2019

 

11. Januar 2019: Arbeitskreis Reformation im Reich und in Europa - IX. Abend: Huldrych Zwingli 

 

Mit dem Thema „Huldrych Zwingli – 1484 – 1531“ stieß der Kreis geschichtlich in ungewohnte Dimensionen vor, denn die Geschichte der alten Eidgenossenschaft ist uns weniger geläufig. Schon an die Tatsche, dass sich in der Schweiz alles im Rahmen von Kantonen abspielt, bedarf unserer Gewöhnung. Auch dass zwischen diesen Kantonen immer wieder Kriege stattfanden, mussten wir lernen und uns von der Annahme befreien, dass die Schweiz schon immer ein friedliebendes Land gewesen sei. Dem entsprach es, dass wir erstaunt waren, dass die Schweiz jahrhundertelang die europäischen Länder aller Himmelsrichtungen, vor allem auch den Papst und damit den Kirchenstaat mit Truppen versorgte. 

Huldrych Zwingli aus Wildhaus im Kanton St. Gallen war fast so alt wie Martin Luther. Er studierte in Wien und Basel und erhielt 1506 die Priesterweihe. Als Pfarrer von Glarus nahm er 1515 als Feldprediger an der Schlacht bei Marignano auf der Seite der päpstlichen Truppen gegen den französischen König teil, konnte aber nicht verhindern, dass die Schweizer Kantone dann doch die Seiten wechselten.

Zwingli studierte als Schüler des großen Humanisten Erasmus von Rotterdam nicht nur das Lateinische, sondern auch die griechische Sprache und war so in der Lage die Bibel in der Ursprache zu lesen. Als Papstanhänger verlor er seine Pfarrstelle und ging zuerst nach Einsiedeln und dann nach Zürich (1519). Dort erreichte er seinen reformatorischen Durchbruch durch einen Akt provokativen Fastenbrechens, denn er hielt sich einfach nicht an das Fastengebot. Da es keine Trennung von Kirche und Staat gab, wurde öffentlich vor dem Rat der Stadt Zürich über das Fasten debattiert, das schließlich abgeschafft wurde (1523). Im Herbst des Jahres folgte die zweite Disputation mit fast 900 Teilnehmern und dem Ergebnis des Bilderverbots. Schließlich wurde im Zuge der dritten Disputation die Messe abgeschafft. Mit 38 Jahren heiratete er die Frau, die ihn als Pestkranken gepflegt hatte. 

Zwingli übersetzte das Alte und das Neue Testament aus den Ursprachen ins Deutsche. Die Zürcher Bibel war 5 Jahre vor der Lutherbibel fertig. Als Philipp von Hessen einen großen protestantischen politischen Bund schließen wollte, lud der Fürst alle wichtigen Reformatoren 1529 nach Marburg ein. Aber Luther wollte sich auf die Position Zwinglis in der Abendmahlsfrage nicht einlassen. Zwei Jahre danach brach ein Krieg zwischen Zürich und den fünf katholischen Urkantonen aus, in dessen Verlauf Zwingli den Tod fand. 

Zwingli war ein vom Humanismus erasmischer Provenienz geprägter Theologe, der sich deutlich von Luther unterschied. Das Abendmahlsverständnis Luthers lehnte er ebenso ab wie die Zwei-Reiche Lehre. 

Abb. Zürcher Bibel, Übersetzung von Zwingli 1524/1529

 

 

21. bis 27. Januar 2019: Ökumenische Bibelwoche der fünf Gemeinden in unserer Region

Die diesjährige Ökumenische Bibelwoche zum Philipperbrief wurde vom 21. bis zum 24. Januar  von den vier Gemeinden unserer Region sowie der Freien evangelischen Gemeinde Hannover ausgerichtet. Jeder Tag der Woche stand unter einem anderen Thema bzw. Textabschnitt und fand in einer anderen Gemeinde jeweils ab 19.30 Uhr für die Region veranstaltet. Träger d

er Veranstaltungsreihe und der Materialien ist die „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland“(ACK). 

Am 22. Januar fand das Treffen in St. Philippus statt. Es waren 36 Besucher anwesend. 

Der Text, der für den Abend vorgegeben war, stand im Brief des Paulus an die Philipper im 1. Kapitel, in den Versen 1 – 26 , sowie im 2. Kapitel in den Versen 1-11. Es ist ein Text, der in klassischer Weise zusammenfasst, was es bedeutet, christlich zu leben. Es ist zudem ein Text, der eine wichtige Stelle der paulinischen Christologie enthält: „Diese Gesinnung heget in euch, die auch in Jesus Christus war. ... Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“ 

Es war ein ein langer Text mit durchaus schwergewichtigen Textstellen, so dass – nach einer historischen Einführung durch Frank Schlieter und einführenden Worten unserer Pastorin methodisch auf eine Form der Arbeitsteilung durch Gruppenbildung zurückgegriffen werden musste. Eine der so gebildeten Arbeitsgruppen befasste sich mit dem Thema des Leidens als Christ, was im Vers 29 deutlich ausgesprochen ist: „Denn euch ist es gegeben um Christi willen, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden ...“ Leiden um Christi willen war eine jahrhundertelang bewusst geübte christliche Praxis, die als Nachfolge Christi bezeichnet wurde. Heute ist sie vielen so fremd geworden. Daher wurden Beispiele zusammengetragen und Erfahrungen ausgetauscht, was Leiden um Christi willen heute eigentlich heißen könne. In anderen Gruppen ging es um andere Themen des Textes, die am Schluss zusammengetragen wurden. 

Es ist eine wichtige Erfahrung mit Menschen aus verschiedenen Gemeinden zu sprechen, die einem bislang weitgehend unbekannt waren, weil sie in anderen Teilen des Region leben und teilweise zu konfessionell anders ausgerichteten Gruppen gehören. Aber es ist eine denkbare Form geistlichen Lebens in unseren Gemeinden, die dem sonstigen gottesdienstlichen Geschehen gegenüber den besonderen Charakter der menschlichen Begegnung enthält. 

