2018

 

Der Flyer des Männerkreises für 2018 ist erschienen und kann als PDF-Datei heruntergeladen werden!

 

26. Januar 2018: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Whistleblower 

Der erste Männerkreisabend in diesem Jahr 2018 stand unter dem Thema „Journalisten, Whistleblower und die Fallstricke der Unternehmensethik“. Pastor im Ehrenamt Joachim Döring referierte als gelernter Journalist und augenblicklicher Pressesprecher der Henriettenstiftung. Es waren über vierzig Teilnehmer und Gäste erschienen. Die vom Referenten vorgetragenen Beispiele für das Verhalten von Journalisten waren außerordentlich fesselnd, denn man erfuhr doch eine Menge über seriöse und unseriöse Beschaffungswege von Informationen. Auch über Veröffentlichungsregeln und den Unterschied zwischen Nachricht und Meinung sowie den Unterschied zwischen Information und Beeinflussung wurde gehandelt.  Nicht alle Leser legen Wert auf eine kritische Sicht. Viele sind sogar zufrieden, wenn sie von den Medien an die Hand genommen werden. Aber die Jagd nach Informationen und danach der Erste zu sein, ist ungebrochen. Zahlreiche Beispiele für illegale Beschaffungswege von Nachrichten , bei denen die Empörung des Publikums auf dem Fuße folgte, z. B. der Versuch, sich in Intensivstationen einzuschleichen und die Unfallpatienten nach spektakulären Unfällen auszufragen, bevor sie dafür vom Stand des Genesungsprozesses her in der Lage waren, führten zu der Frage nach ethischen Grundsätzen für Journalisten. Den Höhepunkt bildete der Teil des Referats, in dem es um drohende schwere Konsequenzen für Ärzte oder eine ganze Klinik ging, wenn es zu Kunstfehlern oder Unachtsamkeiten des Pflegepersonals mit Folgen gekommen war. Wie groß dabei die Verantwortung des Pressesprechers ist, der in manchen Situationen der einzige Ansprechpartner für die Journalisten ist, die vom dem Vorfall Wind bekommen haben, stand gegen Ende des Referats im Zentrum. Man kann sich vorstellen, dass dabei sehr viel davon abhing, ob der Pressesprecher geschickt oder ungeschickt vorging.

Die Debatte, die traditionsgemäß nach dem selbstfabrizierten Imbiss in Gang kam, war sehr bewegt und sparte nicht mit aktuellen Details, die wegen ihres Regionalbezuges teilweise nur den Eingeweihten verständlich waren.

Es war ein insgesamt hochinteressanter Abend, der bei den Teilnehmern und Gästen zahlreiche Lobeshymnen auf sich zog.

 

18. Februar 2018: Konzert der Abiturienten der Herschelschule in St. Philippus

 Diesmal sahen wir nur zwei Abiturienten und Michael Czech, der aus Freude an der Musik mitspielte.

 Marie Leinpinsel (Isernhagen-Süd) begann mit einem Oboenkonzert c-Moll von D. Cimarosa in drei Sätzen, die sie wie immer gekonnt sehr melodisch, musikalisch und spritzig vortrug. Ein Genuss zuzuhören. Frau Christina Maier begleitete wie immer sehr einfühlsam dieses und alle anderen Stücke des Programms.

 Dann folgte Michael Czech mit seinem Euphonium; der Popsong „The Sunny Side of the Street“ war sehr schön gespielt, ein rechter Ohrwurm, der Freude machte.

 Danach drei Stücke, die Ali Mehmet Ünsaldi auf der Klarinette spielte – Mozarts Kirchensonate, eine Sonatina von A. Ridout und eine Romanze von M. Reger, sehr einfühlsam gespielt. Ich hätte mir etwas mehr Körpersprache gewünscht, weil es dem Vortrag mehr Ausdruck verleiht.

 Nun trug Michael Czech das Lied „Mad World“ von R. Orzabal mit seiner sehr schönen Stimme vor. Auch hier hätte ein bisschen Körpersprache dem etwas eintönigen Lied mehr Ausdruck verleihen können.

 Den Abschluss bildete Marie Leinpinsel mit drei Stücken – P. Vasks’ „Landscape with Birds“, witzig mit toller Technik und Vogelgezwitscher, Ch. M. Widor mit dem 3. Satz aus der Suite op. 34 (3. Romance), wunderbar gespielt, und W. Popps „Gruß aus Ungarn“, bei dem man die Weite der Puszta so richtig erleben konnte.

 Ich danke allen Musikern im Namen des Konzertpublikums für den wunderbaren Genuss und wünsche ihnen ein bestes Abitur und alles Gute für den weiteren Lebensweg.

                                                                                                                                                                               Hannelore Bader

 

23. Februar 2018: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Betselem und Besatzung

Das Thema des Abends lautete „Betselem und Besatzung – ein politischer Besuch auf der Westbank“. Schon im Vorfeld wurde mehrfach gefragt, was denn „Betselem“ bedeute. Der Begriff ist biblisch und stammt aus Genesis 1, 27. Er bedeutet „Ebenbild“, denn dort heißt es : „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn.“ Warum gab sich einen israelische Nichtregierungsorganisation diesen Namen? Sie möchte darauf hinweisen, dass in den palästinensischen Autonomiegebieten Menschenrechtsverletzungen vorkommen und möchte erreichen, dass auf diese hingewiesen und Abhilfe geschaffen wird. Mitglieder sind prominente und weniger prominente Bürger Israels, die z.T. während ihrer Militärzeit mit den Problemen in den Palästinensergebieten konfrontiert wurden.

Diese unmittelbar aus der Thematik erwachsende Problematik zu erläutern, gelang dem Hildesheimer Referenten nur eingeschränkt, da der Vortrag viel Wert auf die Darstellung der Verwicklung des Pastors und Lehrers in die Fragen des deutsch-jüdischen Verhältnisses legte. Die Teilnehmer kannten danach verschiedene kontroverse Debatten, die sich zu Fragen des Antisemitismus in Hildesheim ergeben hatten und in die der Referent verwickelt war, die jeweils für sich genommen interessant waren, jedoch in ihrer Komplexität aus der hannoverschen Perspektive nur eingeschränkt nachvollziehbar waren. Dies kostete einen Teil der Zeit, die für das Hauptthema notwendig gewesen wäre. 

 

 

1. März 2018: Traditioneller Mitarbeiterabend

Am 1. März fand das traditionelle Treffen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde im Gemeindesaal statt. Über 60 Personen nahmen daran teil. Es war die Absicht des Kirchenvorstands mit einem Essen und angenehmer Unterhaltung allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber erneut einen Dank auszusprechen. Dies übernahm für den Vorstand dessen Vorsitzender Dr. Dallmeier.

