2017

 

13. Januar 2017: Luthers Ehe und das evangelische Pfarrhaus - Arbeitskreis "Luther", 8. Abend

Ausgangspunkt der Entwicklung, die zur Eheschließung der meisten Reformatoren führte, war Luthers Schrift „De votis monasticis“ (Von den Mönchsgelübden) von 1521. Darin äußerte Luther seine Kritik am Mönchtum: Das Seelenheil sei durch strenge Lebensführung im Kloster und strikte Einhaltung von Gelübden nicht zu erreichen. Dies erreiche der Christ nur durch den Glauben an Christus. Der Glaube aber benötige kein Klosterleben und stehe jedem offen. Diese Schrift löste ab 1522 eine regelrechte Massenflucht aus den Klöstern aus. Unter diesen Flüchtigen war Katharina von Bora, die von ihrer Familie im Alter von 5 Jahren ins Kloster gegeben worden war. Sie floh nach Wittenberg, wo die Frauen im Hause Lucas Cranachs unterkamen. Luther, der eigentlich nicht die Absicht gehabt hatte zu heiraten, beteiligte sich aktiv an der Suche nach geeigneten Ehemännern für diese Frauen, denn Frauen hatten damals, wenn sie nicht in der Familie verblieben, nur die Chance ins Kloster zu gehen oder zu heiraten, wenn sie nicht ins Elend fallen wollten. Katharina von Bora entschied sich für Dr. Luther. Die Hochzeit fand im Geheimen im Juni 1525 statt. Für Luther war es die Erfüllung des Willens Gottes. Käthe entpuppte sich als eine ungemein begabte Wirtschafterin, die den Haushalt mit fast 50 Personen uneingeschränkt in der Hand hatte. Zwischen den Eheleuten entwickelte sich eine innige Beziehung. Sie wohnten weiterhin im Wittenberger Kloster, dem Augusteum, das der Kurfürst ihnen geschenkt hatte. Gemeinsam hatten sie sechs Kinder, von denen vier das Erwachsenenalter erreichten. Luther war Professor, aber nie, allenfalls vertretungsweise, Pfarrer gewesen. Dennoch wurde seine engere Familie ein Modell des späteren evangelischen Pfarrhauses, das sich nicht nur durch die Existenz einer Pfarrfrau auszeichnete, sondern vor allem auch durch die elterliche Liebe zu den Kindern geprägt war.

Gemälde von Gustav Adolph Spangenberg (1828-1891): »Luther im Kreise seiner Familie«.

 

13. Januar 2017: Ehrung unseres Kirchenvorstehers Eckard Rechenbach

Am 13. Januar wurde unser langjähriger Kirchenvorsteher Eckard Rechenbach zusammen mit anderen Ehrenamtlichen aus Hannover und Umgebung von Regionspräsident Hauke Jagau für sein öffentliches Engagement geehrt. Wir schließen uns dieser besonderen Würdigung an und danken Herrn Rechenbach für seine Arbeit in unserer Gemeinde, in der seit 1973 die Baufragen zu seinen Aufgaben zählen.

 

27. Januar 2017: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Der Niedersächsische Heimatbund

Am 27. Januar fand der erste Abend des Männerkreises aus der Themenreihe für 2017 statt. Herr Prof. Dr. Hansjörg Küster referierte über den „Niedersächsischen Heimatbund in seiner Bedeutung für Niedersachsen.“ Das Thema stieß auf großes Interesse, auch wenn vor allem die natur- und landschaftskundliche Seite der Heimatpflege zur Sprache kam.