 

25. Januar 2019: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Gedenkkultur

Der Männerkreis befasste sich am 25. Januar mit der Gedenkkultur für die Opfer von Krieg und Gewalt zwischen 1933 und 1945. Dazu war der Burgwedeler Kommunalpolitiker Rudolf Gutte eingeladen, der über die jahrelange Debatte in Großburgwedel ein Buch geschrieben hatte mit dem Titel „Vom Soldatenehrenmal zum Denkmal für alle Opfer des Nationalsozialismus.“ Schon der Titel ist Programm, denn Rudolf Gutte engagiert sich für die Erweiterung des Opferbegriffs. Nicht nur die Soldaten sind für ihn Kriegsopfer, sondern auch die indirekt durch Kriegshandlungen ums Leben gekommenen Menschen, seien sie Bombenopfer oder anderweitig durch Kriegseinwirkungen  zu Tode gekommenen Zivilopfer. Opfer von Krieg und Gewalt waren aber auch diejenigen, die aufgrund des massiven NS-Rassenwahns ihr Leben verloren. Schließlich gehören die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zumeist aus Osteuropa, z.T. aber auch aus westeuropäischen Ländern dazu, die anstelle der zum Kriegsdienst eingezogenen Soldaten die Produktion aufrechterhalten mussten. Die Kinder dieser zwangsweise Dienstverpflichteten gehören, sofern sie aufgrund der Kriegsumstände ums Leben kamen, ebenfalls zu den Opfern.

Diese Sichtweise war neu, aber sie war seit einiger Zeit auch die Sichtweise des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dennoch entbrannte in Burgwedel eine Debatte, ob nicht doch die bisherige Sichtweise gelten solle, nur für die am Kampfgeschehen beteiligten Soldaten Erinnerungstafeln aufzustellen und alle anderen Kriegsopfer beiseite zu lassen. Auf den Erinnerungstafeln an die Kriegstoten des Ersten Weltkriegs war dies stets der Fall gewesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zumeist keine  neuen Denkmäler, sondern lediglich die Erweiterung der bisherigen um neue Namen. Jetzt aber sollte wesentlich mehr geschehen. Es sollten alle Gruppen von Toten in das Gedenken einbezogen und dazu ein ganz neues Denkmal auf dem „Ehrenfeld“ auf dem Friedhof an der Tönser Straße aufgestellt werden. Hauptstreitpunkt wurde die Frage, ob auch die an Kriegsverbrechen beteiligten SS-Leute in das Gedenken einbezogen werden, oder ob diese davon ausgeschlossen werden sollten, zumal die jüdische Gemeinde es ablehnte, ihre Toten zusammen mit SS-Leuten auf einer Gedenktafel zu nenne.  Gerade angesichts solcher Kontroversen musste auf eine Formulierung der Gedenktafel geachtet werden, die alle denkbaren Missverständnisse ausschloss. Dies scheint zumindest bei einer der Erinnerungstafeln, deren Formulierung praktisch alle Soldaten unter Verdacht stellt, was eigentlich nicht die Absicht war,  nicht wirklich gelungen zu sein. 

Dennoch muss festgehalten werden, dass in Burgwedel bei aller Kontroversität sehr ernsthaft darum gerungen wurde, einen neuen Weg des Gedenkens zu finden, der allen Opfergruppen Gerechtigkeit widerfahren lässt.

 

1. Februar 2019: Arbeitskreis Reformation im Reich und in Europa - X. Abend: Johannes Calvin und der Calvinismus

Der Reformationskreis befasste mit Johannes Calvin (1509 – 1564), dem Reformator der Schweiz (neben Zwingli) und von Teilen Westeuropas sowie Teilen von Ungarn und Polen. Eigentlich war das Thema zu umfassend für eine Sitzung.

Calvin aus Noyon/Picardie wuchs unter sehr günstigen Bedingungen auf. Bei der Begegnung mit Studenten und verschiedenen Universitätslehrern kam er mit dem Luthertum, das in Frankreich als Ketzerei galt, in Berührung. In Orléans und Bourges widmete er sich der Rechtswissenschaft, aber auch bereits humanistischen Studien. Mehrfach musste er unter falschem Namen fliehen, fand aber auch Personen, u.a. adlige Frauen, die ihn schützten.  Im Austausch mit anderen Geflüchteten bildete sich allmählich seine reformatorische Grundentscheidung heraus. Zentral war auch für Calvin die Botschaft von der Gnade Gottes in Christus, die er den Schriften Martin Luthers entnommen hatte. Zudem praktizierte er das Priestertum aller Gläubigen, denn er besaß keine Priesterweihe, hielt aber Gottesdienste. 1535 floh er nach Straßburg, wo er mit Martin Bucer zusammenarbeitete. In dieser Zeit erschien die erste Ausgabe seiner Hauptschrift „Institutio Christianae religionis“ (Unterricht in der Christlichen Religion). Erst 1536 war die Verfolgungszeit beendet, Calvin konnte wieder frei reisen. In Genf bat ihn Guillaume Farel, eine Kirchenordnung auszuarbeiten, die ungewohnt streng gehandhabt wurde, was Unmut hervorrief.  Beide Theologen wurden ausgewiesen und gingen nach Straßburg. Dort wurde Calvin Pfarrer der Flüchtlingsgemeinde, bis er 1541 doch wieder nach Genf zurückgerufen wurde. Er kam unter der ausdrücklichen Bedingung, eine Kirchenordnung ausarbeiten zu dürfen. Die Mehrheitsverhältnisse im Rat hatten sich geändert, so dass nunmehr die strengen Calvinisten in Genf das Sagen hatten. Warum diese Strenge? Für Calvin steht die Ehre Gottes im Zentrum. Ihr dient die Kirche zuallererst. Daher betonte er die Lehre von der Prädestination vor allem zum Heil als Trost für die Verfolgten, bisweilen aber auch zum Unheil, was Luther vermied. Kirche ist Leib Christi und Christus ist ihr Haupt. Kirchenzucht dient dem Ziel, Schande von Christus auch äußerlich sichtbar abzuwehren. Die Leugnung der Trinität Gottes war für Calvin äußerste Blasphemie, sodass er sogar einen Ketzerprozess durch den Rat der Stadt geschehen ließ. Dennoch gehen vom Calvinismus die eigentlich modernen Wirkungen der Reformation aus, denn sie wirkte in Westeuropa durch die Aufnahme von Strukturen der Stadtregierungen großer Städte wie Straßburg und Genf. Für Calvin war die Verbindung von Aristokratie und Demokratie die beste Staatsform, was Luther fremd war. Für diesen war auch Widerstand gegen die Obrigkeit verboten, für Calvin im seltenen Ausnahmefall denkbar. So erschließt sich, dass die calvinistischen Kirchen einer im Volk von unten her gebildeten Bewegung entsprangen. In der asketischen Lebensweise der Calvinisten sah Max Weber (1904) den Ursprung des westlichen Kapitalismus. 