Nicht alle konnten kommen, viele waren verhindert. Bei noch höherer Anmeldezahl hätte der Raum auch nicht ausgereicht. Die Gemeinde verfügt über eine große Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bei einer solchen Gelegenheit wird dies auch einmal auch nach außen sichtbar. Es sind nicht nur unsere Pastorin und Diakonin und die hauptamtlichen Erzieherinnen des Kindergartens sowie das Küsterehepaar, der Organist und die Chorleiterin, die hier zu nennen sind. Auch das Heer der Ehrenamtlichen, die sich für unsere Gemeinde einsetzen, sollte bei dieser Gelegenheit in Erscheinung treten. Und zu dieser Gruppe gehören mit weitem Abstand die meisten. Beginnen wir mit allen, die Gemeindekreise leiten, und den ehrenamtlichen Küstern, die Sonntag für Sonntag den äußeren Ablauf des Gottesdienstes sicherstellen, manche auch mit Doktortitel. Auch diejenigen, die sich schon seit Jahren um die Schönheit des Kirchengeländes sorgen, waren eingeladen, nämlich das vielköpfige „Greenteam“.  Viele sind befasst mit der Seniorenarbeit, mit dem 

Erstellen und Verteilen der Gemeindeblätter und mit der Organisation der Gemeindeveranstaltungen, darunter besonders Konzerte und Aufführungen zu Weihnachten. Nicht alles kann aufgezählt werden, aber alles ist mit Mühe und Arbeit und meist auch mit viel Zeitaufwand verbunden. Aber auch die beiden Fördervereine - für den Kindergarten und für das Kirchlich-Kulturelle Leben in Isernhagen-Süd - sollen noch genannt werden, die außer Arbeit auch noch für die finanziellen Mittel sorgen, die unsere Gemeinde lebendig halten. Als Dank sollte es nicht bei einem bloßen Essen verbleiben, sondern der Kirchenvorstand lud einen Zauberkünstler ein, der mit seinen verblüffenden Zaubertricks für staunende Spannung sorgte. Noch lange war in der Gemeinde von diesem Erlebnis die Rede.

Es wurde ein sehr geselliger Abend, der erst spät sein Ende fand.

 

  

4. März 2018: 11. Kinder- und Jugendkonzert in St. Philippus

 

Wie jedes Jahr hatte Frau Dr. Barckhausen ein Kinder- und Jugendkonzert mit Musikerinnen und Musikern aus unserer Gemeinde toll zusammengestellt. Vielen Dank dafür. Ich freue mich jedes Jahr darauf unsere jungen Künstler zu hören.

Die Alterspalette der 20 Künstler reichte diesmal vom 7 bis 12 Jahren. Mit beachtlichen Leistungen traten sogar die Kleinsten an. Das Klavier überwog. Aber es kamen 

auch Gitarre und Blockflöte ins Spiel Die älteren Kinder spielten schon gekonnter. Herausragend waren die Brüder Lennard und Leon Gershanovich und Julian Wessel (7, 10 und 12 Jahr). Aber auch alle anderen erfreuten die Zuhörer mit ihrem Spiel.

Vielen Dank an Euch alle und treibt weiter so schöne Musik, die sich in diesem Jahr von dem Volkslied „Winter ade“ bis zu Beethovens „Für Elise“ erstreckte.

Wenn im nächsten Jahr das 12. Kinder- und Jugendkonzert beginnt, sind hoffentlich alle wieder da – und ich auch!

                                                                                                                                                                                           Hannelore Bader

 

 

9. März 2018: Reformation im Reich und in Europa: Johannes Bugenhagen

Der erste Abend der neuen Vortragsreihe über die Reformation im Reich und in Europa befasste sich mit Johannes Bugenhagen, genannt Dr. Pomeranus, dem Reformator Norddeutschlands und Dänemarks. Dieser war wenig jünger als Luther selbst und ein enger Freund Luthers. Er stammte aus Wollin in Pommern und war mit der niederdeutschen Sprache aufgewachsen. Nach dem Studium der freien Künste an der Landesuniversität in Greifswald wurde er Lehrer in Treptow an der Rega, wo er auch ohne jedes Theologiestudium, er war Autodidakt, zum Priester geweiht wurde. Seine erste Begegnung mit Luther und seinen Schriften erfolgte über das Buch von 1520 „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“, in dem es vor allem um das Sakrament des Abendmahls geht und die Abgrenzung von der altgläubigen Kirche vollzogen wird. Seitdem war das Thema Abendmahl für Bugenhagen besonders zentral. Luthers Argumente gegen die Siebenzahl der Sakramente überzeugte ihn. Als biblisch fundiert blieben fortan nur noch Taufe, Abendmahl und Beichte erhalten. Um die Nähe und den Austausch mit Luther zu erwerben, zog es ihn nach Wittenberg, wo er Pfarrer an der Stadtkirche wurde und zugleich Vorlesungen an der Universität hielt. Schon 1522, drei Jahre vor Luther, heiratete er. Bugenhagen war ein begabter Prediger. Außerdem war er ein geistlicher Schriftsteller von hoher Ausstrahlungskraft.

Sein Hauptverdienst aber lag in der Ausbreitung der Reformation in Norddeutschland und Dänemark. 1528 reiste er  nach Braunschweig, wohin man ihn eingeladen hatte. Luther vertrat ihn auf der Kanzel. In Braunschweig verfasste er die erste evangelische Kirchenordnung für eine norddeutsche Stadt, die weit über die Gottesdienstordnung hinaus alles regelte, was eine nach dem Evangelium geordnete Gemeinde benötigte. Weil dringende Anfragen aus Hamburg kamen, reiste er mit seiner Familie gleich dorthin weiter und entwickelte auch dort eine ausführliche Kirchenordnung, die im Mai des folgenden Jahres vom Senat der Hansestadt beschlossen wurde. Auch Lübeck wollte nicht zurückstehen, aber Bugenhagen legte zuvor eine Wittenberger Pause ein, denn er blieb ja Pfarrer der Stadtkirche. Eine wichtige Ehrung wurde ihm noch zuteil, denn er wurde im Juni 1533 in der Wittenberger Schlosskirche zum Doktor der Theologie promoviert. Das hinderte ihn nicht, auch für Dänemark tätig zu werden, wohin Christian III. ihn eingeladen hatte. Und da seit der Kalmarer Union von 1397 auch Norwegen und Schweden zu Dänemark gehörten, kann man Bugenhagen als der Reformator Skandinaviens bzeichnen. Er gilt als der Bischof der Reformation.                                                                                                                                                                                   

 

Am 11. März 2018 wurde das Leitungsgremium unserer Kirchengemeinde neu gewählt. 