Dass der Niedersächsische Heimatbund (NHB) eine eminent wichtige Rolle für das Land Niedersachsen übernommen hat, indem er Jahr für Jahr im Rahmen der Niedersachsentage den Ministerpräsidenten zu Gast hat und diesem die „Rote Mappe“ überreicht, um im Gegenzug die „Weiße Mappe“ entgegenzunehmen, war den Zuhörern durchaus nicht geläufig. Immerhin ist auf dem Wege des regelmäßigen Austauschs der Mappen vieles in Gang gesetzt worden, was sonst im Lande nicht die gebührende Aufmerksamkeit gefunden hätte. Blättert man durch die beiden Mappen, dann wird die ganze Breite der Betätigungsfelder des Niedersächsischen Heimatbundes (NHB) deutlich und man sieht, dass die Tätigkeit des NHB weit über natur- und landschaftsschutzbezogene Interessen hinausreicht. Auch die Geschichte Niedersachsens, seine Regionen, Städte und Gemeinden sowie die Vermittlung landesgeschichtlichen Wissens an die diversen Schülerjahrgänge unterschiedlicher Schulformen steht im Programm sehr weit oben. Zahlreiche Verbände, Heimat- und Geschichtsvereine sind Mitglieder im NHB. Auch die ländlichen Gemeinden und  städtischen Kommunen sowie die Landschaftsverbände sind hier inkorporiert. Es gehört zum guten Herkommen auf allen Niedersachsentagen, die in aller Regel an einem Wochenende stattfinden, dass auch die Ortskirche mit allen in der Region tätigen Religionsgemeinschaften zu einem gemeinsamen Gottesdienst an dem jeweiligen Sonntag einlädt.

Dennoch war das Diskussionsinteresse vor allem dem Begriff der „Heimat“ gewidmet. Und was vielleicht niemand erwartet hätte, es kam zu kontroversen Positionen in der Debatte über diesen Begriff, die über das Ende der Veranstaltung hinaus fortgesetzt wurde. Schon dies zeigt, dass es ein hochinteressanter und lebendiger Abend war. 

 

 

3. Februar 2017: Kinoabende für Groß und Klein

  

Eine schöne Tradition setzt sich fort. Seit 2011 führt der Verein zur Förderung des kirchlich-kulturellen Lebens in Isernhagen-Süd e. V. für die Kinder unserer Kirchengemeinde einen Kinoabend durch. Im Februar und November, wo es draußen noch sehr dunkel ist, kommen mittlerweile bis zu 50 Kinder ins Gemeindehaus, um dieses besondere Ereignis mitzuerleben. Mit Popcorn, Gummibärchen, Salzgebäck und Getränken wird der Kinoabend abgerundet. Schon im Hinausgehen wird oft gefragt, wann der nächste Kinoabend stattfindet. Das ist da

s beste Feedback, das wir erhalten können. In diesem Jahr wurde am 03.02.2017 um 17:00 Uhr wieder ein schöner Kinderfilm gezeigt, der sogar uns Erwachsene zum Diskutieren angeregt hat. 

 Da wir aber nicht nur die Kleinen zum Kinoabend einladen wollen, gab es im direkten Anschluss an die Kindervorstellung um 19:30 Uhr eine Vorführung für die Erwachsenen. Erfreulicherweise sind unserem Aufruf einige Kinogänger gefolgt. Auch hier waren Popcorn, Knabbereien und Getränke sehr willkommen. Den anschließend kleinen Kommentaren war zu entnehmen, dass der Abend gefallen hat und fortgesetzt werden kann.

Unser nächster Kinoabend für die Kinder wird am 03.11.2017 von 17:00 bis ca. 19:00 Uhr stattfinden. Danach sind die Erwachsenen herzlichst eingeladen, ab 19:30 Uhr einen Film zu sehen.

                                                                                                                                            Petra Leinpinsel

 

 

5. Februar 2017: Barockkonzert in der Philippuskirche

Dies war ein Konzert besonderer Art, denn alle Musizierenden waren bis auf zwei Ausnahmen (Kontrabass und 1. Geigerin) Laien aus unserer Gemeinde und näheren Umgebung (Leitung: Dr. Michael Sodt). Ich muss schon sagen: Alle Achtung! Die Künstler und Künstlerinnen hatten ihre Ziele hochgesteckt und hervorragend gemeistert. Ich habe dieses Konzert sehr genossen.

Den Antonio Vivaldi (1678-1741), Op. 47/2 für zwei Flöten und Kammerorchester, spielten sie in den drei Sätzen spritzig, innig und mit Schwung.

C. Graupner (1683-1760), Concerto d-moll, war ein etwas anderer Stil, aber doch sehr 

ansprechend und gut empfunden und vorgetragen.

Im 4. Brandenburgischen Konzert von Joh. Seb. Bach (1685-1750) erfreute die 1. Geigerin Frau Sinje Bode durch ihre großartige Leistung und Einfühlsamkeit.

Alessandro Marcello (1686-1760) wurde souverän und gekonnt bestimmt von Marie Leinpinsel mit ihrer Oboe. Bei Vivaldi spielte sie Flöte. Dieses Stück mit Orchester wurde mit viel Gefühl und Esprit vorgetragen.