Um den Unterschied zwischen Calvinismus und Luthertum zu verstehen, ist es wichtig, die verschiedenen Ursprünge zu beachten. Calvin war ausgebildeter Jurist, nicht aber vor allem Mönch wie Luther. Zwar kam auch Luther mit juristischem Denken und dem Humanismus in Berührung, doch war Calvin der Humanismus sehr viel wichtiger. Gar nicht unterschätzen sollte man die Herkunft Calvins aus der Stadtkultur Frankreichs, die sich anders, als Luther es tat, schon weitgehend aus dem Mittelalter gelöst hatte. 

 

5. Februar 2019: Gespräche mit den Nachbarn 

 Am 5. Februar sprach Pastorin und Oberkirchenrätin Schulz-Grave über ihre  langjährige Tätigkeit im Dienst von Kirche und Gemeinden. Dabei stand die Evangelische Erwachsenenbildung im Vordergrund. Es wurde deutlich, dass nicht nur Lehrer und Erzieher, sondern vielfach auch die Eltern selbst von der Evangelischen Erwachsenenbildung angesprochen werden und Hilfe erhalten. Vielen fehlt die Erfahrung und der ausreichende Kenntnisstand, um mit ihren Kindern über religiöse Fragen sachangemessen zu sprechen.  Für einen evangelischen Kindergarten ist es wichtig, dass die religionspädagogische Arbeit zu ihrem Recht kommt und diese so sachgemäß wie möglich mit den Kindern betrieben wird. 

Obwohl es wünschenswert gewesen wäre, wenn sich mehr Teilnehmer eingefunden hätten, gab es eine angeregte Diskussion im Anschluss an das Referat. Dabei kristallisierte sich besonders eine Frage heraus:  Was ist heute Gemeinde? Dabei war die Ausgangsfrage: Was ist das Hoyaer Modell des Konfirmandenunterrichts und weshalb wurde es bei uns aufgegeben? Letztlich stimmten alle darin überein, dass das Hoyaer Modell, bei dem die Eltern unmittelbar einbezogen sind, was zu einer Kooperation von Gemeinde und Elternschaft führt, das beste und wirkungsvollste, aber auch das arbeitsintensivste Modell ist. Da aber eine halbe Pastorenstelle dazu nicht ausreicht, musste es in unserer Gemeinde aufgegeben werden. P. Bührer berichtete über ähnliche Erfahrungen aus Württemberg. Ob es allerdings ausreicht, angesichts des Problems der nachlassenden Mitarbeit in unseren Gemeinden auf die Weihnachtschristen zu setzen, blieb am Ende doch die Frage. 

 

10. Februar 2019: Two Flutes 

Am Nachmittag des 10. Februar 2019 fand ein Flötenkonzert in der St. Philippuskirche statt. Es war ein Konzert der besonderen Art. Es spielten zwei Flötistinnen, Eileen Skolik und Marie Leinpinsel, die sehr gut harmonierten und einander ergänzten. Nur zwei Flöten, ist das nicht langweilig? Im Gegenteil, bis zum letzten Ton hielten uns die beiden jungen Mädchen, nett anzusehen mit ihrem hübschen Kleidern, in Bann. Im Voraus schon einmal herzlichen Dank!

J. S. Bach

(1685-1750)      Suite h-Moll, 7. Badinerie

                         Dieses wunderbare bekannte Stück wurde meisterhaft vorgetragen.

W. F. Bach

(1710-1784)     Sonata G-Dur Fk 59, 1. Allegro ma non troppo, 2. Cantabile, 3. Alla breve, 4. Gigue: Allegro

                         Zusatz: Begebenheiten aus dem Leben des Komponisten

F. A. Hoffmeister 

(1754-1812       Sonate B-Dur op. 49 Nr. 2,

                         1. Allegro - beschwingt, 2. Aria, poco Adagio- einschmeichelnd, 3. Rondo – beschwingt und gekonnt, große Freude zuzuhören

                         Zusatz: Begebenheiten aus dem Leben des Komponisten

F. Kuhlau

(1768-1832)     3. Duett op. 81,

                        1. Allegro – tolle Läufe, 2. Andante con moto – sehr einfühlsam vorgetragen, 3. Rondo – wunderbar, auch wie die zwei sich ergänzten und         ablösten.

                         Ein Ohrenschmaus und Hochgenuss!

                         Zusatz: Begebenheiten aus dem Leben des Komponisten

Eine kleine Zwischenzugabe mit Michael Sodt am Flügel. Die „Lockvögel“ von Wilhelm Popp (1828-1903). Popp war ein deutscher Flötist und Komponist, der auch für Salon-Musik bekannt war. Man hörte zwitschern, locken und betören. Toll gespielt!

In der Pause verwöhnte uns Familie Leinpinsel mit Getränken und Häppchen. Vielen Dank dafür! 

W. A. Mozart 

(1756-1791)         Duetto K. 378, 1. Allegro moderato- spritzig, 2. Andante sostenuto – sehr innig, 3. Allegro molto, 4. Allegro assai – Allegro molto - –

                             tänzerisch und beschwingt, wunderbar  

J. B. Vanhal          

(1739-1839)       „Die Bedrohung und Befreiung der k. k. Haupt- und Residenzstadt Wien“

                           Nach dem Lebenslauf Lesung der Titel der einzelnen musikalischen Sequenzen durch Michael Sodt.

                           Sehr gut übersetzten die beiden Flötistinnen die einzelnen Abschnitte des Geschehens,

                           sehr glaubhaft und mit Esprit begeisterten sie die Zuhörer. 

J. Haydn

(1732-1809)       „Schon eilet froh der Ackersmann“ aus „Die Jahreszeiten“ – Allegretto – ein beschwingtes Stück, heiter gespielt, es machte Spaß zuzuhören.

Jan Clarke

Geb. 1964          „Maya“, Stück eines jungen englischen Flötisten und Komponisten. 

                           Es wurde sehr einfühlsam gespielt und von Michael Sodt am Flügel begleitet, was uns allen sehr gut gefiel.

So war auch dieses Konzert ein Hochgenuss, welches mit starkem Applaus bedankt wurde.