Viele wichtige Entscheidungen zum Thema „Wie sieht kirchliches Leben bei uns vor Ort in Zukunft aus?“ müssen getroffen werden. Alle Mitglieder unserer Gemeinde waren eingeladen, an den Wahlen mitzuwirken und so Kirche mitzugestalten. Informationen zur Wahl und zur Kandidatur waren unter www.kirchemitmir.de und im Pfarramt zu bekommen. Die aufgestellten Kandidatinnen und Kandidaten hatten sich im "Blick vom Turm", Nr. 5 von Febr. 2018, S. 7f., sowie im GemeindeLeben vorgestellt.

Gewählt bzw. durch KV-Beschluss vom 26. März 2018 berufen wurden:

  • Frau Dr. Marie-Christine Barckhausen
  • Frau Eva-Maria Bettex
  • Herr Dr. Volker Dallmeier
  • Herr Sven Görissen
  • Frau Dr. Ulrike Günther
  • Herr Dr. Joachim Meder
  • Herr Dr. Martin Stupperich

Wir danken den Mitgliedern des Wahlvorstandes für die Durchführung der Wahlhandlung: Herr Dr. Schneider, Frau Wienke, Frau Jänecke, Herr Rechenbach, Frau von Samson, Herr von Samson.

Die Besucherinnen und Besucher der Wahlparty, an der auch unsere Pastorin nach längerer Krankheit wieder teilnehmen konnte, nahmen die Ergebnisse mit Dank an die Kandidatinnen und Kandidaten entgegen.

 

 

12. März 2018: Stadtrundfahrt der Senioren durch den Nordwesten von Hannover

 

In diesem Jahr ging unsere Seniorenfahrt in den Nord-Westen von Hannover. Fast wäre sie  ins Wasser gefallen. Nicht wegen des Regens, sondern weil Frau Eckhardt krank war. Aber durch ihren festen Willen, uns nicht im Stich zu lassen, und außerdem mit Hilfe von Medikamenten, aber sicher auch mit Hilfe von oben, ging alles für uns wunderbar.

Frau Eckhardt leitete uns über die Berliner- und Hamburger Allee in die Arndtstraße, wo das ehemalige jetzt ziemlich ungenutzte Güterbahnhofsgelände neu gestaltet wird. Es soll ein Standort mit Arbeitsplatz- und Freizeitangeboten werden. Dann kommt man zur Christuskirche am Engelbosteler Damm. Georg V. gab Conrad Wilhelm Hase den Auftrag zu  diesem Bau, einem neugotischen Backsteinbau. Etwa gleichzeitig ließ Georg V. auch das Welfenschloss, die heutige Leibniz Universität, erbauen. Wir erfuhren, dass es schwierig ist, für die steigende Zahl der Studenten - heute rund 44 000 -, genügend preiswerten Wohnraum zu schaffen.

Von der Nienburger Str. aus fuhren wir über den Schneiderberg an den vielen Instituten der Uni und an der großen Mensa vorbei, und auch an schönen alten Häusern mit Toreinfahrten. Beim Nordstadtkrankenhaus erfuhren wir, dass es ursprünglich aus mehreren getrennten Häusern bestand. Manwollte eine Ansteckung mit den verschiedenen Krankheiten vermeiden. Die frühere Landesfrauenklinik, die erste Klinik für komplizierte Geburten, wird gerade zu Eigentumswohnungen umgebaut.

Es ging weiter am neuen von VW gesponserten Schloss vorbei, am Hardenbergschen Palais und am Fürstenhaus, in dem der Welfenprinz wohnt.

Bei der Auffahrt auf den Westschnellweg wies Frau Eckhardt uns auf die große Kläranlage von Hannover hin, die dort im Überschwemmungsgebiet des Leinetals liegt. Wir sahen das alte Dorf Stöcken mit den hübschen Ziegelstein-Häusern. Hier gibt esüberall Tonerde für Ziegeleien.

Stöcken kam 1907 zu Hannover. Und VW wählt Stöcken als Standort. Frau Eckhardt wusste, dass VW früher etwa 30 000 Menschen beschäftigte, heute aber nur etwa 15 000, denn es gibt inzwischen Roboter für viele Arbeiten.

Dann fuhren wir noch durch den Nordhafen mit den vielen Firmen, mit riesigen Bergen von Altpapierballen, Altglas, Kleidung und Schrott, die 

zum Recyclen per Schiff in östliche Länder bis China gebracht werden.

Danach kam die Besichtigung von Garbsen, einem  selbständigen Ort mit kleinem altem Kern und vielen modernen Bauwerken. Die Leibniz Universität baut dort ein neues Zentrum mit großen Instituten. Am modernen Rathaus, dem Einkaufszentrum und dem Stadtpark von Garbsen vorbei kamen wir schließlich zur Klosterkirche Marienwerder.

Wir stiegen bei Sonnenschein aus dem Bus aus. Frau Eckhardt  erzählte, dass die ehemalige Augustinerinnenkirche Sanctae Mariä die älteste Kirche Hannovers ist. Sie wurde 1196 von Graf Konrad I v. Roden gestiftet. Die Fenster sind romanisch, das Gewölbe gotisch. Um 1860 gab es eine Renovierung unter Leitung von C.W. Hase. 1886 wurden die Hauptapsis und der Chor in neuromanischem Stil ausgemalt (Abb. 1), 1898 kamen wertvolle Glasfenster in der Apsis dazu, die gut erhalten sind (Abb. 2). Aus dem Jahr 1230 stammt die Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz. Heute steht sie auf dem Triumpfbalken vor der Apsis. Wir hörten noch viel Interessantes von der Kirche und dem Kloster. Ein Schnappschuss zeigt unsere Gruppe vor dem Kloster (Abb. 3).

Jetzt soll alles wieder renoviert werden. Es lohnt sich, noch einmal hin zu fahren, bei schöner Jahreszeit, um dann auch den v. Hinüberschen Garten, eine historische Parkanlage, zu besehen.

Beim nahe gelegenen Waldkauz verabschiedeten wir Frau Eckhardt mit einem herzlichen Dank. Für uns gab es noch ein großes Stück selbst gebackenen Kuchen oder Torte und eine Heimfahrt ohne Regen.

Ein großer Dank gilt auch Thomas, unserem Busfahrer, denn Frau Eckhardt sucht manchmal heikle Straßen aus, weil gerade da etwas Sehenswertes ist. Wir sind sehr dankbar für diesen schönen Tag.

                                                                                                                                                             Monika Schneider (Text  und Abb.)


 

 

 

März 2018: Die Vorschulkinder der Philippusgemeinde malen frei nach Picasso

 

Pablo Picasso – ein schöpferischer Mensch! 