Joh. Seb. Bach (1685-1750) – das bekannte und sehr beliebte 5. Brandenburgische Konzert wurde besonders gut angenommen. Querflöte, Geige und Orchester ergänzten sich in großer Harmonie. Die lange Kadenz im 1. Satz, von Michael Sodt meisterhaft gespielt, hätte einen besonderen Applaus verdient. Der 2. Satz (Querflöte, Geige, Cembalo) wurde sehr innig vorgetragen. Und der letzte Satz „Allegro“ wurde mit einer Leichtigkeit gespielt, die allen Freude und Genuss bereitete.

Die Zuhörer dankten mit großem Applaus, und wir alle hoffen, dass es eine Fortsetzung gibt, dieses Ensemble zu hören.
Herzlichen Dank an alle Musiker.

                                                                                                                                                      Hannelore Bader

 

Marie Leinpinsel schreibt über „Alte Klänge in der St. Philippus-Gemeinde“:

 

Am Abend des 5. Februars 2017 wurde von einer kleinen Gruppe von acht Musikern zu alten Klängen des Barocks geladen. Nach anfänglich nur drei Musikern fanden sich mit der Zeit zufällig weitere Musikbegeisterte, wodurch eine kleine Kammermusikbesetzung zustande kam mit Cembalo, Kontrabass, Cello, Viola, zwei Geigen, zwei Flöten beziehungsweise einer Oboe. Gemeinsam wurde ein abwechslungsreiches Programm erarbeitet und geplant.

Eröffnet wurde das gewaltige Programm mit Vivaldis Konzert für zwei Flöten. Schon die ersten Töne zogen das Publikum in den Bann. Nach einem kräftigen Applaus folgte ein Konzert für Viola und Flöte von Christoph Graupner, das etwas neuer wirkende Klänge mit sich brachte. Abgeschlossen wurde die erste Hälfte vom 4. Brandenburgischen Konzert von Johann Sebastian Bach für zwei Flöten und Geige.

Danach wurden die Gäste zu kleinen Köstlichkeiten in das Gemeindehaus zu einer entspannten Pause eingeladen, in der sich viel über die tolle Atmosphäre ausgetauscht wurde.

Der zweite Programmteil wurde mit Alessandro Marcellos sehr bekanntem wunderschönen Oboenkonzert d-Moll eröffnet. Das Publikum war erneut begeistert. Das fulminante Finale des Barockkonzerts bildete das 5. Brandenburgische Konzert von Bach für Flöte und Geige mit einer sensationellen Kadenz des Cembalos im ersten Satz. 

Nach diesem schönen Abend wünschen sich nun viele der Besucher eine Fortsetzung dieses großen Barockkonzerts und vielleicht sogar einen offiziellen Namen des Ensembles.

 

Foto: Wolfgang Beermann

 

 

10. Februar 2017: Luthers Apfelbäumchen – Kirchenordnung in der Endzeit - Arbeitskreis "Luther", neunter Abend

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich doch heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Dieser Satz wurde Luther in den Mund gelegt, trifft sein Denken jedoch erstaunlich gut. Luther wollte Tendenzen entgegentreten, dass angesichts des nahen Endes alles Arbeiten für den Erhalt der Welt ohnehin obsolet sei. Viele folgten den von Luther so genannten Schwarmgeistern, die das Zeitalter des reinen Geistes heraufziehen sahen wie Thomas Müntzer oder die Täufer von 

Münster. Wieder andere wie Andreas Karlstadt zerstörten mit Hämmern und Äxten die Heiligenbilder in den Kirchen. Es galt also, Chaos und Zerstörung vorzubeugen und umgehend ein geordnetes Kirchenwesen aufzubauen. In einer guten Ordnung sah Luther den besten Schutz gegen die Nachstellungen des Antichrist, der lt. Bibel in den letzten Zeiten vor dem Ende sein Unwesen treibe. Da diese Ordnung sofort greifen musste, ging Luther auf diejenigen Kräfte zu, die schon längst dabei waren, das Kirchenwesen in ihren Territorien immer mehr in die eigene Hand zu nehmen: die Fürsten und Städte.