                                                                                                                                                         Hannelore Bader

 

22. Februar 2019: Männerkreis Isernhagener Gespräche - „Yes, we can!“ einmal anders, nämlich beim ‚Senior Experten Service’ (SES)

Alte Menschen füllen nicht nur die Heime und sind hauptamtliche Kandidaten für Demenz und andere Formen der Nichtbewältigung ihres Lebens, sondern regieren im hohen Alter noch Staaten wie  z.B. Adenauer und de Gaulle zu ihrer Zeit. So darf es nicht überraschen, wenn für diesen Teil der älteren Generation in den letzten Jahren reiche Beschäftigungsmöglichkeiten gefunden wurden, die ihre z. T.  ebenso reichen Befähigungen und Wissensstände zum Nutzen der deutschen, aber auch der überseeischen gesellschaftlichen Entwicklung einsetzen wollen. Der Männerkreis beschäftigte sich mit solchen Möglichkeiten im Rahmen des ‚Senior Experten Service’. Es referierte Herr Horni, der ebenso wie Herr Watermann selbst ehrenamtlich für den SES tätig sind. Außerdem berichteten die Mitglieder unserer Gemeinde, Herr und Frau von Plato, von ihren Erfahrungen bei ihren Einsätzen im Ausland.  

Der SES wurde 1983 gegründet und ist eine Stiftung der Deutschen Wirtschaft für Internationale Zusammenarbeit.  Gefördert wird er vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der deutschen Wirtschaft.  Der SES ist in allen Erdteilen vertreten, wirkt aber auch in Deutschland. Vor allem hat er in den letzten Jahren angesichts der Hiobsmeldungen von einer überaus hohen und steigenden Quote von Abbrechern der Ausbildung ein Programm mit dem Titel ‚VerA’ aufgelegt. Hier werden den gefährdeten Auszubildenden beruflich erfahrene Gesellen und Meister an die Seite gestellt, die sich bereits im Rentenalter befinden.  Lt. Umfragen ist gerade dieses Programm besonders erfolgreich. 

Aber begonnen hatte das Programm mit Auslandseinsätzen.  Es gibt 200 ehrenamtliche Repräsentanten in 92 Ländern. Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe unter dem Motto „Zukunft braucht Erfahrung“. Die Einsätze erfolgen in kleinen und mittleren Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen, im Sozialbereich, im Bildungswesen und im Gesundheitswesen. Gebraucht werden Menschen mit Erfahrung in Produktionsabläufen, im Vertrieb, im Finanzierungswesen, Umweltschutz und Fragen der Energieerzeugung, aber auch Menschen mit der Befähigung veraltete durch neue Strukturen zu ersetzen. Leider ist der Einsatz in China im Gegensatz zur Zahl der Einsätze in Afrika noch viel zu hoch. Der Zufriedenheitsgrad der an Einsätzen Beteiligten ist hoch.

Die Diskussion mit den Referenten vom SES verlief sehr angeregt und engagiert. Dabei gab es auch kritische Rückfragen, die von den Referenten aber positiv aufgenommen wurden.

 

 

 

24. Februar 2019: 12. Kinder- und Jugendkonzert in St. Philippus 

 

Unser diesjähriges Jugendkonzert wurde von Frau Dr. Barckhausen wieder sehr gut organisiert. Vielen Dank dafür! Es ist jedes Jahr wieder eine Freude, die kleinen Talente zu hören, die in unserer Gemeinde aufwachsen. Die Jüngste war 6 Jahre alt, die Älteste 17 Jahre. Alle machten ihre Sache sehr gut.

Wir hörten Klavier, Geige, Cello, Flöte, Alto, Trompete, Gitarre und ein besonderes Instrument „Kalimba“, von Melry Gansloser vorgetragen mit besonderem zarten Klang. Auch mit der Blockflöte überzeugte sie. Ich möchte nun nicht die einzelnen kleinen Künstlerinnen und Künstler aufführen – es war eine große Freude allen zuzuhören. Ihrem Alter entsprechend spielten sie sauber und gekonnt.

Überzeugend – um nur ein Beispiel zu nennen - war Hannah Wille (Geige) mit dem „Adagio“ aus dem Konzert E-Dur von J. S. Bach und mit dem 1. Satz aus Beethovens Sonate A-Dur, einfühlsam begleitet von Dr. Michael Sodt. Und dann natürlich wieder Leon Gershanovych (Klavier) mit R. Schumanns „Knecht Ruprecht“ und dem Ohrwurm „Yesterday“ von den Beatles.

So wurde das mal wieder ein sehr gelungenes Konzert, welches die Zuhörer erfreute, die sich ihrerseits mit starkem Applaus bei den kleinen Künstlerinnen und Künstlern bedankten.

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

 Hannelore Bader

 

28. Februar 2019: Mitarbeiterabend

 

Am 28. März fand der traditionelle Abend für die Mitarbeiter/innen unserer Gemeinde statt. Es waren auf die Einladung des Kirchenvorstands hin fast 60 Mitarbeiter gekommen, so dass der Saal brechend voll war, denn alle wollten gemütlich an einem Tisch Platz nehmen. Es wurde ein geselliger Abend, der von unserem Organisten,  Herrn Othmer, sogar mit Tafelmusik begleitet wurde. Er spielte Evergreen-Melodien und Ohrwürmer aus früheren Jahrzehnten, auch Lieder von den Beatles und andern Gruppen. Es war sehr unterhaltsam! Für Speis’ und Trank war bestens gesorgt, denn jeder hatte etwas mitgebracht, so dass es nicht allzu sehr ins Geld ging. 

Die Pastorin versuchte die im Raum versammelten Haupt- und Ehrenamtlichen vorzustellen, was bei der Fülle der Anwesenden recht lange hätte dauern können, wenn ihr nicht ein kleiner Trick eingefallen wäre. Sie fragte einfach die Arbeitsfelder ab und bat die jeweils auf diesen Feldern Tätigen, sich zu melden. Dann fehlte zwar immer noch etwas, z. B. der Name, aber man war doch danach beeindruckt, was in unserer Gemeinde alles läuft. Zudem enthielt die Liste der aufgezählten Arbeitsfelder durchaus auch Lücken, was aber leicht zu verkraften war, denn es bildeten sich umgehend zugewandte fröhliche Tischgesprächsrunden.

Es verwunderte nicht, dass es angesichts dessen zahlreiche Teilnehmer/innen gab, die nicht daran dachten, nach Hause zu gehen - zumal alles so festlich gedeckt war und die Speisen von raffiniertem Salat bis zu leckerem Braten nicht zu verachten waren. Allen soll an dieser Stelle herzlich gedankt werden und natürlich auch denen, die am Ende ein Einsehen hatten, dass auch ein Mitarbeiterabend nicht ewig dauern kann und daher beim Abräumen, Abwaschen und Aufstapeln der Tische und Stühle kräftig mit anpackten. 