Auch dieses Jahr wurde wieder von den Vorschulkindern der St.Philippus- Gemeinde ein großer Künstler unter die Lupe genommen. Diesmal haben wir uns Pablo Picasso vorgenommen.
Die Vorschulkinder erfuhren etwas über Picassos Leben und dass er ein sehr schöpferischer Mensch war. Er beschäftigte sich nicht nur mit der Malerei, sondern betätigte sich auch als Bildhauer, Fotograf und als Grafiker. Außerdem hat er getöpfert und Bühnendekorationen und Kostüme kreiert. 

Wir betrachteten gemeinsam verschiedene Bilder von Picasso. Etwas intensiver beschäftigten wir uns mit dem Werk „Der Hahn und die Katze“. Für die Kinder war ganz klar: Katzen fressen Vögel. 

Mit dem Umriss einer vorgedruckten Katze durften die Kinder dann auch künstlerisch tätig werden. Erst mit Buntstiften und auf einem zweitem Bild mit Tusche. Nach diesen Vorübungen bekamen die Vorschulkinder die Aufgabe, eine eigene Katze zu malen. Es wurde in Kleingruppen in unserem Atelier gearbeitet. Für ihr Werk durften die Kinder ein richtiges Künstlerpapier benutzen. Bei leiser Hintergrundmusik wurde konzentriert gemalt.
Die schönen Ergebnisse sind im Vorraum der Kirche ausgestellt und dürfen dort noch bis zum Einschulungsgottesdienst jederzeit bewundert werden. 

                                                                                                                                                                                                                                           Christine Genz

 

23. März 2018: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Die DDR und die "Diktatur des Proletariats"

 

Es war wohl der bislang am stärksten besuchte Männerkreisabend seit seiner Gründung mit einer Besucherzahl von zwischen 50 und 60 Teilnehmern. Damit kamen wir an die Grenze der Fassungskraft des Gemeindesaales.

Herr Dr. Schneider referierte über das Thema „Die Errichtung der Diktatur des Proletariats in der DDR – mit persönlichen Erinnerungen“.  Es herrschte gespannte Aufmerksamkeit, denn für die meisten Anwesenden gehörte die Existenz der DDR als einer deutschen Parallelrealität zu den politischen Gegebenheiten, deren Zeitzeugen sie über mehrere Jahrzehnte gewesen waren. Dennoch war der Vortrag von Dr. Schneider nicht nur wegen der persönlichen Erinnerungen, sondern auch wegen zahlreicher sachlicher Informationen von erheblicher Prägekraft für das jeweils eigene Geschichtsbild. Es war ein Vortrag zunächst über die eigene Kindheit und Jugend in der DDR. Das Verschwinden des Vaters, der völlig willkürlich ohne Gerichtsverfahren von der sowjetischen Besatzungsmacht verhaftet wurde und nie wiederkam, war eine erste Mitteilung, die alle Zuhörer mit Betroffenheit reagieren ließ. Erst 20 Jahre später kam die Nachricht vom frühen Tod des Vaters in der Haft. Dann kam der stille Widerstand gegen das System durch Eintritt in die evangelische Jugend. Hoffnungen, dass sich nach Stalins Tod etwas ändern könnte, trogen. Selbst der formale Beitritt zur FDJ in der Hoffnung, zum Abitur zugelassen zu werden, blieb folgenlos. Denn der Verweis von der Schule in Brandenburg aus politischen Gründen folgte dennoch mit der unmittelbaren Konsequenz der Flucht aus der DDR.

Die Selbstbezeichnung als „demokratisch“ führte der Referent ad absurdum durch die Praktiken, die vom ZK der SED entwickelt wurden, um bei jeder Abstimmung die Oberhand zu haben. So wurde die Sitzverteilung in der Volkskammer nicht lediglich nach der Stimmenzahl, die die Parteien erzielt hatten, vergeben, sondern es wurden auch sog. Massenorganisationen zugelassen wie der Gewerkschaftsbund FDGB, die FDJ oder der „Demokratische Frauenbund Deutschlands“, wodurch die SED-Linie stets eine Mehrheit hatte.

Herr Schneider gab auch eine Kostprobe der Lieder, die sie damals lernten. Er sang die Internationale und die Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“ von Johannes R. Becher und Hanns Eisler.

Es leuchtete ein, dass die Menschen die Rettung von den Amerikanern erwarteten, die ja Berlin in der Blockadezeit 1948/49 durch die Luftbrücke gerettet hatten. Auch im Westen galten die Amerikaner als Heilsbringer.  Jeder konnte den Nachsatz des Vortragenden hören: „Davon ist heute nichts geblieben“.

 

 

 

25. März 2018: Musik zum 100. Todestag von Claude Debussy (1862-1918) - Konzert mit dem Trio Con Anima in der St. Philippuskirche

Es musizierten:

Claudia Rinaldi, Klavier

Klára Loerincz, Cello

Reka Viktoria Lelek, Violine

Dieses Konzert war wieder mal ein Hochgenuss. Und es muss einmal gesagt werden: Wir verdanken Herrn Dr. Dallmeier diese musikalischen Freuden, denn immer wieder holt er Künstlerinnen und Künstler herbei, die der Gemeinde diese Freude bereiten. Vielen Dank dafür!

Das Konzert begann mit einem witzigen Stück für Klavier solo. Es folgte ein filigranes, etudenähnliches Stück und ein Ragtime, von der Pianistin Claudia Rinaldi meisterhaft gespielt.

Das Trio G-Dur, das Debussy mit 18 Jahren komponierte, wurde in den vier Sätzen sehr eindrucksvoll, mit Schwung, einfühlsam und virtuos von den Künstlerinnen vorgetragen.

Danach wieder Klavier solo. Frau Rinaldi ließ Pagoden entstehen, in Andalusien den Flamenco anklingen und in Frankreich durch Gärten wandeln. Meisterhaft.

In „Petite Suite“ für Cello und Klavier ließ Klára Loerincz ihr Cello mit wunderbarem Strich singen und im „Menuet“ sah man innerlich die Leute „tanzen“, ganz so wie es damals war.

„Preludes“, wieder Klavier solo, brachte uns mit den „Hügeln von Anacapri“ auf die berühmte Insel vor der italienischen Küste. Claudia Rinaldi erweckte Erinnerungen an die Geschäftigkeit, Fröhlichkeit der Menschen, an Sonne und Limoncello.

In „La cathédrale engloutie“ (Die versunkene Kathedrale) hörten wir, wie die Glocken aus der untergegangen Stadt ertönten. Wunderbar vorgetragen.

 

Allen drei Künstlerinnen einen herzlichen Dank, die uns mit diesem Konzert eine große Freude bereiteten. Großer Applaus war der Dank für das wundervolle Konzert.