Mit der Reformation erfuhr das landesherrliche Kirchenregiment seine Vollendung (Es endete erst nach dem Ersten Weltkrieg). Nun konnten die evangelischen Fürsten in ihren Territorien eigene Kirchen- und Gottesdienstordnungen einführen. Luther selbst schrieb 1526 die Deutsche Messe gleichsam als Muster. Aber auch die materielle Seite des Kirchenwesens musste neu geordnet werden. Als Muster dafür schrieb Luther die mit der Stadt Leisnig bei 

Leipzig ausgehandelte „Kastenordnung“. Sie bedeutete letztlich den Beginn eines geordneten Sozialwesens in Deutschland. Vor allem aber schickte Luther einige Mitarbeiter, vor allem Melanchthon und Bugenhagen, aus, um die Gemeinden aktiv zu visitieren und neu zu ordnen. Besonders erfolgreich war Johannes Bugenhagen in den norddeutschen und skandinavischen Ländern. Mit Melanchthon stand Luther eine Mann zur Seite, der hervorragend geeignet war, in diplomatisch geschickter Weise die Grundlehren des reformatorischen Glaubens gegenüber Kaiser und Reich zu vertreten. Er tat dies mit der Abfassung der Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis), die dann 1530 auf dem Augsburger Reichstag vor dem Kaiser verlesen wurde. 

 

 

19. Februar 2017: "Einen Fremden sollst Du nicht bedrängen" - Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten 

 

Geladen war zu einem besonderen Konzert-Abend mit dem russisch-jüdischen Komponisten Sergej Kolmanovskj, der eigene Kompositionen vortrug. Leittexte waren Auszüge aus den Psalmen Davids.

 Wenn ein Fremdling bei dir in eurem Lande wohnen wird, den sollt ihr nicht schinden. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst. (nach dem Dritten Buch Mose, 19,33 f.)

 

Beeindruckt von den vorgetragenen Texten und Kompositionen schreibt Hannelore Bader:

Das nachdenkliche Konzert begann mit einer Kantate, komponiert von Sergei Kolmanovski, die der Sängerin Alisa Kravzova (Sopran) stimmlich viel abverlangte, was sie aber souverän meisterte. Zitate aus dem Psalm Davids und eigene Texte gaben den Kompositionen ein interessantes Flair. Die etwas eigenwillige Musik passte sich den Worten und Rezitationen, gelesen von Peter Japtok im Wechsel mit dem Gesang, sehr gut an und gefiel mir gut.

 Dann folgten zwei jüdische Märchen „Warum der Rabe hüpft“ und „Der betrogene Betrüger“ mit Klavieruntermalung, welches schmunzelnd und begeistert aufgenommen wurde.

 Danach zehn Lieder nach Schwitters-Texten – Klavier: Kolmanovski, Tenor: Edgar Schäfer - , die mit Mimik und Humor vorgetragen und mit großem Applaus bedacht wurden. „Keine Rose ohne Dorn“, „Ich sing ein Lied“, „Da sprach der Herr“, „Doppel-Moppel“, „Perhaps-when?“, „Kleine süße Puppe“, „Vier Maurer“, „Onkel Heinrich“ (sehr witzig), „Zusammen beim Kaffee“, „Verzeihet liebe Leute“ – die Kompositionen harmonierten wundervoll mit den Texten.

 Zum Abschluss sang Alisa Kravzova ein „Gebet einer ukrainischen Mutter“, welches sehr anrührend und innig herüber kam.

Die leider nicht sehr zahlreichen Zuhörer bedankten sich mit großem Applaus für dieses doch so nachdenkliche Konzert. Herzlichen Dank dem Komponisten, den Sängern und dem Rezitator. 

 

23. Februar 2017: Mitarbeiterempfang

In jedem Jahr lädt die Gemeinde ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter zu einem geselligen Abend ein, um sich auf diese Weise für die geleistete Arbeit – sie sei groß oder klein – dankbar zu zeigen. In jedem Jahr gibt es bei dieser Gelegenheit ein Unterhaltungsprogramm, für das wir entweder Gäste einladen, oder aber eigene Leute aus der Gemeinde auftreten lassen. In diesem Jahr boten Graf und Gräfin Arnim ihre Unterhaltungskünste dar. Zunächst trat Gräfin Arnim als Märchenerzählerin auf. Die von ihr vollendet erzählten Märchen waren für fast alle völlig neu. Es ging in diesen Märchen um Prinzen, Hexen und junge Frauen, deren Beziehungen im Märchen neue und tiefe Einsichten in grundlegende Verhältnisse des Zwischenmenschlichen öffneten. Nach einem reichhaltigen Essen hatten die gut gelaunten Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei diesem Treffen Gelegenheit, einem amüsanten Sketch von Gräfin und Graf Arnim zu folgen, in dem es vorwiegend um Sprachwitz und Verwechslungskomik ging.