 

8. März 2019: Arbeitskreis Reformation im Reich und in Europa, XI. Abend - Reichsstadt und Reformation

 

Im Reformationskreis ging es diesmal unter dem Titel „Reichsstadt und Reformation“ um die Rolle der Städte in Deutschland im Gesamtprozess der Ausbreitung der Reformation. Dabei wurde zunächst die Definition des Begriffs Reichsstadt geklärt und um die Unterscheidung zwischen Reichsstädten und Freien Städten.  Entscheidung ist die Reichsunmittelbarkeit der Reichsstädte, d. h. dass sie einzig und allein dem Kaiser unterstellt waren. Demgegenüber hatten sich die „freien“ Städte von einem Landesherrn (weltlicher Fürst oder Bischof)  freigekämpft und hatten de facto sogar mehr Freiheit als die Reichsstädte. Es wurden drei Städte als charakteristische Beispiele herausgegriffen: Nürnberg, Straßburg und Magdeburg. Dabei war Magdeburg formell keine Reichsstadt, aber eine der ganz großen und für die Reformation bedeutsamen Städte.  Viele Reichsstädte waren winzig. Die Größe der Städte aber spielte für die Reformationsgeschichte eine Rolle, wenn es um die Frage der Verbreitung reformatorischen Denkens geht.

Nürnberg war hier besonders wichtig mit seinen zahlreichen Druckerwerkstätten und einflussreichen Ratsfamilien und seiner Fülle an klugen Köpfen wie Albrecht Dürer, Lazarus Spengler, Hans Sachs und vielen anderen. Die Einführung der Reformation folgte in den großen Städten oft der städtischen Tradition der Mehrheitsentscheidung. In Nürnberg entschied sich der Rat 1525 nach ausführlicher Debatte zwischen altgläubigen und lutherischen Theologen (Nürnberger Religionsgespräch 1525) für die Einführung der Reformation. Damit war Nürnberg die erste Reichsstadt, die die Reformation einführte. Mehr an Provokation wollte man dem Kaiser als Stadtherrn nicht zumuten.

Das zweite Beispiel war Straßburg, eine weltoffene Stadt mit geistiger Nähe zur zwinglianischen Schweiz und ein Zufluchtsort für Glaubensflüchtlinge. Hier hatte nicht der bedenkenträgerische Stadtadel wie in Nürnberg, sondern hier die Zünfte die tragende Rolle übernommen. Es war ein anderes politisches Klima. Straßburg war eine Stadt an der Hauptverkehrsachse des Mittelalters, dem Rhein. Hier hatten die einfachen Leute das Sagen, die u. U. rasch und impulsiv handelten. So war es möglich, dass auch in Straßburg Massenverbrennungen von Juden vorgekommen waren, weil man ihnen 1348 die Pest in die Schuhe schob. Straßburg brauchte den militärischen Schutz des evangelischen Bündnisses (Schmalkaldischer Bund) und war des halb bereit, sich der fürstlichen Macht zu beugen und sich mit Luther und den Wittenbergern zu verständigen. Die Zwinglianer waren nunmehr ausgegrenzt. 

Aus zeitlichen Gründen musste das politisch widerständige streng lutherische Magdeburg auf das nächste Treffen verschoben werden, so dass am Schluss nur noch ein kurzer Überblicksvergleich stand.  

                                   

10. März 2019: Konzert „Zeitreise“ in St. Philippus

 

Eine Zeitreise vom Barock bis zur Gegenwart wurde uns in diesem wunderbaren Konzert geboten. 

Die beiden Künstler – Marie Leinpinsel (Flöte) und Michael Sodt (Klavier) - begannen mit G. P. Telemanns „Fantasien“ für Flöte solo, Nr. 6 (TWV 40.7); die drei Sätze wurden romantisch, dann spritzig und lebhaft gespielt, durch gekonnte Körpersprache unterstützt. 

Es folgte ein Konzert von C. Stamitz (G-Dur, op. 29). Hier beeindruckte besonders das eindrucksvolle Zusammenspiel mit dem Klavier. In „La flute de Pan“ op. 15, des französischen Lehrers und Komponisten J. Mouquet hörte man im 1. Satz förmlich das Vogelgezwitscher. Der Vortrag wurde unterbrochen mit zwei kleinen Gedichten. 

 In der Pause konnte man sich an verschiedenen Köstlichkeiten erfreuen, die Familie Leinpinsel vorbereitet hatte. Vielen Dank dafür!

Das 20. Jahrhundert begann mit einer Sonatina des ungarischen Lehrers und Komponisten P. Járdányi. In diesem Stück faszinierte besonders, wie sehr die beiden Künstler aufeinander eingingen. So erklang ein sehr harmonisches Werk.

Die Komposition „Hypnosis“ des englischen Flötisten I. Clarke führte uns in die Gegenwart. Verwunschene Klänge verführten zum Träumen. Das Programm wurde mit einer Sonata des georgischen Komponisten O. Taktakishvili beschlossen, die meisterhaft vorgetragen wurde. Bei aller Modernität war das Hörerlebnis nicht nur faszinierend, sondern auch ausgesprochen mitreißend. 

Als Zugabe spielte Marie Leinpinsel erneut ein Stück von I. Clarke, das mit allen Finessen ausgestattet war – Atmen, Pusten, Flötentöne – interessant, was man alles an Technik mit der Flöte machen kann! Die Zuhörer waren begeistert. Langer Applaus belohnte die beiden Künstler.

So war auch dieser Musiknachmittag wieder ein unglaublicher Genuss und wir alle hoffen auf eine Wiederholung, mit hoffentlich mehr Zuhörern. Großer Dank an die beiden Musiker!

 

                                                             Hannelore Bader

 

12. März 2019: Gemeindeversammlung in St. Philippus

Die gut besuchte Gemeindeversammlung hatte zwei Hauptinhalte:

Zum einen gab es die Darstellung aller Aktivitäten und Arbeitsbereiche unserer Gemeinde in großen Plakaten, die an den Wänden des Gemeindesaals aufgehängt wurden. Zum andern gab es als Haupt- und Diskussionsthema die Darstellung der Initiative „... auf eine Tasse Tee“. 

1. Dank guter Vorbereitung durch das Vorbereitungsteam kam eine beeindruckende Anzahl selbstgefertigter Plakate zusammen. Da die Zeit letztlich zu kurz war, um alles anzuschauen, beschloss der Kirchenvorstand in seiner Sitzung vom 14. März, diese Plakate im Internet zugänglich zu machen und einzelne dieser Werke auch im „Blick vom Turm“ abzubilden, so dass die wenigen Gruppen, die bei der Premiere am 12. März aus diversen Gründen fehlten, die Chance bekommen, sich ebenfalls darzustellen. 