 

                                                                                                                                                                       Hannelore Bader

 

13. April 2018: Reformation im Reich und in Europa: Antonius Corvinus

Das Apriltreffen des Reformationskreises stand unter dem Titel „Antonius Corvinus (1501 – 1553), der Reformator des Fürstentums Calenberg-Göttingen“. Es fällt von vornherein auf, dass Corvinus wesentlich seltener abgebildet wurde als z.B. Luther oder überhaupt die mit Wittenberg näher in Beziehung stehenden Reformatoren. Denn dort befand man sich in der unmittelbaren Umgebung von Lukas Cranach, dem Maler der Reformation,  und seiner Werkstatt. Corvinus aber stammte aus Westfalen und behielt den westfälischen Wirkungskreis bei, den er nur ein wenig nach Osten ins Niedersächsische hinein erweiterte. 

Corvinus begann wie viele andere Reformatoren als Mönch. Er war in das Kloster Loccum eingetreten, tauchte später im Kloster Riddagshausen bei Braunschweig auf. Beide Klöster gehörten zum Orden der Zisterzienser. Mit der Reformation kam er vermutlich über die Lektüre der frühen Lutherschriften in Berührung. Dazu gehörte wohl auch die Schrift Martin Luthers „De votis monsticis“ von 1521, in der er seine Gründe gegen die Mönchsgelübde entfaltete. Um 1528 lernte er Luther und Melanchthon als Mitglied einer Goslarer Delegation nach Wittenberg persönlich kennen. Im Jahr darauf übernahm er die Pfarrstelle in Witzenhausen an der Werra. Eine wichtige auswärtige Aufgabe übernahm er im Jahr 1535, als die Täufer, die in der Stadt Münster die Wiederkunft Christi erwarteten, vom Bischof und verbündeten Truppen belagert wurden und die schließliche Eroberung der Stadt erleiden mussten. Corvinus reiste im hessischen Auftrag dorthin und führte theologische Gespräche, um den Delinquenten zu guter Letzt einen seligen Tod zu verschaffen. Letztlich gelang es ihm nicht, Jan von Leiden, den Täuferkönig, und Bernd Krechting sowie Bernd Knipperdolling, den Scharfrichter, die das Führungstrio bildeten, zu überzeugen.

Aber auch sonst wurde Corvinus mit politischen und theologischen Verhandlungen, z.B. auf den Tagen von Schmalkalden, beauftragt. Den Höhepunkt seiner Laufbahn erreichte er durch die Berufung in das Amt des Generalsuperintendenten für Calenberg und Göttingen durch die Herzogin Elisabeth, die in Münden residierte. Außerhalb dieses Territoriums wurde Corvinus tätig, als er z. B. von Johannes Bugenhagen, dem Reformator Norddeutschlands, als Helfer bei der Reformation der Stadt Hildesheim angefordert wurde. Unter Erich II., dem Sohn der Herzogin Elisabeth, jedoch verlief die Geschichte rückwärts, denn die Altgläubigen siegten in der Schlacht bei Mühlberg an der Elbe und Corvinus als aufrechter Kämpfer für die Reformation wurde in den Kerker auf der Burg Calenberg bei Pattensen geworfen. Davon erholte er sich nicht mehr und verstarb 1553 in Hannover. Er wurde in der Marktkirche bestattet (Plakette ebda).

 

 

26. April 2018: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Jüdisches Leben in Deutschland nach dem Holocaust. Eine Exkursion zur jüdischen Synagoge 

 

Am Donnerstag, 26. April 2018, trafen sich dreißig mit PKW angereiste Teilnehmer des Männerkreises Isernhagener Gespräche gegen 18 Uhr in Hannover vor der Synagoge in der Haeckelstraße 10.

Sie wurden vom Kantor der jüdischen Gemeinde,Herr Sitnov,begrüßt und in die Synagoge geführt. Am Eingang lagen für die Männer schwarze und weiße Kippas bereit, die aufgesetzt werden konnten – was auch alle Männer taten.

Die angereisten Teilnehmer unserer Gruppe aus Isernhagen-Süd, Frauen und Männer, setzten sich in das Gestühl rechts vom Toraschrein, der die Torarollen enthält, die ja für die Juden die Botschaft Gottes enthalten. Es gibt daher nichts Heiligeres im Judentum als die Torarollen. Der Toraschrein, so wurde uns erklärt, erinnert an die Bundeslade, die das Volk Israel 40 Jahre lang durch die Wüste trug. 

Der Kantor der Synagoge, ein Jude aus Moskau mit Gesangausbildung, führte uns in die religiösen Bräuche und Symbole sowie die jüdischen Speisegesetze ein. Er stellte den Glauben der Juden sehr einfühlsam anhand von Bespielen aus der Tora, z.T. mit Gesangseinlagen, vor. Auch die weltweit gehandhabte jüdische Gebetspraxis wurde erläutert, vor allem der Gebetsriemens und der Gebetsmantel, der Tallit. Dieser wird nur am Tag und nur von Männern angelegt, während der Gebetsriemen, der Teffilin, nach einem komplizierten Ritus angelegt werden muss. Dies wiederum geht auf Stellen in der Tora zurück und gilt ebenfalls nur für Männer. 

 

All diese Erläuterungen dauerten eine gute halbe Stunde. Dann kam Herr Michael Fürst, der Chef des Landesverbandes jüdischer Gemeinden Niedersachsen, hinzu. Er referierte über den Aufbau der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen nach dem Krieg und beantwortete die nicht immer ganz einfachen Fragen der Teilnehmer.

Nach mehr als einer Stunde endete die Exkursion an Stehtischen bei Getränken vor der Synagoge mit der Möglichkeit, Herrn Fürst noch persönlich zu sprechen und sich intern über das Gehörte auszutauschen. Dies wurde vielfältig genutzt. 

Es war für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein sehr informativer und interessanter Abend.