Es war ein sehr unterhaltsamer Abend, der viel Gelegenheit zu Gesprächen bot und den viele Gäste nur ungern verließen. 

 

 

24. Februar 2017: Mänerkreis Isernhagener Gespräche - Flucht und Vertreibung

Am 24. Februar referierte der Landesvorsitzende  des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Prof. Rolf Wernstedt, im voll besetzten Gemeindesaal von St. Philippus über das Thema „Vertrieben, geflohen – angekommen?“ Rolf Wernstedt hatte im Jahr zuvor gemeinsam mit Manfred Quentmeier und Martin Stupperich einen Vortragsband unter dem gleichen Titel im Wochenschau Verlag veröffentlicht. In seinem Vortrag bei uns stellte er das Thema zunächst aus der historischen Perspektive dar: An die 14 Millionen Flüchtlinge seien in den ersten Nachkriegsjahren in Deutschland angekommen und hätten integriert werden müssen. Obwohl sie in der Regel dieselbe Sprache sprachen und der gleichen Religion angehört hätten, so Wernstedt, sei es immer wieder zu teilweise heftiger Ablehnung der Flüchtlinge in der Bevölkerung gekommen. Allerdings sei die eingesessene Bevölkerung anfänglich auch genötigt worden, ihre  eigenen Häuser und Wohnungen für die Vertriebenen und Flüchtlinge zu öffnen und auf engerem Raum zusammenzurücken.

 

Heute sei die Lage ganz anders, und auch wenn die Zahl der Flüchtlinge des Jahres 2015 mit gut 1 Million im Jahr 2015 weit unter den damaligen Zahlen liegt, auf ihre Weise sehr schwierig. Da heute weltweit insgesamt 60 Millionen Menschen auf der Flucht seien, erfordere das politische Konzept andere Mittel als lediglich immer verlässlichere Abschottungsmethoden. Grundsätzlich sei Europa in diese Krise weitgehend unvorbereitet hineingegangen, nachdem es die sich deutlich abzeichnenden Probleme bis dahin weitgehend ignoriert habe. Dies gelte für Deutschland in besonderer Weise. Es räche sich jetzt, dass jahrelang ein Einwanderungsgesetz verschleppt worden sei. Durch ein solches Gesetz werde man Möglichkeiten haben, diejenigen, die unter uns leben und für uns arbeiten wollten, gezielt nach ihren Fähigkeiten auszuwählen. Diejenigen aber, die nach den Kriterien des Gesetzes kein Aufenthaltsrecht bekommen könnten, müssten von Anfang an klare Auskünfte erhalten, dass für sie eine Einwanderung nicht in Frage kommen könne.

Die Diskussion, die sich an diesen Vortrag anschloss, war sehr lebhaft. 

 

 

28. Februar 2017: Eine literarische Reise durch Niedersachsen – mit Dr. Heiko Postma

Zu einem ganz besonderen Ereignis waren alle Interessierten ins Gemeindehaus eingeladen. Dr. Heiko Postma, Autor und Literaturkritiker, bekannt aus Rundfunk und Presse, nahm uns mit auf eine literarische Reise durch Niedersachsen. Der erste von drei geplanten Abenden stand unter dem Titel „’So freundlich ist der Aufenthalt ...’ – Eine historisch-literarische Rundreise durch Niedersachsen“.

Ein voll besetztes Gemeindehaus verfolgte den literarischen Streifzug durch zum Teil durchaus unbekanntes niedersächsisches Gelände u

nd freute sich auf die nächsten Lesungen.

 

 

 

10. März 2017: 10. Jugendkonzert in St. Philippus

 

Das 10. Jugendkonzert in St. Philippus fand vor einem großen Publikum statt, das auch bereit war, die Musik in St. Philippus finanziell mit einer großzügigen Spende zu unterstützen! Vielen Dank! Für die kleinen und großen Virtuosen stand als abschließende Erfrischung Eis bereit.