2. Zum Projekt „... auf eine Tasse Tee“ siehe den Beitrag von Frau Dr. U. Günther unter „Aus dem Kirchenvorstand“.

 

 

24. März 2019: Konzert des Kammerorchesters Bothfeld

 

Diesmal hatten wir erneut ein besonderes Konzert. Sabine Lauer leitete ihr Orchester, welches 25 Streicher hatte, Profis und Laien, präzise, souverän und gekonnt.

Das Programm begann mit der Streichersinfonie Nr. 4 c-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), das dieser mit erst 12 Jahren geschrieben hat: Grave – gewaltig, Allegro – sehr facettenreich, Andante – lieblich, Allegro vivace –super gespielt mit einem sehr einheitlichen Klang.

Es folgte Adagio & Fuge c-moll KV 546 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Wie anders klang dieses c-moll Konzert, welches Mozart kurz vor seinem Tode schrieb. Das Adagio klang für mich nach Todessehnsucht, ich bekam eine Gänsehaut. Die Fuge: Allegro war gewaltig, manchmal etwas grob gespielt. Kein typischer Mozart.

Das Werk des dritten Komponisten Ernest Chausson (1855-1899) war das Konzert für Violine (Birte Päplow), Klavier (Nicolai Krügel) und Streichorchester op 21, das überaus schwer war und dennoch von den Solisten gekonnt vorgetragen wurde. Schade, dass ich den Werdegang der beiden Solisten hier nicht beschreiben kann, das würde den Rahmen sprengen. Sie sind beide hochbegabt und von berühmten Lehrern ausgebildet. Die Konzertsätze: Décidé – toll gespielt, Sicilienne: Pas vite – wunderbar, Grave – sehr einheitlich und beeindruckend, Très animé – zum Teil gewaltig. Insgesamt ein beeindruckendes Stück und faszinierend vorgetragen. Mir gefiel es sehrgut.

Als Zugabe gab es ein Menuett von Hubert Parry (1848-1918), welches vom Orchester sehr zart und lieblich aufgeführt wurde.

Die Zuhörer in der voll besetzten Kirche dankten den Künstlerinnen und Künstlern mit starkem Applaus. Es war ein tolles Konzert. Wir hoffen auf einen neuen Besuch und danken der Dirigentin und den Musikerinnen und Musikern. 

                                                                                                            Hannelore Bader

 

25. März 2019: Stadtteilrundfahrt des Seniorenkreises

Zu unserer Stadtrundfahrt in den Süd-Osten von Hannover starteten wir bei Regen, aber wir saßen ja im schönen warmen Bus. In Kirchrode stieg die uns allen schon lange bekannte Stadtführerin  Frau Eckhardt mit ein, und los ging es Richtung Bemerode, zuerst den Bünteweg entlang. Hier sind mehrere Institute der Tierärztlichen Hochschule wie die Rinderklinik, die Kleintierklinik, die Klinik für Pferde und das Zentralgebäude der Hochschule. Auf dem früheren Kali- und Salz-Gelände entwickelt heute das Pharmaunternehmen Boehringer Impfstoffe mit Hilfe von Tierversuchen an Schweinen. Bürgerinitiativen hatten versucht,
das zu verhindern.


Wir kamen zum Neubaugebiet Kronsberg, das zur Expo nach ökologischen Maßstäben bebaut wurde. Die Passiv-Häuser brauchen zum Heizen und für Warmwasser keine zusätzliche Energie mehr. Zur Toilettenspülung wird Regenwasser benutzt. Mit seinen 6000 Bewohnern ist der Kronsberg eine kleine Stadt für sich. Es sind jetzt noch 3500 weitere Wohnungen geplant. Die D-Süd-Linie der Stadtbahn wurde auch bis zum Kronsberg durchgeführt, z.T. unterirdisch.

In der Wülfeler Straße, wo früher  Bauernhöfe waren, ist heute IBM und das Norddeutsche Rechenzentrum., und hier baut Rossmann gerade ein Logistikzentrum. Wegen der vielen Baustellen hatte Frau Eckhardt es schwer, eine Rundfahrt für unseren großen Bus zu finden ohne ein Strafmandat zu riskieren.

Als wir zur Besichtigung des Stadtklosters "Kirche der Stille" im ev. Kirchenzentrum Kronsberg ausstiegen, hatte der Regen aufgehört. Uns erwartete ein großer heller Sakralraum, in dem es immer Angebote zu den Themen Gebet, Stille und Meditation gibt und der eine Begegnungsstätte für alle ist.

Gelegenheiten zu zwanglosen Begegnungen hat man am Kronsberg genügend. Frau Eckhardt ging mit uns noch in das geräumige Gesundheitszentrum. Das ist ein Gebäudekomplex mit einer Art Innenhof, wo es die Apotheke und verschiedene Arzt- und Therapiepraxen gibt. In einem  dritten Zentrum, ebenso großzügig geplant, findet man die Bücherei, Buchhandel und Informationen über den Stadtteil.

Nach einer kleinen Pause im Bus mit Kaffee und kleinem Gebäck erreichten wir bald das Messegelände und das ehemalige Expogelände. Viele der Pavillons der verschiedenen Länder konnten nach der Ausstellung gut verkauft werden. Auch die Hochschule erwarb einige Gebäude. Die Kirche, "der Wal", wird Sonntag für Sonntag gut besucht und ist  besonders bei jüngeren Menschen sehr beliebt. In schlechtem Zustand ist der Niederländische Pavillon, für den es aber immer wieder Interessenten gibt. 

Auf dem Rückweg kamen wir noch am Luftfahrtmuseum vorbei und am Buddhistischen Kloster mit dem Buddha in Gold auf dem Platz der Erleuchtung.

Noch viel Interessantes erfuhren wir unterwegs und fanden wieder bestätigt, dass sich eine Fahrt mit Frau Eckhardt immer wieder lohnt. Wir danken Frau Eckhardt und auch besonders unserem Busfahrer Thomas!

Dankbar für diesen schönen Tag erreichten wir wieder unsere Philippuskirche.