                                                                                                                                                                      Heinrich Battermann

 

5. Mai 2018: Kalligrafie-Workshop in St. Philippus

 

Am Samstag, den 05.05.2018 in der Zeit von 10.00 - 16.00 Uhr, fand bei schönstem Sonnenwetter der angekündigte Workshop unter der fachkundigen Leitung von Frau Wege statt. Der Workshop erfreute sich reger Teilnahme, er war komplett ausgebucht (es gab wohl sogar eine Warteliste!) und war sowohl von Anfängern wie auch von Fortgeschrittenen heiß begehrt. Auch altersmäßig ergab sich eine überraschende Vielfalt - schön zu sehen, dass die "Schriftkunst" hier jung und alt gleichermaßen begeistern kann. Das Thema des Workshops war das Erlernen der Schriftart "Lapidar-Antiqua" in der römischen Variante. Die Schriftart besteht nur aus Großbuchstaben, die mit einer kleinen Bandzugfeder in einem bestimmten Winkel auf das Papier gezeichnet werden. Jedes Wort, jeder Buchstabe ein kleines Kunstwerk! Wer anfänglich noch dachte, dass die angesetzte Workshop-Dauer von 6 Stunden recht lang bemessen sei, wurde schnell eines Besseren belehrt - die Zeit verflog nur so. Alle waren hochkonzentriert, dabei aber entspannt bei der Arbeit und es konnten bereits nach kurzer Zeit sehr schöne Arbeitsergebnisse gezeigt werden. Dies war vor allen Dingen der guten und hingebungsvollen Workshop-Leitung durch Frau Wege geschuldet, die jeden einzelnen Buchstaben mit seinen Besonderheiten vorführte und auch ansonsten jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand. Neben dem Erlernen der Lapidar Antiqua zeigte sie uns überdies noch Tipps und Tricks zur Umsetzung eigener Schriftkunstwerke. Auch dies wurde von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Begeisterung angenommen, den Tipp mit den Balsahölzern werden sicherlich einige von uns in unserer weiteren kalligrafischen "Laufbahn" wieder aufgreifen.

Auf diesem Wege noch einmal ein herzliches Dankeschön an Frau Wege für ihren Einsatz und ihre Bereitschaft, auch für zukünftige, kalligrafische Workshops in unserer Kirchengemeinde zur Verfügung zu stehen! Ein herzliches Dankeschön geht auf diesem Wege auch an Herrn Dallmeier, der im Vorfeld so nett war, alle benötigten Materialien zu besorgen - die ausgesuchten Tintenfarben waren ein Traum, Herr Dallmeier - vielen Dank! Am Ende des Workshops waren alle sich darin einig, dass dies eine sehr gelungene Veranstaltung war, die unbedingt wiederholt werden sollte. Fazit: toller Workshop - gerne wieder!

 

(Anja Tristram)

 

 

 

11. Mai 2018: Reformation im Reich und in Europa - Ernst der Bekenner

 

Am 11. Mai ging es im Gemeindekreis über die Reformation im Reich und in Europa noch einmal um den niedersächsischen Nahbereich. Das Thema lautete „Ernst der Bekenner. Ein Reformator auf dem Fürstenthron“. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg war neben den beiden führenden Fürsten der Reformation, dem Kurfürsten von Sachsen und dem Landgrafen von 

Hessen, der dritte im Bunde, wenn es um ein entschiedenes Bekenntnis zur Reformation und um die notwendigen politischen Weichenstellungen zur Anbahnung reformatorischer Verhältnisse in ihren Territorien ging. Seit 1520 regierte er das Fürstentum Lüneburg von seiner Residenz Celle aus, anfänglich noch mit seinem Bruder Otto gemeinsam. Obwohl er als Wittenberger Student (1512 – 1517) die Anfänge der reformatorischen Entwicklung unmittelbar erlebt hatte, bekannte er sich öffentlich erst 1525 zur Reformation in seinem Land. 1527 beriet er sich mit Luther selbst über sinnvolle Maßnahmen zur Veränderung der kirchlichen Verhältnisse.

Schon zuvor war er mit dem Torgauer Bund in das erste politische Bündnis zur Sicherung der reformatorischen Errungenschaften eingetreten. Es war vorerst zu einem Kompromiss mit den Altgläubigen gekommen, der jedem Fürsten erlaubte, so zu verfahren, wie er es verantworten könne. 1529 aber wurde diese Übereinkunft plötzlich aufgehoben und das Wormser Edikt gegen Luther von 1521 wieder in Kraft gesetzt. Ernst der Bekenner gehörte zum Kreis der Protestierenden gegen diesen Rückschritt. Gemeinsam mit Johann von Sachsen und Philipp von Hessen sowie einigen weiteren Fürsten und Reichsstädten reichte er König Ferdinand eine Protestschrift ein, die jedoch zurückgewiesen wurde. Seit dieser Zeit heißen die Evangelischen auch die „Protestanten“. Seinen Beinamen „der Bekenner“ erhielt Ernst jedoch als Mitunterzeichner des „Augsburger Bekenntnisses“ von 1530, der sog. Confessio Augustana (mit sechs Fürsten und zwei Städten). Sie wurde auf dem Reichstag vor dem Kaiser verlesen, führte aber nicht zu der von den Reformatoren erhofften Erneuerung der Gesamtkirche, sondern wurde zurückgewiesen. Wichtig für das Fürstentum Lüneburg wurde es, dass Ernst den Augsburger reformatorischen Theologen Urbanus Rhegius mitbrachte, der hinfort das Fürstentum reformierte und  auch die Stadt Hannover mit einer neuen Kirchenordnung versorgte. Heute findet sich ein modernes Denkmal für Ernst den Bekenner vor der Stadtkirche St. Marien in Celle. In Hannvoer wurde er im Bildprogramm des Neuen Rathaus verewigt (Abb. Ernst der Bekenner und seine Frau nehmen das Abendmahl in beiderlei Gestalt). 

 

 

25. Mai 2018: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Die Bedeutung der Schlacht von Sievershausen

„Die Schlacht bei Sievershausen 11553 und die heutige Antikriegsarbeit im Sievershausener Antikriegshaus“ so lautete das Thema des Männerkreisabends am 25. Mai 2018. Frau Pastorin Hanna Dallmeier war die Hauptreferentin.

Zuvor aber gab Dr. Martin Stupperich eine Einführung in die Umstände dieser blutigsten Schlacht des 16. Jahrhunderts, die auf dem Gelände zwischen Arpke und Sievershausen stattfand, wo am 9. Juli insgesamt um die 33.000 Kämpfer gegeneinander antraten. Nach 4 Stunden abebbte, lagen auf dem Schlachtfeld über 4000 Tote und über 8000 trugen teilweise schwere Verwundungen davon. Hintergrund der Schlacht war der Versuch des Kurfürsten Moritz von Sachsen, den Passauer Vertrag von 1552 zu retten, der zu Recht als die Vorstufe des Augsburger Religionsfriedens von 1555 betrachtet wird. König Ferdinand war nur dann bereit, den Vertrag zu unterschreiben, wenn zuvor die Reichsacht an dem Landfriedensbrecher Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach vollzogen würde, der mit 12.000 Mann marodierend durch Niedersachsen zog. Der Kurfürst, der diese Aufgabe gemeinsam mit dem Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel übernahm, verlor so wie viele Adlige in dieser Schlacht sein Leben. Dennoch wird er als Sieger betrachtet, so dass der Weg zum Augsburger Religionsfrieden von 1555 frei war. Die Erinnerung an die Schlacht blieb aber in der Gegend östlich von Hannover über Jahrhunderte erhalten.