 

Frau Hannelore Bader war unter den Zuhörern; sie schreibt:

Dieses Mal waren 26 Kinder und Jugendliche dabei, von 7-16 Jahren. Es ist wunderbar zu hören und zu sehen, dass viel Musik gemacht wird in unserer Gemeinde. Die Kleinsten absolvieren ihr Stück voller Aufregung, um dann schnell wieder auf ihren Platz zu huschen. Aber es ist wichtig, dass sie auftreten, denn es verleiht ihnen Sicherheit und Selbstvertrauen. Auch ist es schön zu hören, wie sie sich gesteigert haben, so sie im letzten Jahr dabei waren. Beginnen wir mit den Anfängern. Es ist erstaunlich, was sie uns bei teils wenigen Jahren Unterricht schon bieten konnten. Alle Achtung! Die Jahre des Alters und des Unterrichts steigerten sich, so dass jedes Mal für alle großer Applaus sie belohnte. Sehr gut gefielen mir das Schlagzeug, die Posaune und die Oboe/Querflöte, was schon Profi-Charakter hatte.

Weiter so und nicht nachlassen! Es muss nicht jeder ein Profi werden, aber jede Begegnung mit und durch die Musik wird Euer ganzes Leben begleiten und bereichern.

Großer Dank gebührt Frau Dr. Marie-Christine Barckhausen, die jedes Jahr diese Veranstaltung mit viel Freude und Können vorbereitet. Dank auch an Yvonne Nickel und Dr. Michael Sodt, die einfühlsam die jungen Künstler begleiteten. Ich freue mich schon auf das nächste Konzert.

 

 

 10. März 2017: Luthers Bibelübersetzung - Arbeitskreis "Luther", 10. Abend

Am 10. März tagte der Lutherkreis zum zehnten Mal; Thema war die Bibelübersetzung Luthers. Es begann mit dem „Septembertestament“, der Übersetzung des Neuen Testaments durch Martin Luther auf der Wartburg, die nach ihrem Erscheinungsmonat im Jahr 1522 benannt wurde. Das Referat erstreckte sich aber auch auf die Bibelausgaben, die dieser Bibelübersetzung zugrunde lagen bzw. die es schon vor Luther als Übersetzungen in verschiedene Sprachen gab. Es war in erster Linie die griechische Ausgabe des Neuen Testaments, die von Erasmus von Rotterdam ediert wurde. Auch andere wichtige Bibelübersetzungen wurden vorgestellt, so die lateinische „Vulgata“ und die griechische Übersetzung der hebräischen und aramäischen Bibel, die sog.Septuaginta aus den Jahren 200 v. Chr. bis 100 n. Chr. Auch die erste mit beweglichen Buchstaben gedruckte Gutenbergbibel von 1454, Weltdokumentenerbe seit 2001, wurde gezeigt. Melanchthon hatte Luther nur deshalb zu einer neuen Übersetzung der ganzen Bibel gedrängt, weil unterschiedlichste Übersetzungen der Bibel in Europa in Umlauf waren. Ihre vollständig übersetzte Heilige Schrift erschien schließlich im Jahr 1534, illustriert durch Bilder von Lukas Cranach. Luther war als Übersetzer gemeinsam mit seinen Mitarbeitern sprachschöpferisch tätig. Zahlreiche Wörter, die wir noch heute benutzen, gehen auf ihn zurück, so z.B. friedfertig, Feuereifer, Ehescheidung, Machtwort, Lästermaul. Zu seinen Neuschöpfungen gehören auch zahlreiche Sprichwörter und Redensarten wie etwa „Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen“.„Ich hab mich des beflissen im Dolmetschen, daß ich rein und klar Deutsch geben möchte. Und ist uns sehr oft begegnet, daß wir vierzehn Tage, drei, vier Wochen haben ein einziges Wort gesucht und gefragt, haben’s dennoch zuweilen nicht gefunden“, so schreibtLuther in seinem „Sendbrief vom Dolmetschen“. Entscheidend für Luther war, dass alle Menschen die Bibel als Grundlage des Glaubens selbst lesen, verstehen und sich innerlich aneignen konnten. Er beförderte deshalb auch die Entwicklung von Schulen.

Da jetzt jeder Christ die Bibel lesen sollte, verbreitete sich die Lutherbibel in alle Gegenden Deutschlands und führte dazu, dass sich aus ihrer Sprache die einheitliche neuhochdeutsche Schriftsprache entwickelte. Eine längere Diskussion um die Entstehungsbedingungen des biblischen Kanons geschloss den Abend.

 

 

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