                                                                                                                    Monika Schneider                                                                                        

 

22. März 2019: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Muslimische Verbände

 Am 22. März referierte Prof. Dr. Wolfgang Reinbold, der Beauftragte für Kirche und Islam der hannoverschen Landeskirche, über „Muslimische Strömungen und Verbände in Niedersachsen“. Es war ein sehr aufschlussreicher Vortrag, der über die muslimischen Strukturen informierte, die den meisten Anwesenden in der Tat kaum geläufig waren. Insbesondere sind sie mit den kirchlichen Strukturen so gut wie gar nicht vergleichbar. Am bekanntesten ist noch die „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion“ (DITIB). Gegen diesen Verband gab es in den letzten Jahren schwere Vorwürfe wegen seiner weitgehenden Steuerung aus der Türkei. Im Herbst war der Vorstand des Landesverbandes Niedersachsen der DITIB geschlossen zurückgetreten, um mit diesem Schritt gegen die Einflussnahme der türkischen Regierung zu protestieren. Außerdem gibt es in diesem Verband eine immer wieder auftauchende Nähe zu Islamisten. 

Weniger bekannt, da weniger in den Schlagzeilen, ist der „Landesverband der Muslime in Niedersachsen e.V.“, genannt Schura. Der Verband hat nach eigenem Bekunden 92 Mitgliedsorganisationen. Er versucht eine übergreifende Vertretung aller Muslime in Niedersachsen. Hintergrund der Gründung war das Bestreben, einen eigenständigen islamischen Religionsunterricht für Niedersachsen herbeizuführen. Zu diesem Zweck besteht seit einiger Zeit ein Beirat für den islamischen Religionsunterricht in Niedersachsen, in den die beiden Verbände (DITIB und Schura) je zwei Vertreter entsenden. Es ist Ansprechpartner der niedersächsischen Landesregierung in muslimischen Angelegenheiten. Allerdings sind die Verbände nicht an der Erstellung der Lehrpläne für den muslimischen Religionsunterricht beteiligt, außer dass sie die Möglichkeit erhalten, zu den Kerncurricula für den muslimischen Religionsunterricht nach Fertigstellung Stellung zu nehmen. 

Noch nicht ausführlich konnte die unmittelbar zuvor Ende Januar erfolgte Neugründung eines gänzlich unabhängigen Verbandes für alle Muslime in Niedersachsen dargestellt werden. Hinter diesem neuen Verband stehen zehn Moscheevereine und drei Gruppen von Frauen, die selbst an der Universität Osnabrück islamische Theologie studiert haben. 

Fragen der Teilnehmer und Gäste nach weiteren Details wurden beantwortet, weitgehend offen blieben aber Fragen nach den  Beziehungen zwischen Christen und Muslimen. 

 

12. April 2019: Arbeitskreis Reformation im Reich und in Europa - XII. Abend: Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 

 

Der Reformationskreis beschäftigte sich am 12. April mit der Vorgeschichte des Augsburger Religionsfriedens von 1555. In dieser Thematik bündelten sich zahlreiche Teilthemen, die in vergangenen Sitzungen schon berührt worden waren, und die

se hatten weniger mit Theologie als vor allem mit der Politik von einem der einflussreichsten Fürsten zu tun. Ausgehend von der Niederlage der Protestanten bei Mühlberg 1547, bedingt durch den Seitenwechsel des protestantischen sächsischen Herzogs Moritz von Sachsen auf die kaiserliche Seite, ergab sich eine Schlüsselrolle dieses Fürsten in den folgenden sechs  Jahren.

Der Friedensschluss zwischen den im Schmalkaldischen Bund zusammengeschlossenen Protestanten und der kaiserlichen Partei in der Wittenberger Kapitulation von 1547 hatte Moritz die Kurfürstenwürde und große Gebietszuwächse gebracht. Dennoch war er alles andere als ein treuer Vasall des Kaisers, denn er machte sich zum Vorkämpfer der fürstlichen „Libertät“ gegenüber dem Kaiser und gegen die von diesem vorgeblich verlangte „viehische Servitut“.  Er führte daher eine Fürstenopposition von fünf protestantischen Territorien gegen den Kaiser an und bemäntelte dies mit der Belagerung Magdeburgs in kaiserlichem Auftrag (Vollzug der Reichsacht), ohne diese Stadt wirklich erobern zu wollen. Auch mit dem kaiserfeindlichen französischen König schloss er ein Bündnis, und kam so in den Genuss höchster Geldsummen, wofür er dem Franzosen die Bistümer Metz, Toul und Verdun versprach. So gelang es Moritz den Kaiser in Innsbruck zu überfallen. Nur mit knapper Not entging dieser ihm durch die Flucht.

Alle Verhandlungen des nunmehr unterlegenen Kaisers führte dessen Bruder Ferdinand, sein späterer Nachfolger als deutscher Kaiser. Ferdinand und Moritz schlossen in Abwesenheit des Kaisers Karl V. mit dem sog. Passauer Vertrag von 1552 einen Kompromiss. Der wichtigste unter den Vertragspunkten war der Ausgleich zwischen beiden Religionsparteien auf der Basis des status quo. Auch die katholischen Fürsten wollten diesen Ausgleich. Mit diesem Vertrag wurde das Luthertum im Reich erstmals formal anerkannt. Letztlich findet die Kirchenspaltung definitiv erst jetzt im Jahr 1552 aufgrund einer politischen Einigung der Fürsten statt. In Augsburg erfolgt 1555 nur noch die reichsrechtliche Bestätigung des 1552 in Passau Vereinbarten. Das Ergebnis war ein 63 Jahre währender Friede im Reich. 

Das Hauptproblem in Augsburg war die Frage gewesen, ob jede Person oder nur der Fürst das Recht der freien Konfessionswahl habe. Das Ergebnis war die freie Konfessionswahl in den Reichsstädten und die Konfessionswahl des Fürsten in den Territorien, verbunden mit dem freien Auswanderungsrecht der konfessionell anders Orientierten.  