Heute ist Hanna Dallmeier Pastorin in Sievershausen. Sie berichtete über die Arbeit des Antikriegshauses, die schon lange vor ihrer Zeit in Sievershausen unter der Leitung von Pastor Klaus Rauterberg begonnen hatte, damals allerdings im Ort nicht unumstritten war. Es entstand im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Arbeitsfeldern,  z.B. die friedenspädagogische  Jugendarbeit. Die Mitarbeit in der international vernetzten Friedensarbeit, die Einführung des Friedenspreises „Sievershäuser Ermutigung“, vor allem aber über die Nagelkreuzarbeit, deren Hintergrund auf die Zerstörung der Kathedrale von Coventry zurückführt. Damals fielen riesige Nägel aus dem brennenden Dachstuhlgebälk zu Boden. Zur Nagelkreuzarbeit findet am 26. Oktober eine Exkursion nach Sievershausen, das inzwischen Nagelkreuzzentrum ist, statt. Mit zahlreichen Bildern führte Hanna Dallmeier im Folgenden in die Symbole vor dem Antikriegshaus ein. So gibt es z.B. ein DankMal für die Verfolgten des Naziregimes, ein MauerMal, das an die Berliner Mauer erinnert, und ein DeserteurMal. Es war ein lebhaft diskutierter Abend im voll besetzten Gemeindehaus, der auch kontroversen Gedankengängen Raum ließ.

 

 

31. Mai 2018: Obdachlosen –Ausstellung "Mein Hannover"

Am 31. Mai fand die Eröffnung der Ausstellung „Mein Hannover“ im Gemeindehaus von St. Philippus statt (bis 19. August). Es handelt sich um eine Fotoausstellung von Wohnungs- und Obdachlosen über das Leben in Hannover aus dem Blickwinkel von Menschen, die auf der Straße leben. Die notwendigen Fotoapparate stiftete die Firma Rossmann. Und so kam eine hoch interessante Ausstellung mit Bildern aus einer den sesshaften Menschen teilweise gänzlich unbekannten Perspektive zusammen. Nicht jeder Obdachlose erlaubt es, ihn zu fotografieren, denn schnell ist der Verdacht da, man wolle ihnen mit solchen Bildern schaden. Tatsächlich ist es umgekehrt. 

Zur Eröffnung der Ausstellung, die als Wanderausstellung auch schon im Neuen Rathaus gezeigt worden war, mussten die Bilder zunächst einmal sichtbar aufgehängt werden. Das hatte Herr Dr. Dallmeier im Vorfeld bereits fachmännisch bewerkstelligt. Die Bürgerstiftung hatte das Catering für die zahlreichen Gäste übernommen. Der Verein für kirchlich-kulturelles Leben beteiligte sich ebenfalls. Die Ausstellung selbst ist ein Projekt der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung Hannover (https://www.niedergerke-stiftung.de). In der Einladung hatte gestanden: „Nach der Eröffnung sind alle zu einem kleinen Empfang mit Imbiss, Getränken und netten Gesprächen eingeladen“. Auch das musste natürlich vorbereitet sein. Und so waren zahlreiche helfende Hände unter der Anleitung von Frau Dr. Barckhausen im Einsatz, um alles zum Klappen zu bringen und den Gästen den Eindruck des Eingeladenseins zu vermitteln. Ein Highlight waren unsere beiden Musikerinnen Marie Leinpinsel und Anna-Liese Siemens, die während der Veranstaltung ihr Bestes gaben, um die Eröffnungsvorträge nicht allzu trocken erscheinen zu lassen. Und so durften Dr. Niedergerke, der den Einführungsvortrag hielt, der Diakoniepastor Pastor Rainer Müller-Brandes  und Vera Lührs, M.A., von der Ärztekammer, die über medizinische Aspekte der Obdachlosigkeit sprach, rundum zufrieden gewesen sein, und so waren es auch die Gäste, die noch am fortgeschrittenen Abend im Gespräch über die eindrucksvolle Ausstellung auf dem Kirchengelände verharrten.

 

 

8. Juni 2018: Arbeitskreis Reformation im Reich und in Europa: 4. Abend - Albrecht von Brandenburg-Ansbach – Hochmeister des Deutschen Ordens,

Reformator seines Landes und erster Herzog von Preußen 

Herzog Albrecht-Denkmal am Ort seiner ehem. UniversitätAbb. Königsberger Schloss und Dominsel/Kneiphof (Ausschnitt einem Epitaph von Hans von Nimptsch, 1557) und Denkmal Herzog Albrechts am Ort seiner ehem. Universität (Nachguss eines Kriegsverlustes, Schenkung der Stiftung Königsberg und der Stadtgemeinde Königsberg anlässlich der 750Jahrfeier der Stadt Kaliningrad, 2005)

Fotos: Hartmut Olschweski

Der Reformationskreis unserer Gemeinde befasste sich am 8. Juni mit Herzog Albrecht von Preußen, dem Hochmeister des Deutschen Ordens und Reformator Altpreußens. Er war der erste Fürst, der 1525 in seinem Territorium die Reformation einführte. Als achtes von 17 Kindern hatten seine Eltern ihn für das geistliche Amt bestimmt, und so wurde er 1511 zum Hochmeister des Deutschen Ordens, der sich in den Ostseeländern angesiedelt hatte, gewählt. Der Deutsche Ritterorden hatte sich nach den Kreuzzügen im Reich ausgebreitet und schließlich seine neue Aufgabe in der Missionierung der Völker im Ostseegebiet gesehen. Nach anhaltenden Auseinandersetzungen mit der polnischen Krone und nach eingehender Beratung mit Martin Luther stellte Albrecht den politischen Kampf ein und leistete den Treueid gegenüber dem polnischen König, aus dessen Hand er das nunmehr weltliche Herzogtum als Lehen empfing. Seine Residenz war weiterhin Königsberg. Nach dem Tod seiner ersten Frau begann für ihn ein enges briefliches Verhältnis zu Elisabeth von Calenberg, deren Tochter Anna Maria seine zweite Frau wurde. Für sie ließ er die berühmte Königsberger Silberbibliothek anfertigen, die auch wichtige Werke Martin Luthers enthielt. Albrechts reformatorisches Werk wurde sehr konsequent in den Städten und Dörfern Altpreußens umgesetzt. Er selbst und zwei Bischöfe leiteten die Arbeit an der reformatorischen Entwicklung des Landes. Eine Kirchenordnung wurde geschrieben und in Kraft gesetzt, an der sich alle zu orientieren hatten. Eine Universität wurde gegründet, die „Albertina“, und ein breites Schulwesen errichtet. Albrecht selbst, aber auch die Bischöfe betätigten sich als Kirchenliederdichter.

