modernen Erfordernissen besser gerecht zu werden, hat der Johanniterorden die „Johanniter GmbH“ als Trägergesellschaft für seine diakonischen Einrichtungen gegründet. 

Das Referat fand bei den sehr zahlreich erschienenen Teilnehmern dieses Abends lebhaften Zuspruch. Die Fragen waren so zahlreich, dass das Zeitlimit weit überschritten wurde.

 

27. November 2016: Spielzeugsammlung des Fördervereins - wieder ein großer Erfolg

Wie dem Bild zu entnehmen ist, war die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende Sammlung des Vereins zur Förderung des kirchlich-kulturellen Lebens in Isernhagen-Süd wieder ein voller Erfolg – die Ergebnisse der bisherigen Sammlungen wurden bei Weitem übertroffen: Am Rande des Familiengottesdienstes zum 1. Advent, zwischen 10:30 und 12:30 Uhr, wurden im Gemeindehaus von St. Philippus Bücher, Lego, Duplo, Gesellschaftsspiele, Puppen und Puppenwagen, Kinderroller und jede Menge weiteres Spielzeug, darunter sogar eine komplette Carrera-Bahn, abgegeben.

Das Spielzeug wurde im Rahmen des DEKRA-Projekts "Toys-Company" repariert und aufbereitet, um es sodann an Menschen abzugeben, die Sozialleistungen erhalten und ihren Kindern mit den Spielsachen gerade vor Weihnachten eine besondere Freude bereiten konnten. Die Reaktionen waren allseits positiv: sie haben uns angespornt, auf diesem Weg weiter zu gehen und auch künftig entsprechende Aktionen durchzuführen.

Unser großer Dank gilt allen, die unsere Aktion mit ihrem Spielzeug unterstützt und zum Erfolg geführt haben.

Dr. Martin Wienke

 

 

2. Dezember 2016: Die Lehre von den Zwei Reichen und die Lehre von den zwei Regimenten - Luther und die Obrigkeit - Arbeitskreis "Luther", siebter Abend

 Die Ausführungen des Referenten basierten vor allem auf Luthers Schrift von 1523 „Von weltlicher Obrigkeit, wieweit man ihr Gehorsam schuldig sei“.  Eingeführt wurde das Thema der beiden Reiche durch die Erläuterung des berühmten Altarbildes von Lukas Cranach d. Ä. „Gesetz und Gnade“, das er um 1535 in enger Kooperation mit Luther gemalt hatte und von dem zahlreiche Werkstattkopien angefertigt wurden. Es stellt links das Reich der Welt als den Bereich des Gesetzes und rechts das Reich Gottes und Christi als den Bereich der Gnade dar. Da im Reich Gottes weltliche Herrschaft nicht notwendig ist, konzentriert sich Luther in seinen Ausführungen im Folgenden nur noch auf das Reich der Welt. Hier herrsche Gott ebenfalls, aber mit Hilfe zweier Regimente, dem zur rechten Hand und dem zur Linken. Nach Luther ist das Regiment Gottes zur Rechten das geistliche Regiment, in dem er durch Wort und Geist wirke. Im Regiment zur Linken, dem weltlichen Regiment,  nimmt Gott die Obrigkeit (weltliche Gewalt) in den Dienst mit dem Ziel, die Welt „vor dem Teufel“ zu schützen. Den Auftrag der Obrigkeit bezeichnet er auch als das „Schwertamt“, während im Reich zur Rechten das „Predigtamt“ im Zentrum steht. Von letzterem sagt Luther, es mache „durch den Hl. Geist Christen und fromme Leute“, aber das weltliche Regiment habe die Aufgabe, „den Unchristen und Bösen“ zu wehren. Die Notwendigkeit des Schwertamtes begründet Luther wie stets aus der Bibel. Aber er bemüht auch Vernunftgründe, denn er führt mehrfach aus, wie es denn wäre, wenn man friedfertige Schafe und Raubtiere auf einer Weide hielte; das Ergebnis sei jedem klar. Beide Regimente sind nach Luther streng geschieden. Weder das eine noch das andere darf in den jeweils anderen Bereich hineinregieren. Sollte sich aber die Obrigkeit anmaßen Vorschriften in Glaubensdingen zu erlassen, so dürfe der Christ an dieser Stelle trotz Röm. 13,1 Widerstand leisten, denn in der Apostelgeschichte 5,29 stehe geschrieben: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Die Diskussion nahm vor allem den Aspekt des Widerstandes gegen die Obrigkeit aufs Korn und führte dabei unterschiedliche Beispiele aus Geschichte und Gegenwart an.

 

Altarbild von Lucas Cranach d. Ä., Gesetz und Gnade, um 1535

 

 

16. Dezember 2016: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Adventsfeier

Am 16. Dezember fand der alljährliche gesellige Abend des Männerkreises mit Partnerinnen und Gästen statt. Armin Gröner gestaltete das Programm mit „Besinnlichem und Amüsantem zur Adventszeit“, wie es im Programm hieß. Der Gemeindesaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Nach Klassischem am Flügel, der in der Eingangshalle platziert werden musste, folgte die leichtere Muse mit Gesang und Klavierbegleitung sowie die Darbietung zahlreicher kleinerer Gedichte vergnüglichen Inhalts. Das Publikum folgte dem Musiker und Rezitator mit lachenden Gesichtern, was diesen zu einem Publikumslob veranlasste. Man applaudierte sich gleichsam gegenseitig. Auch während der anschließenden Phase der Geselligkeit mit gemeinsamem Essen vom reichhaltigen Buffet war die musikalische Gestaltung des Abends noch nicht beendet: Armin Gröner bot immer wieder Tafelmusik mit dem Angebot, sich ungestört weiter zu unterhalten. Sowohl dies als auch das an diesem Abend ein wenig opulentere Essensangebot erzeugte eine ausgesprochen fröhliche Adventsstimmung, so dass sich der Saal nur sehr langsam leerte. Es war ein sehr anregender Abend, für den wir Armin Gröner, aber auch dem Vorbereitungsteam herzlich danken.

Die Reihe Männerkreis Isernhagener Gespräche wird im neuen Jahr fortgesetzt.

 

 

 

18. Dezember 2016: Gospelkonzert in St. Philippus

„Swinging Christmas“ war das gut besuchte Gospelkonzert überschrieben, das der Chorleiter und Organist Harald F. Othmer am 4. Advent in unserer Kirche aufführte. Das Vokalensemble „Barber’s Spirit“, ursprünglich aus einem Team von 16 Sängerinnen und Sängern bestehend, trat mit leicht verkleinerter Besetzung auf. Die amerikanischen Weihnachtsklassiker, Gospels und weihnachtlichen Popsongs erklangen weitgehend in eigenen Arrangements.   

Die Konzertbesucherin Frau Hannelore Bader schreibt:

Herr Harald Othmer kam mit einem reduzierten Chor (12 Leute). Besonders im Alt waren nur zwei Stimmen, die redlich und gut ihren Part sangen. Alles in allem war es ein gutes Konzert, die einzelnen Vorträge wurden mit starkem Applaus kommentiert. Besonders schön waren die bekannten „Ohrwürmer“ "Moon River“ und „White X-mas“. Sonst wurden die Stücke besinnlich, fröhlich beschwingt oder auch fetzig vorgetragen. Die Sänger bemühten sich die fehlenden Stimmen zu ergänzen und so fehlte es manchmal an Volumen. Aber alles in allem war es ein gelungenes Konzert, welches vom Publikum gut aufgenommen wurde. Dem Chorleiter Herrn Othmer sei Dank.

Hannelore Bader

 

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