 

26. April 2019: Männerkreis Isernhagener Gespräche - Wilhelm Busch - „Und die Moral von der Geschicht ...“

 Unser langjähriger Teilnehmer Günter Krause im Männerkreis über  Wilhelm Busch als Maler und Dichter. Es war ein sehr gelungener und unterhaltsamer Abend, der mit um die fünfzig Gästen sehr gut besucht war. Insbesondere das Talent des Referenten, auswendig aus dem Werk Buschs zu rezitieren, trug zur Auflockerung und Stimmung bei. Die Versammelten erfuhren einiges über seine Kindheit und Jugend in Wiedensahl und Ebergötzen. Darunter waren viele völlig neue und überraschende Informationen, z.B. dass er mit dem Studium des Maschinenbaus in Hannover begonnen hatte, das er dann aber zugunsten des Kunststudiums aufgab. Die Zuhörer bekamen einen sehr guten Überblick über das von 1832 bis 1908 währende Leben Buschs. Seine Bedeutung  lag in der Erfindung des Comics.  Damals sprach man von  „Bilderpossen“. Aufgrund der Volkstümlichkeit seiner Inhalte war er schon in der 1860er und 1870er Jahren in Deutschland sehr bekannt. Er hatte mit diesen Arbeiten aus Gründen des Broterwerbs begonnen, denn er erfuhr, dass seine Beiträge für den „Müchener Bilderbogen“ u.a. bei den Lesern gut ankamen. Den Durchbruch erzielte er mit „Max und Moritz“. Diese berühmte Bildergeschichte aus den 1860er Jahren zahlte sich aber vor allem für den Verleger aus, der ein reicher Mann wurde. Aber Wilhelm Busch blieb tätig und reihte eine Bildergeschichte an die andere: „Die fromme Helene“, „Plisch und Plum“, „Hans Huckebein, der Unglücksrabe“ usw. 

Wilhelm Busch hätte eine große Zukunft als Maler gehabt, hätte er nicht viel zu große Ansprüche an sich selbst gehabt. Günter Krause berichtete, dass Busch immer wieder seine eigenen Bilder vernichtete. Erst als seine Neffen darauf aufmerksam wurden, konnten einzelne seiner Bilder gerettet werden. 

Bei aller Unterhaltsamkeit unterschlug Günter Krause keineswegs einige kritische Anfragen an Wilhelm Busch, vor allem die Frage: War Busch Antisemit? Seine Abbildungen von Juden lassen darauf schließen. Aber auch andere Aspekte trugen dazu bei, Busch in einem neuen Licht zu sehen: Mit zunehmendem Alter zeigte sich Busch immer offener als Alkoholiker. Bemerkenswert war aber auch, dass Busch zwar nicht verheiratet, aber dennoch ein Liebhaber der Frauen war, wozu der Referent einige Hinweise einfließen ließ. Schließlich war es eine gewisse Schockinformation, dass Busch sein gesamtes Erwachsenenleben hindurch ein so starker Raucher war, dass er täglich bis zu 60 oder 70 Zigaretten konsumierte. 

Am Ende seines Vortrags konnte der Referent den begeisterten Applaus seines Publikums entgegennehmen.

 

12. Mai 2019: Kirchencafé mit Diskussion über die Aktion „auf eine Tasse Tee ...“

Die Aktion "auf eine Tasse Tee", die in den letzten Monaten angelaufen war, erbrachte sehr unterschiedliche Ergebnisse. Darüber werden die Initiatoren der Aktion demnächst an dieser Stelle berichten. Am Sonntag, dem 12. Mai, wurde während des Kirchencafés ein ausführlicher Bericht mit anschließender angeregter Diskussion gegeben. Die Leitung hatte Frau Dr. Günther vom Kirchenvorstand. 

Als Platzhalter erscheint vorerst lediglich ein Foto von der sehr gut besuchten Kirchencafé-Veranstaltung, die dankenswerter Weise vom Bürgerverein Isernhagen-Süd e.V., der mit den Gemeinde eng kooperiert, mit reichlich Kuchen, Kaffee und Tee bestückt war.

 

10. Mai 2019: Arbeitskreis Reformation im Reich und in Europa - XIII. Abend: Glaubensflüchtlinge

 

Nachdem der Augsburger Religionsfrieden von 1555 die Spaltung in zwei Konfessionen im Reichstag festgeschrieben hatte, für Abweichler innerhalb eines Territoriums aber das Recht auf Auswanderung eingeführt worden war, galt es zu klären, ob die religiösen Verhältnisse sich so friedlich weiter entwickelten, wie dies nach dem Slogan „Cuius religio, euis religio“ zu hoffen war. Unter Verzicht auf eine strenge Chronologie wurde ausgeführt, dass lange Jahrhunderte vorher die Territorien bereits durch die Migration religiöser Minderheiten aufgrund von Vertreibung und Verfolgung gekennzeichnet sind. Zunächst ging es um die Waldenser, deren Wurzeln im 13. Jh. liegen. Und noch älter sind die Katharer in Italien und Südfrankreich, gegen die regelrechte Kreuzzüge geführt wurden. Sie hingen einer aus dem byzantinischen Osten stammenden dualistischen Lehre an und wurden bereits Opfer der Inquisition, die noch 1278 über hundert wegen Ketzerei Verurteilte in der Arena von Verona verbrennen ließ.

Manche der religiösen Bewegungen am Vorabend der Reformation griffen zunächst zu Gewaltmitteln, um sich zu verteidigen, fanden dann aber doch zu einem friedlichen Leben zurück, wie z.B. die Hussiten, die uns heute nur noch in Gestalt ihrer Nachfahren, der Böhmischen Brüder bzw. der Herrnhuter Brüdergemeine, geläufig sind. Auch die Täuferbewegung mit ihren von Menno Simons geprägten Gemeinden der sog. Mennoniten ist hier zu nennen. Letztlich gehören auch die Juden zu den Glaubensflüchtlingen des Mittelalters und der Reformationszeit. Vor allem Spanien zeichnete sich durch einen hohen Grad an Gewaltsamkeit aus. Als Rückfall in vorreformatorische Verhältnisse kann alles bewertet werden, was sich abseits des Migrationsrechts bewegte. Dazu gehörten die Verhältnisse im Habsburger Reich und natürlich vor allem der Rückfall des absolutistischen Frankreich in die Verhältnisse vor der Anerkennung der Hugenotten durch den protestantischen König Heinrich IV. von Navarra. Als Ludwig XIV. 1685 im Edikt von Fontainebleau alle Rechte der französischen Hugnotten mit einem Federstrich beseitigte, blieb ihnen nur die Flucht. Sie wurden in zahlreichen deutschen Territorien mit offenen Armen empfangen, aber größter Nutznießer dieser in vielerlei Hinsicht qualifizierten Flüchtlinge war Preußen. Im 18. Jh. kamen in erster Linie die „Salzburger“ aus dem konfessionell sehr unduldsamen Erzbistum Salzburg, bevor das Zeitalter der Glaubensflüchtlinge mit der religiös begründeten Auswanderung der Zillertaler 1837 aus den Tiroler Alpen seinen Abschluss fand. 

Die Diskussion war geprägt von mehreren Ergänzungen, die aus eigenen Erfahrungen der Teilnehmer interessante Details beisteuerten.

 

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