 

Mit der Aufnahme des Nürnberger Reformators Andreas Osiander in Königsberg 1549 begann ein heftiger theologischer Streit um die Rechtfertigungslehre, der sog. Osiandrische Streit. Dieser Streit hatte eine hohe Bedeutung für das ganze Reich, denn er bot die Möglichkeit für intensive Klärung der lutherischen Zentrallehre, was später in die „Konkordienformel“ (1577) mündete, ein lutherische Bekenntnisschrift, auf die u. a. unsere Pastoren bei ihrer Ordination auch heute noch verpflichtet werden.

Im Anschluss an das Referat entspann sich eine intensive Diskussion um die Rolle des Ordens bei der Gründung des weltlichen Herzogtums. 

 

 

 

 

12. Juni 2018: Gespräche mit den Nachbarn - Pfarrer (Pastor) Bührer berichet in St. Philippus über seine Arbeit in der würtembergischen Landeskirche

Das Ehepaar Bührer hat sich vor einiger Zeit in die St. Philippus-Gemeinde umpfarren lassen. Pastor Bührer kommt aus der württembergischen Landeskirche und aus dem dortigen Pfarrdienst. Da ihre beiden Töchter jetzt in Norddeutschland leben, d.h. in Hamburg und in Hannover, sind Bührers jetzt im Ruhestand ebenfalls nach Norddeutschland gezogen. Inzwischen hilft Herr Bührer schon mit dem einen oder anderen Gottesdienst in St. Philippus aus. Zudem kommen er und seine Frau mit großer Regelmäßigkeit in die Gemeindekreise.

Beim letzten Abend unter dem Titel „Gespräche mit den Nachbarn“ berichtete Pastor Bührer über seine Lebensgeschichte und seine Tätigkeit als württembergischer Pfarrer. Er hatte den Vortag mit zahlreichen Bildern unterlegt und fesselte das sehr zahlreich erschienene Publikum durch seine sehr anregende Sprechweise. Daher entging es manchen Zuhörern beinahe, dass sein Vortrag durchaus eine erhebliche Überlänge erreichte. Und auch der Vortragende fühlte sich offensichtlich so frei und unbeschwert, dass ihm erst sehr spät auffiel, dass die passende Zeit für ein Schlusswort längst verstrichen war. 

Der Referent begann ganz am Anfang in seiner Kindheit. Nämlich in Stuttgart, genauer in Cannstatt, aber dort blieb er nicht lange mit seinen Eltern. Es folgten noch andere Stationen, aber entscheidend waren eigentlich die Bildungsstationen und unter diesen spielten die musikalischen Chancen, die er hatte, eine herausragende Rolle: Als Sänger im Knabenchor und auch später noch, so dass er auch als Pfarrer ohne Weiteres in der Lage war, einen  ausgefallenen Chorleiter zu ersetzen. „Pfarrer“ so lernte die Zuhörerschaft ist die offizielle württembergische Bezeichnung für den kirchlichen Amtsposten, der im Hannoverschen als „Pastor“ bezeichnet wird. 

Da Pfarrer Bührer im Schwarzwald kleinere Gemeinden betreute, blieb ihm noch Zeit, sich für spezielle Funktionen weiterbilden zu lassen. So wurde er z.B. - und da

s schien aufgrund der besonders prominenten Stellung im Vortrag von erheblicher Bedeutung für Pfarrer Bührer zu sein – zum Notfallseelsorger ausgebildet. Das Referat zu diesem Kapitel war deutlich ausführlicher als das zu anderen. Und die Aufmerksamkeit der Zuhörer war durch die räumliche und zeitliche relative Nähe des verheerenden Eisenbahnunglücks von Eschede bei Celle vor fast genau 20 Jahren (3. Juni 1998) geschärft. Damals liefen die Pastoren, die als Notfallseelsorger Dienst taten, im Talar über das Katastrophengelände. Nicht nur Opfer und Angehörige brauchten seelsorgerliche Hilfe, sondern auch Feuerwehrleute und Katastrophenhelfer aller Art. Und so ist es auch sonst bei den alltäglichen Unfällen im Verkehr und anderswo. Sogar bei der Überbringung von Todesnachrichten greift die Polizei stets gern auf die Hilfe der Notfallseelsorger zurück.

Diese und viele andere Informationen erzeugten eine anhaltend aufmerksame Stimmung, denn solche Einblicke in herausfordernde Berufssituationen sind nicht alltäglich.

 

22. Juni 2018: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Warane und Termiten

Der „Männerkreis Isernhagener Gespräche“ befasste sich am letzten Termin vor der Sommerpause mit einem biologischen Thema: „Von Waranen und Termiten – Forschungen im australischen Busch“. Referent war Prof. Dr. Stephan Steinlechner von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Er berichtete von seinem Forschungsaufenthalt im südlichen Australien, wo man eine bestimmte Art von Waranen antrifft. Das Besondere ist ihre Symbiose mit Termiten.

Die Termiten von Kanguroo Island, die von Schädlingen wie Kaninchen auf Grund ihrer isolierten Insellage unberührt ist, errichten Termitenhügel, in die die Warane ihre Eier ablegen. Das Erstaunliche ist, dass diese Eiablage geduldet wird und dass die Eier von den Termiten nicht gefressen werden. Eine Ausnahme bilden allerdings die nicht befruchteten Eier, denn diese nutzen die Termiten als Nahrung. Es bleibt ein Rätsel, wie die jeweilige Art erkannt wird und warum letztlich die Eiablage in eigens gegrabene Höhlungen der Termitenhügel erfolgt. Nicht nur der Referent formulierte Fragestellungen seiner Forschungsarbeit, sondern auch die Zuhörer fragten intensiv nach oder machten eigene Vorschläge, wie man sich die Zusammenhänge denken könne.

Auch die übrigen Wunder des südlichen Australien spielten in diesem Vortrag eine Rolle. Prof. Steinlechner zeigte zahlreiche Fotos der fremdartigen, aber ungemein schönen Pflanzenwelt des Naturschutzgebietes Kangaroo Island. Insbesondere zahlreiche Orchideenarten hatten es ihm angetan. Aber auch merkwürdige Felsformationen kamen ins Bild. Nicht fehlen durften Seitenblicke auf die anderweitige Tierwelt ungeachtet der Tatsache, dass die Warane und Termiten das Hauptthema waren. Es gibt in Australien nicht nur Kängurus verschiedener Arten, sondern z.B. auch urtümliche Igel mit seltsamen Verhaltensweisen.

Es war hochspannend dem Referenten zuzuhören und die Zahl allein der gestellten Fragen machte das hohe Interesse der Teilnehmer und Gäste deutlich. 

Ev.-Luth. St. Philippus-Kirchengemeinde Hannover-Isernhagen Süd| Login

Haftungsausschluss | Datenschutzerklärung